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Schwedenrundtour 2018 (sieben Wochen)

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    • Schwedenrundtour 2018 (sieben Wochen)

      Einleitung
      Dieses Jahr machten wir uns die neuen Möglichkeiten zu Nutze (Elternzeit) und bereisten für insgesamt 7 Wochen Schweden. Wir, das sind Johannes (ich), meine Frau Manuela und unsere Kinder Mr. T. (4) und Mrs. T. (1) - kurz TnT. Der Reisebericht basiert auf einem Blog, den wir für Freunde und Familie ins Leben gerufen hatten. Den Blog haben meine Frau und ich gemeinsam befüllt. Dies erklärt, warum bei manchen Tagesberichten der Schreibstil wechselt und warum die einzelnen Tagesberichte im Tempus wechseln. Bitte stört euch nicht allzu sehr dran. Ich finde, dass das ganze "tageweise" trotzdem gut lesbar ist.

      Wir urlauben relativ aktiv. Strandurlaube wären insbesondere für mich eher Folter als Entspannung. Dadurch ergibt sich ein relativ straffes Programm, bei dem wir uns oftmals durch Geocaches leiten lassen. Wenn das mehr interessiert, der sollte sich mal auf Geocaching.com umsehen.

      Die Hinfahrt aus dem Rhein-Neckar-Delta organisierten wir per Nachtfähre von Travemünde nach Trelleborg. Auf dem Rückweg machten wir noch Stopp in der Geltinger Bucht, da wir dort vor ein paar Jahren geheiratet haben und bei meiner Schwester. Diese beiden Stopps habe ich nicht in den Reisebericht aufgenommen, zähle sie aber zu den 49 Tagen insgesamt.


      Übersicht
      Ich erstelle für jeden Tag einen eigenen Post. Verlinken wird aufgrund des Bearbeitungszeitlimits hier im Forum schwierig, aber ich hoffe, dass diese Übersicht trotzdem dabei hilft etwas den Überblick zu behalten.

      TagDatumWochentagTitel
      110.07.2018DienstagFahrt nach Travemünde
      211.07.2018MittwochTravemünde
      312.07.2018DonnerstagJägersbo Camping
      413.07.2018FreitagMalmö
      514.07.2018SamstagJägersbo-Camping und Fulltofta Nationalpark
      615.07.2018SonntagWillkommen im Paradies
      716.07.2018MontagCachen im Paradies
      817.07.2018DienstagÖland
      918.07.2018MittwochKüstenwanderung Öland und Mellböda Gard
      1019.07.2018DonnerstagNaturreservat Trollskogen
      1120.07.2018FreitagBorgholm Stadt, Hafen und Slott
      1221.07.2018SamstagStrand, langer Erik und Abschied von Öland
      1322.07.2018SonntagMovänta Camping Hult
      1423.07.2018MontagAuf den Spuren von Astrid Lindgren
      1524.07.2018DienstagBootstour und Skurugata
      1625.07.2018MittwochEksjö, Einkauf und Umzug
      1726.07.2018DonnerstagEs ist so heiß in Schweden (und Nora)
      1827.07.2018FreitagAlntorps Ö
      1928.07.2018SamstagÖrebro
      2029.07.2018SonntagPershyttan
      2130.07.2018MontagEine Runde um den Lindesjön
      2231.07.2018DienstagKlacka
      2301.08.2018MittwochUnfinished Business, Örebro und Umzug an den Siljan
      2402.08.2018DonnerstagLeksand
      2503.08.2018FreitagCaching um Leksand
      2604.08.2018SamstagDalahäst
      2705.08.2018SonntagFalugruva (Kupfermine von Falun)
      2806.08.2018MontagBack- und Waschtag und Storön Naturreservat
      2907.08.2018DienstagDragsängarna, Älvpromenaden und Abfahrt
      3008.08.2018MittwochUppsala
      3109.08.2018DonnerstagSchwimmbad und Weiterreise
      3210.08.2018FreitagPettson och Findus (Julita Gard)
      3311.08.2018SamstagStockholm – Vasa-Museum
      3412.08.2018SonntagStockholm – Gamla Stan und Fähre
      3513.08.2018MontagHelsinki
      3614.08.2018DienstagGo West
      3715.08.2018MittwochRuhetag
      3816.08.2018DonnerstagCache Nr. 5000
      3917.08.2018FreitagGeocaching in Sillerud
      4018.08.2018SamstagMein Sohn, der Kommunist
      4119.08.2018SonntagMarstrand Familje Camping
      4220.08.2018MontagAsebyrundan
      4321.08.2018DienstagMarstrandsö
      4422.08.2018MittwochGekås


      Route
      Im Vorfeld haben wir lange an der Route gefeilt. Wir wollten sowohl ein paar Städte sehen, die "must-sees" in Schweden "mitnehmen", als auch Zeit in der Natur verbringen. Inspirieren ließen wir uns durch diverse Blogs, Reiseberichte hier im Forum, die Landeskenntnisse meiner Frau (sie hat ein Semester in Schweden studiert), als auch durch Geocaches und die limitierte Auswahl an FKK-Plätzen. Am Ende sind wir dann so gefahren, wie es auf der Karte zu sehen ist:

      Route.PNG

      Die Buchstaben benennen gleichzeitig die Campingplätze, die ihr unter dem Punkt Campingplätze sehen könnt.

      Ursprünglich wollten wir erst von Stockholm zum Siljan-See fahren, da wir aber schneller vorankamen als gedacht, haben wir den Siljan kurzerhand "zwischengeschoben".

      Die Route würden wir im Rückblick folgendermaßen modifizieren:
      - Die großen Städte kann man wirklich weglassen (wir wurden gewarnt); die Fährentour nach Helsinki war aber ein Erlebnis, auch wenn uns Helsinki nicht übermäßig gefallen hat
      - Öland fanden wir viel zu touristisch und deshalb nicht sehenswert - fahren wir nicht noch einmal hin
    • Campingplätze
      In Schweden haben wir 10 verschiedene Campingplätze besucht. Dazu kommt noch einer in Deutschland sowie mehrere Nächte, die wir (erlaubt!) "frei" standen. Die Campingplätze waren fast durchweg sehr sauber und lagen eigentlich immer an einem See oder direkt am Meer. Was uns gut gefiel war weiterhin, dass alle Plätze auch eine Küche hatten, die man (fast immer) frei benutzen konnte. Ein Paradies für Zeltcamper. Wir haben zwei Mal den Backofen ausgenutzt. Daneben gab es auf den Plätzen auch (fast) immer Aufenthaltsräume, was wir ebenfalls als positiv empfanden. Die Plätze waren überdies vergleichsweise günstig und das Personal war meistens freundlich. Mit Englisch kam man überall gut zurecht.
      KarteDatumNächteCampingplatzOrtBewertung in SchulnoteWeiterempfehlung
      A12.07. bis 15.07.20183Jägersbo CampingHöörsehr gut bis gut (2+)Ja
      B15.07. bis 17.07.20182Paradiset Naturstcamping (FKK)Kyrkhultgut (2)Ja, aber ohne Kinder - dann traumhaft
      C17.07. bis 22.07.20185Wikegårds CampingLöttorp (Öland)befriedigend (3+)Ja, aber Öland generell nicht
      D22.07. bis 26.07.20184Movänta CampingHultgut (2)Ja
      E26.07. bis 01.08.20186Gustavsberg Naturistcamping (FKK)Norasehr gut bis gut (2+)Ja, uneingeschränkt
      F01.08. bis 07.08.20186Västanviksbadet CampingLeksandgut (2-)Jain, nette Betreiber, aber Duschmarken für 4min, für alles Karten notwendig und Sanitäranlage von 12:00 bis 13:00 Uhr täglich geschlossen!
      G07.08. bis 09.08.20182Fyrishov Stugby och CampingUppsalabefriedigend (3-)Ja, aber nur für Stadtausflug - als Campingplatz getarnter Stellplatz; Sanitär nicht sauber
      H09.08. bis 14.08.20185Flottsbro CampingHuddingeausreichend (4)Nein, auf keinen Fall; Personal unserer Meinung nach entweder inkompetent oder unfreundlich; teuer; See nicht schön; Stellplatz mies
      I14.08. bis 18.08.20184Camp GrinsbyÅrjängsehr gut bis gut (2+)Ja, uneingeschränkt
      J18.08. bis 22.08.20184Marstrand Familje CampingMarstrandbefriedigend (3)Ja, in der Nebensaison mit ACSI




      Vad kostar det?
      Hier im Forum wurde in der letzten Zeit ja öfter diskutiert was ein Urlaub wohl so kosten mag. Angesichts dessen, dass Schweden ja nachgesagt worden ist, dass es ein etwas teureres Urlaubsland sei, hat mich diese Frage auch etwas umgetrieben. Außerdem wollte ich ein wenig Kostenkontrolle für den Urlaub. Deshalb habe ich alle Ausgaben des Urlaubs nachgehalten und kann nun auch die Frage "Vad kostar det?" (Was kostet das?) beantworten.

      In den 49 Tagen haben wir insgesamt rund 4500€ ausgegeben, was einem Schnitt von 92€/Tag entspricht. Enthalten sind ALLE Ausgaben, die wir hatten, also auch die Kosten, die wir auch zu Hause gehabt hätten und nicht dem eigentlichen Urlaub anzulasten sind und die Fähre (350€) und Brücke. Der größte Posten waren die Campingplätze mit 1110€ (somit circa 25€ im Schnitt, wenn ich die freien Übernachtungen heraus rausrechne), dicht gefolgt von den Lebensmitteln (950€), Kraftstoff (690€) und auswärtigem Essen (460€), was auch Eis und andere ähnliche Ausgaben umspannt. Da wir relativ selten auswärts gegessen haben, dürfte dieser Posten vergleichsweise gering sein.


      Fazit (vorneweg, für diejenigen, die nicht alles durchscrollen wollen)
      Insgesamt haben wir die lange Zeit zusammen und im Wohnwagen sehr genossen. Auch Schweden ist ein tolles Reiseland. Die Landschaft ist insgesamt sehr schön und an vielen Stellen auch quasi unberührt. Oftmals kamen wir uns aber auch einfach nur vor wie in der norddeutschen Tiefebene. Das Preisniveau in Schweden ist etwas höher als in Deutschland, für uns war es aber - wenn wir die Eintrittspreise einmal ausblenden - gut auszuhalten. Im Supermarkt haben wir auch alles bekommen was wir brauchten und die Ausflüge waren fast ausnahmslos sehr schön. Nichtsdestotrotz würden wir nicht noch einmal hinfahren auf absehbare Zeit. Warum? Nun, die sieben Wochen haben erstmal ausgereicht um vieles von dem Land zu sehen. Darüber hinaus gefiel uns die Atmosphäre auf den Campingplätzen nicht. Die Schweden sind doch sehr eigenbrödlerisch unterwegs und so sind wir - trotz zweier kleiner Kinder (eigentlich ein Garant für Kontakt!) - während unserer Reise kaum mit anderen Menschen in Kontakt gekommen. Nicht einmal beim Spülen wurden unsere Grüße beantwortet. Und wenn dann, dann eigentlich nur von Deutschen und Niederländern. Diese Art von Campingkultur war uns bislang unbekannt und die Stimmung drehte sich auch bei Grenzübertritt wieder schlagartig, woraus wir schließen, dass es nicht unbedingt an uns gelegen haben muss. Die Sprachbarriere dürfte zudem auch nicht das Problem gewesen sein, denn wir sprechen fließend Englisch und vor dem Urlaub haben wir noch etwas schwedisch gelernt, so dass zumindest Smalltalk auf Minimalniveau möglich war.
    • 1. Tag: Fahrt nach Travemünde
      Nach dem Abschnitt von unserer lieben Tagesmutter (Mrs. T. geht nach dem Urlaub in die Krippe) und einer herzlich Verabschiedung durch unsere Nachbarn geht es gegen 15:30 Uhr endlich los: Schweden, wir kommen!
      Ursprünglich wollten wir ja erst am Mittwoch morgens fahren. Manuela fand etwas mehr Puffer aber beruhigend (dito) und so fahren wir eben einen Tag früher. Insgeheim reift dabei der Plan einfach durchzufahren, um den Tag vor der Fährabfahrt noch in Travemünde zu genießen.
      Das klappt dann auch soweit sehr gut. Nur Tanken und Abendbrot gestalten sich etwas schwieriger, da wie gewohnt alle Plätze samt Auf- und Abfahrten durch LKW zugeparkt sind. So brauchen wir am Ende gleich zwei Tankstellenanfahrten um zu tanken und beim Abendbrot fahren wir vier Rastplätze an, bevor wir kapitulieren und schließlich auf einen Autohof mit LKW Parkplatz (Maxi Autohof; 2h kostenfrei) landen.
      Gegen 2 Uhr sind wir schließlich erschöpft aber zufrieden in Travemünde. Insbesondere für die Kinder war die Entscheidung pro Abendfahrt sicher sehr gut!
    • 2. Tag: Travemünde
      Als wir uns entschieden durchzufahren, war dies nicht auch zuletzt mit der Hoffnung verbunden, dass wir noch einen schönen Strandtag verbringen könnten, bevor es auf die Fähre geht. Das norddeutsche Wetter machte uns in dieser Beziehung leider einen Strich durch die Rechnung, denn bereits in der Nacht, die wir auf einem Parkplatz in der Nähe eines Golfplatzes verbrachten, regnete es junge Hunde.
      Dennoch hatten wir einen angenehmen und erholsamen Tag. Den Mittagsschlaf für die ganze Familie spannten zwei kürzere Strandausflüge samt Caches ein. Einer davon passenderweise der Stairway to Sweden, von dem wir die 16 Uhr Fähre beobachten konnten. Zum Mittag gab es - nicht minder passend - Fischbrötchen und Mr. T. fand viel Gefallen daran Muscheln zu Sammeln.
      Gegen 19:15 Uhr ging es dann weiter zur 22:00 Uhr Fähre, auf die wir erstaunlicherweise fast direkt und ohne Verzögerung fahren konnten. Die Kabine war in Ordnung und die Kinder hatten Spaß im Kinderparadies - ein durchweg empfehlenswertes Erlebnis. Mal gucken, wir es auf der Rückfahrt machen.
    • 3. Tag: Jägersbo Camping
      Der positive Fähreindruck setzt sich auch in der Nacht fort: Anders als erwartet schlafen die Kinder sehr gut, so dass wir nicht (oft) wach werden. Der Motor ist kaum zu hören und auch die Klimaanlage stört nicht besonders. Um 6:15 Uhr, also eine Stunde vor Ankunft, werden wir geweckt. Danach geht es relativ schnell (inklusive warme Dusche), was auch nötig ist, denn schon um 7:00 Uhr kommt die nächste Ansage, dass sich alle Passagiere bei den Fahrzeugen einfinden sollen. Kaum sind wir dort, dürfen wir auch schon als eins der ersten Fahrzeuge runterfahren und verlassen den Hafen ohne Stau. Välkommen till Sverige! Da wir uns - nicht zuletzt aufgrund der vergleichsweise hohen Strafen - genau an das Limit von 80 km/h halten, werden wir auf der Straße zum kleinen Ärgernis für Brummis. Die ansonsten entspannte Fahrweise der Schweden und die exzellent ausgebauten und vor allem breiten Straßen entschärften die Situation ein wenig und wir lassen uns von Überholmanövern auch nicht stressen. Ab Höhe Malmö sind dann die meisten LKW ohnehin entschwunden und wir kommen schon nach einer Stunde auf dem Jägersbo Camping-Platz an, wo wir freundlich begrüßt werden und auch schon drauf dürfen (wo gibt es denn sonst sowas?). Gleichzeitig wird uns mitgeteilt, dass die Vorab-Rechnung falsch war und wir weniger bezahlen müssen (wo gibt es denn sonst sowas?!!²). Kaum am Platz bauen wir zum ersten Mal die neue Markise samt Vollvorzelt auf. Da es sich um den ersten Versuch handelt, dauert das Abspannen noch etwas, so dass wir erst nach 1,5h vollständig aufgebaut haben (vorher standen wir immer in rund 30 Minuten). Wie gut, dass wir viele Platzwechsel vor uns haben, da kann die Zeit noch ausgebaut werden.
      Der Platz selber ist schön angelegt. Duschen kostet extra und wird über Wertkarten geregelt. Der Zustand der sanitären Anlagen ist gut (2) und in die Sauberkeit in Ordnung (3+). Zwei Spielplätze erfreuen die Kinder. Diese sind relativ klein, aber haben schönes Spielgerät. Leider sind nicht viele Bäume auf dem Platz vorhanden, was zumindest ich (Johannes) lieber mag. Umso schöner ist der riesige See mit erstklassiger Badestelle, die sehr weit (sicher 50m) nur knietief und bei der allerlei Badespielzeug vorhanden ist. Es gibt Dauercamper und Saisoncamper. Der überwiegende Anteil sind aktuell Skandinavier, mit denen wir noch nicht richtig in Kontakt treten konnten. Dies äußert sich auch in den Wohnwagen-Fabrikaten: Kabe und Polar sind auffällig oft vertreten. Diese Rolls-Royce und Jaguar unter den Wohnwagen sieht man in Deutschland nicht allzu oft, sind sie auch schwer zu bekommen und teuer.
      Nach de Anreise beschlossen wir den heutigen Tag ruhig angehen zu lassen und hielten uns somit nur auf dem Platz auf. Morgen geht es dann nach Malmö - wir sind ja nicht nur zum Relaxen hier.
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    • 4. Tag: Malmö
      Nach einer sehr ruhigen Nacht wachen wir heute erst gegen 8 Uhr auf. Ungünstig, da wir ja noch nach Malmö wollen, aber nicht zu ändern. Appropo ruhig: Generell ist es hier sehr ruhig. Auf dem Campingplatz im Allgemeinen, aber auch speziell die Schweden. Während auf deutschen Campingplätzen ja jeder jeden grüßt, antworten die anderen Gäste hier auf ein "Hej!" beim Vorbeilaufen oder morgens im Duschraum nur sehr zögerlich.
      Nach dem Frühstück und den Vorbereitungen geht es dann schließlich nach Malmö (1h Fahrtzeit). Gegen 10:45 Uhr sind wir da und stellen das Auto beim Schloss ab. Statt Parkkarten aus einem Automaten zu ziehen ist es hier üblich einfach per Kreditkarte über eine App zu zahlen, die ich mir aber erst später einrichte (was gut ist, denn schon beim nächsten Parkplatz kann man gar nicht mehr ohne App zahlen). Der SChlossparkplatz ist nicht ohne Risiko, da hier wohl oft Autos und Wohnmobile aufgebrochen werden, aber wir haben Glück. Anschließend geht es zum ersten Cache des Tages an einer Zuckermaschine mit Herstellungsort Braunschweig. Warum der Nano jetzt 350 Favoritenpunkte wert ist, erschließt sich uns nicht. Und auch die Kinder sind nicht so richtig dabei. Insbesondere Mrs. T. hat auch nach dem Verzehr zweier Döschen Weintrauben noch einen Beerenhunger. Nach einem Kurzbesuch des Schlosses geht es deshalb erstmal etwas essen. Kurzerhand suchen wir uns die schwedische Fastfood-Kette Max aus. Dies nicht zuletzt, weil Mr. T. unbedingt Pommes mit Chicken Nuggets essen will, wenn wir schon Essen gehen. Die Burger sind ok, der Preis mit rund 22€ auch nicht weit über dem üblichen Niveau für drei Personen. Im Nachhinein wären wir aber doch wohl lieber etwas weiter gelaufen und hätten einen Mittagstisch in einem der kleinen Lokale der Innenstadt ausprobiert. Aber die nächste Gelegenheit kommt bestimmt. Nach dem Mittagessen soll Mrs. T. eigentlich Mittagsschlaf im Kinderwagen machen, sie ist jedoch nicht zu überzeugen und so geht es weiter mit zwei Wachen Kindern durch die Innenstadt und dann Richtung Hafen, wo noch ein Tradi und zwei Virtual-Caches mit besonderem Ausblick auf uns warten. Zwischendrin übt Mrs. T. immer wieder Laufen - aktuell der nächste Schritt. Mr. T. hat derweil keine Lust mehr auf Laufen. Da wir ihm ohnehin versprochen haben noch an den Strand zu fahren gehen wir zum Auto und fahren dann nach Lomma, wo wir gegen 16:00 Uhr ankommen. Die Uhrzeit ist fast ideal, da wir in vorderster Reihe parken können. Noch schnell ein Ticket mit der App gezogen und ab geht es an den sehr flachen und schönen Strand. Heute lag die Tagestemperatur übrigens irgendwo bei näherungsweise 30°C - von wegen in Schweden ist es kühler. Mr. T. ist begeistert und spielt ausgiebig erst mit Manuela und dann mit mir im Wasser. Insbesondere die Muscheln lassen ihn weiterhin nicht los. Mrs. T. ist es dann aber doch nach kurzer Zeit zu warm, zumal wir uns am Strand keinen "schönen Platz im Schatten" suchen konnten, wie es Mr. T. vorgeschlagen hatte. So geht es schon nach einer Stunde weiter.
      Wir müssen noch einkaufen. Manuela hatte sich einen Besuch bei Willys Supermarkt gewünscht, den sie aus ihrer Stockholmer Zeit noch in bester Erinnerung hat. Das wird dann auch gleichzeitig die Enttäuschung des Tages - klein, wenig Auswahl, etwas heruntergekommen und überhaupt nicht unser Geschmack. Für den nächsten Einkauf geht es dann wohl zu Ica.
      Nachdem wir wieder am Platz angekommen sind duschen wir noch schnell die Kinder und dann geht es für die kleinen Familienmitglieder auch schon ins Bett. Da diese total übermüdet sind, sind sie jedoch nur zögerlich zum Schlafen zu überreden. Morgen wird es dann wieder etwas ruhiger mit angemessener Mittagsschlafzeit.

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    • 5. Tag: Jägersbo-Camping und Fulltofta Nationalpark
      Nachdem wir gestern noch davon ausgegangen sind, dass wir am morgen lange schlafen können, da die Kinder ja erst spät eingeschlafen sind, erleben wir heute unser "blaues Wunder". Mr. T. wechselt bereits um 3 Uhr ins Elternbett und Mrs. T. wacht schon um 6 erstmalig auf, so dass ich mich kurz zu ihr lege. Um kurz nach 7 ist die Nacht dann ganz vorbei. Da wir schon erwarten, dass die Kinder auch schnell wieder müde werden und wir vermuten, dass der gestrige Tag in Malmö dann doch etwas viel war, lassen wir es heute etwas ruhig angehen. Bis zum Mittagessen wird im Vorzelt gespielt. Nicht einmal zum Spielplatz ist Mr. T. zu überreden. Er baut lieber das Playmobil Puppenhaus auf und Mrs. T. übt weiterhin fleißig laufen, steckt die Holzbauteile oder guckt sich Bücher an. Die Eltern lesen währenddessen.
      Zum Mittag haben wir heute selbstgemachte Pizza geplant, was auch die Kinder freut und die wir in der Küche des Campingplatzes zubereiten. Auch dies ist wohl typisch für schwedische Campingplätze, dass es vollständige Kochgelegenheiten gibt. Mr. T. hilf fleißig bei den Vorbereitungen. Das Warten auf die Fertigstellung überbrücken wir dann aber doch lieber wieder auf dem Spielplatz, wo beide Kinder beigeistert schaukeln. Anschließend macht der Großteil der Familie Mittagsschlaf. Eine Person hat lieber gelesen.
      Nachdem alle wieder wach waren, sind in den Nationalpark Fulltofta gefahren. Das dortige Naturhaus haben wir als Ausgangspunkt für eine kleine cachebezogene Wanderung genommen. Der Weg durch den Wald war zwar steinig, aber nur für den Ulfbo beschwerlich und wir genossen die Zeit sehr. Auch hier probierte sich Mrs. T. immer wieder im Laufen und Mr. T. wollte am liebsten gar nicht mehr zurück zum Wohnwagen. Die Caches hat übrigens auch alle er gefunden ;-). Mit dem Versprechen noch einmal in den See zu gehen (das Wetter ist weiterhin hervorragend) konnte er dann aber überredet werden.
      Auf dem Heimweg ist uns noch ein Reh vor das Auto gelaufen. Mr. T. meinte dazu nur: "Das Reh muss doch gucken, wenn es über die Straße läuft..." Recht hat er ja eigentlich. Wie gut, dass an der Stelle Tempolimit 40 galt und wir uns auch daran gehalten haben, sonst wäre es sehr knapp geworden.
      Vor dem Abendbrot ging es wie versprochen noch einmal für alle in den See. Da wir mittlerweile etwas stärkeren auflandigen Wind hatten und es schon spät geworden war, währte das Vergnügen jedoch nur kurz.
      Heute ging es mit dem Einschlafen wieder besser. Wir nutzten die freie Zeit sinnvoll und bauten schon einmal ab (Zeit für den gesamten Abbau rund eine Stunde), um morgen zügig die Weiterreise antreten zu können.
    • 6. Tag: Willkommen im Paradies
      Heute stand der erste Campingplatzwechsel an. Da wir gestern schon vorgepackt hatten, ging es entsprechend schnell am morgen, so dass wir schon um 8 (nach Öffnung der Rezeption) wieder auf der Straße waren. Nach gut eineinhalb Stunden Fahrtzeit hieß es dann auch schon: Willkommen im Paradies (gleichzeitig der Name des Platzes). Und das ist wörtlich zu verstehen. So einen schönen Campingplatz hatten wir bislang selten. Er ist einfach, aber sauber und erinnert ein wenig an eine Hippie-Kommune. Grundsätzlich ist alles in den schon günstigen Preis von 21€ eingeschlossen - auch die Nutzung der Boote, Federball-Schläger, Fahrräder, Sauna, Duschen, Küche usw. Zudem steht Geschirr und Geschirrspülmittel zur allgemeinen Nutzung bereit und am Abend treffen sich alle zum gemeinsamen Barbecue am Feuer gleich nebenan. Die Anfahrt ist jedoch etwas abenteuerlich, liegen zwischen Straße und Platz 600m enger und nur mäßig geschotterter Waldweg.
      Auch den Kindern gefällt der Platz auf Anhieb. Mr. T. ist so aufgedreht, dass er während des Aufbaus ständig um das Vorzelt rennt und dann alles Spielzeug gleichzeitig bespielt. Da wir morgen eine längere Cacherunde in Växjö geplant haben, verbringen wir den Tag auf dem Platz und nutzen die Angebote intensiv. Mr. T. hatte sich ohnehin schon länger eine Bootsfahrt gewünscht und die bekommt er jetzt. Zwischendurch wird er zu Wasser gelassen und darf am Boot mitschwimmen (er hat sich hinten festgehalten). Anschließend geht es noch für alle ins erfrischende Wasser (es war wieder heiß) und unter die Dusche, bevor wir Abendbrot kochen (Nudelpfanne).
      Einziger Wermutstropfen des Tages: Wir haben zusätzlich zum Vorzelt das Sonnensegel aufgebaut. Das ist jedoch sein Geld nicht wert, da nur vorne mit drei Leinen abgespannt wird und entsprechend instabil ist. Eine kleine Böhe hat es dann auch gleich auf die Markise geweht. Das Teil wird nicht wieder aufgebaut (Nachtrag: Die Meinung änderte sich nochmal - richtig abgespannt hält das Teil auch).

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    • 7. Tag: Cachen im Paradies
      Nach einer ruhigen Nacht (einmal davon abgesehen, dass beide Kinder um 1 kurz wach waren), stand heute eine Cacherunde auf dem Programm (6-kilometaren). Manuela hatte gestern als Alternativprogramm zu Växjö - einer Stadt, die aber mit reichlich Fahrtzeit einher gegangen wäre - einen 6km Trail in nur 15km Entfernung ausgemacht, der wie für uns geschaffen war. Der Weg führte überwiegend asphaltiert oder geschottert an Höfen und typisch südschwedischer Landschaft vorbei, der wohl auch Autowracks zuzurechnen sind. Anders ist die Menge an alten Autos jedenfalls nicht zu erklären. Die Häuser auf dem Weg waren teilweise nahezu pitoresk und den Hof vom alten Petterson (Petterson und Findus) haben wir potentiell auch gefunden.
      Mr. T. lief tapfer mit und ließ sich nur gelegentlich im Ulfbo mitziehen. Zwischendrin war er zudem mit Fotografie zu begeistern und nahm alles auf, was ihm vor die Linse kam. Mrs. T. spielte derweil ebenso im Ulfbo und hatte erst am Ende genug vom Sitzen. Insgesamt wirklich ein toller Ausflug mit über 20 Geocaches.
      Nachmittags ging es dann zurück auf dem Campingplatz noch einmal in den See, wo Mr. T. seine Sprungtechniken verfeinerte.
      Da das Paradies zwar wunderschön, aber leider sehr abgelegen ist, geht es morgen wieder weiter in Richtung Öland.

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    • 8. Tag: Öland
      Bevor es weiter gen Osten geht, wollten wir noch einmal die nähere Umgebung des Paradieses erkunden. Nach einem letzten Bad im See (Mr. T.) fuhren wir deshalb nach Kyrkhult. Das Dorf selbst war sehr klein und schien zunächst nicht allzu viel zu bieten. Deshalb besuchten wir die Kirche, welche insbesondere Manuela auch im Nachhinein noch beeindruckt hat: Welche deutsche Kirche kann schon mit einem Kaffeeautomaten und einer Kinderspielecke aufwarten? Wir vermuten: Kaum eine! Anschließend fanden wir noch Caching sei Dank) einen Stellplatz am See mitten im Dorf, der ebenfalls erstklassig war: Großer Spielplatz, sehr sauber und sogar eine Dusche. Die Familie nutzte die Gelegenheit und schaukelt zusammen eine Runde. Anschließend ging es wieder zum Campingplatz, wo wir zum Mittag aßen und dann die letzten Sachen packten.
      Die Abfahrt aus dem Paradies gestaltete sich schwieriger als gedacht. Zuerst mussten wir aufgrund diverser Engstellen über den halben Platz movern und dann hat sich auch noch das Stützrad eingegraben. Wir bekamen den Wohnwagen nach etwas Hin-und-Her dann aber frei und konnten die Weiterreise antreten. Doch wohin eigentlich? Auf dem geplanten Campingplatz bei Kalmar war nichts mehr frei, wie wir telefonisch erfuhren und bis ganz nach Öland drauf wollten wir eigentlich nicht, sondern alles als Tagestouren abhandeln. Da wir nichts anderes fanden blieb uns dann aber nichts anderes übrig und nun stehen wir auf Wikegards Camping im Norden der Insel direkt am Strand. De facto kann ich sogar das Meer vom Vorzelt aus sehen und hören, während ich diese Zeilen schreibe. Das Vergnügen hat jedoch den Preis, dass der Platz ebenfalls recht voll und teuer ist. Die Kinder sind aber mehr als begeistert und genießen die Strandnähe in vollen Zügen.

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    • 9. Tag: Küstenwanderung Öland und Mellböda Gard
      Nach Aufwachen und Frühstück unternahmen wir heute eine kleine Caching-Küstenwanderung durch das direkt an den Campingplatz grenzende Naturreservat Högenäs örde. Zunächst ging es ein wenig durchs Meer und dann immer über Weidefläche direkt am Ufer entlang. Unterwegs hatten wir auch ein paar Zuschauer in Form von Kühen, die uns interessiert beäugten, sahen sonst aber nur wenige Personen oder Tiere von den allgegenwärtigen Möwen einmal abgesehen. Auch die Kinder genossen es dort entlang zu laufen, wenngleich für Mrs. T. der Proviant, der am Ende bei einem ehemaligen Leuchtfeuer (Teil einer Warnanlage) verzehrt worden ist. Auf dem Rückweg schlief sie zudem auf meinen Schultern ein, so dass an Mittagsschlaf nicht mehr zu denken war und wir die Kinder mit etwas Strandzeit vor dem Essen entlohnten.
      Am Strand stellten wir fest, dass wir mittlerweile ein Defizit beim Strandspielzeug aufweisen (Wo ist das nur alles hin?) und die Einkaufsliste für den Nachmittag entsprechend ergänzten.
      Vor dem Einkauf ging es jedoch noch zum Hof Mellböda Gard, der von zwei deutschen Auswanderern betrieben wird und ein interessantes Mischkonzept fährt: Es gibt einen Drachenladen mit angeschlossenem Spielzeuggeschäft (oder andersrum?), gelegentliche Workshops zum Drachenbau, eine liebevoll eingerichtete Indoor-Spielhalle im Lindgren Stil (so wie fast alles hier), ein Café, einen Spielplatz, Hühner und ein zum Tierinformationspunkt umfunktioniertes Plumsklo. Ja, wirklich. Der Kuchen war in jedem Fall lecker und auch preislich in Ordnung und im Spielwarenladen erwarben wir einen Spaten. Danach wurden bei ICA Lebensmittel gekauft und es ging zurück zum Wohnwagen, da bereits das Abendbrot rief. Während Manuela einräumte wurde noch schnell der Spaten getestet, dann geduscht (die Kinder), gegessen und Punkt 19 Uhr lagen die Kinder wieder im Bett. Morgen ist ein neuer Tag!

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    • 10. Tag: Naturreservat Trollskogen
      Nach dem gestrigen doch insgesamt etwas faulen Tag ging es heute aktiv weiter. Nach dem Frühstück und etwas Freispiel in Vorzelt und Wohnwagen packten wir Rucksack, Manduca (Tragesystem) und die Kinder ein und fuhren zur Nordspitze der Insel, zum Kiefernwald von Fagerrör. Dort nahmen wir insbesondere zu Mr. T.s Freude eine kleine historische Schmalspurbahn und fuhren mit dieser weitere fünf Kilometer durch den Wald zum Naturreservat Trollskogen. Von der Möglichkeit mit der Bahn zu fahren hatten wir erst gestern durch ein Cachelisting erfahren und wir müssen festhalten, dass es schon ein Erlebnis war. Mit 20 Euro Fahrpreis insgesamt war es zudem nicht so teuer, wie die schwedischen Attraktionen sonst. Grundsätzlich scheint es so zu sein, dass Touristen nach der Bahnfahrt eine kleine Runde durch den Trollskogen zum Schiffswrack drehen und dann mit der Bahn zurück fahren. Wir hatten etwas andere Pläne und liefen kurzerhand erst zum Wrack (erstklassig!) und der Trollseiche (diese wird stark beworben, beeindruckte und aber nur mäßig) und dann am Meer entlang und durch den Wald zurück zum Parkplatz. Zwischendurch machten wir noch mehrere Picknickpausen am Meer, wo des öfteren Bänke und Hütten bereit standen. Andere Touristen trafen wir schon nach wenigen Kilometern keine mehr. Am Ende hatten wir 11 Kilometer zurückgelegt und wir müssen insbesondere Mr. T. loben, der sich nur auf dem letzten Kilometer rund 200m tragen ließ, ansonsten aber tapfer durchhielt. Ihren Beitrag leistete dabei auch Manuela, die ihm während des Marsches fast durchgängig Geschichten und Märchen erzählte. Ich trug derweil Mrs. T. im Manduca, die damit ihr Kuschelbedürftnis für die kommenden Wochen bereits erfüllt haben dürfte.
      Nach der Wanderung ging es zurück zum Wohnwagen und es folgte das übliche Abendprogramm.

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    • 11. Tag: Borgholm Stadt, Hafen und Slott
      Nach dem größeren Ausflug gestern wollten wir es heute etwas ruhiger angehen und uns das Städtchen Dorf Borgholm ein wenig angucken. Immerhin steht dort das Sommerschloss der schwedischen Königsfamilie, es hat Schwedens größten Yachthafen zu bieten und Milch brauchten wir auch noch, nachdem wir vorgestern versehentlich eine Art Buttermilch gekauft haben. In der Stadt angekommen, die gar nicht so protzig daherkam, wie man anhand der oben genannten Fakten vermuten könnte, entschlossen wir uns, einen Stadtführungsmulticache zu machen. Eine gute Wahl, denn der führte uns gut herum. Zwischendurch aßen wir den Mittagstisch (dagens rätt) in einem kleinen Restaurant mit Selbstbedienung. Manuela hatte Laxpudding. Das hört sich nur komisch an, ist aber eine Lachslasagne. Ich aß Dorsch in einer Mehlsoße und die Kinder bei uns mit. Anschließend ging es im Rahmen des Multis an den Hafen, wo es in einem Agrargeschäft noch ein Eis gab (Kugeleis kostet hier circa 3 Euro pro Kugel, weshalb wir bisher verzichtet haben). Da das Final des Multis in Richtung Schloss lag und Mrs. T. ohnehin im Kinderwagen eingeschlafen war, entschlossen wir uns nicht umzuparken, sondern auch zum Schloss zu laufen. Nunja, das waren noch einmal 2km Luftlinie mehr und das Schloss lag natürlich auf einer Anhöhe. Aus einem gemütlichen Ausflug wurden so erneut fast 11km. Immerhin heute mit Kinderwagen und nicht tragenderweise, wenngleich wir uns es gerne erspart hätten den Kinderwagen erneut eine lange Steintreppe hochzutragen. Aber das ist wohl eine Art Urlaubsritual bei uns. Oben angekommen musste Mr. T. auf Klo und wir merkten erneut, dass in Schweden wirklich alles per Karte bezahlt wird. Selbst an den öffentlichen Toiletten ist kein Münzschlitz mehr. Stattdessen wird per App und Kreditkarte bezahlt und dann mit einem einmaligen Code geöffnet. Komfortabel für uns, aber für andere Menschen sicherlich schwierig. Auch die Parkuhr lief übrigens natürlich per App und konnte unterwegs immer wieder nachgestellt (und auch beendet) werden. Den hohen Schlosseintritt (20 Euro) investierten wir lieber in zwei Ritterfiguren und dann ging es endlich zurück zum Auto. Die Figuren sind bei beiden Kindern der Hit,so dass sich die Umlage mehr als gelohnt hat. Anschließend fuhren wir noch schnell zu Netto mit Hund zum Einkaufen und dann zum Wohnwagen. Die Kinder gingen wie gewohnt um 19Uhr ins Bett und morgen warten schon die nächsten Abenteuer.

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    • 12. Tag: Strand, langer Erik und Abschied von Öland
      Heute ging es nach dem Aufstehen fast direkt an den Strand. Da wir beschlossen hatten, am Abend weiterzufahren, wollten wir den Kindern dieses Vergnügen ein letztes Mal gönnen. Leider wurden jedoch seit unserem letzten Besuch hier viele kleine Quallen angespült, so dass an ein wirklich entspanntes Bad nicht zu denken war. Der Strandausflug bestand deshalb primär aus dem Bauen eines kleinen Flüsschens und dann ging es schon zurück zum Wohnwagen und unter die Dusche. Anschließend habe ich schon einmal den Campingplatz bezahlt und gefragt, ob wir noch bis 17:00 Uhr stehen könnten, da wir noch zum "langen Erik", dem Leuchtturm an der Nordspitze, und dann erst abends mit den Kindern fahren wollten. Hier müssen wir die schwedischen Campingplätze sehr loben. Auf Korsika haben wir mal einen ganzen Tag zahlen müssen, weil wir nur kurz auf dem Platz waren und es uns dann anders überlegt haben. Hier ging das alles problemlos und kostenfrei. Nach dem Packen, einem Mittagsschlafversuch (Mrs. T. leidet aktuell an Schlafmangel, weil sie die Mittagsschläfchen konsequent auf circa 45 Minuten verkürzt oder gar nicht macht...) und Mittagessen fuhren wir also zum langen Erik. Leider habe ich mich mit der Anfahrtszeit jedoch etwas verschätzt - die 40km bis zur Spitze haben uns eine Stunde hin und eine Stunde zurück gekostet. Und das, obwohl wir den Kindern eigentlich Fahrzeit ersparen wollten. Der Leuchtturm selbst und die Umgebung war jedoch sehr schön und mit Mr. T. habe ich auch die Treppe und anschließende Leiter bis zur Spitze erklommen, während der Rest der Familie unten wartete. Anschließend ging es zurück zum Wohnwagen, dann wurde schnell angekoppelt und schon konnte es losgehen. Um 18:00 Uhr machten wir noch eine Pause unter der Ölandsundbrücke und aßen im Wohnagen Abendbrot und dann ging es weiter in Richtung Elchpark Virum. Letzteren wollten wir eigentlich als Zwischenhalt für den nächsten Morgen mitnehmen, aber auf dem zuerst angefahrenen Stellplatz war anders als in der App angegeben kein Platz für Wohnwagen und auf den Feldwegen in der Nähe des Parks fanden wir keine geeignete Stelle zum Übernachten. Am Ende lief uns noch ein Reh genau vors Auto und nur eine Notbremsung (allerdings nur bei 40km/h auf Schotterpiste) konnte einen Unfall verhindern. Das war für uns das Signal doch schon einmal weiterzufahren und so fuhren wir über Vimmerby, Mariannelund (die Stadt, die Ida sehen können sollte, als Michel sie an der Fahnenstange hochzog) nach Hult. Dort schliefen wir die erste Nacht in der Astrid Lindgren Region auf dem Parkplatz vor dem Campingplatz.
      Zu guter letzt ist mir eingefallen, dass ich den Campingplatz auf Öland noch gar nicht richtig beschrieben habe. Wie im Post weiter vorne erwähnt, standen wir auf Wikegards Camping. Der Platz selbst ist direkt am Strand und entsprechend sandig. Die sanitären Anlagen einfach, aber liebevoll eingerichtet und sauber. Nur etwas wenige Waschgelegenheiten sind vorhanden, zumal der Platz groß ist. Die Betreiber versuchen dies mit einem Plumpsklo auf dem Platz zu kompensieren, dies wird aber nicht so gut angenommen (Mr. T. wollte auch nicht drauf, weil er Angst hatte reinzufallen). Ganz besonders genau wird auf dem Platz die Mülltrennung genommen. Hier wird wirklich _alles_ seperat in den Müll geworfen. Das Klima auf dem Platz empfanden wir zudem als etwas kühl. Die Camper haben kaum miteinander gesprochen - auch nicht beim Abwasch, wo sonst ja eigentlich immer Gespräche entstehen. Schade, wir mögen die etwas familiärere Stimmung lieber beim Campen. Es war für uns allerdings auch der erste Strandcampingbesuch. Vielleicht ziehen solche Plätze ohnehin ein anderes Klientel?!

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    • 13. Tag: Movänta Camping Hult
      Erfasst man die Essenz der deutschen Vorstellungen über die schwedische Landschaft zusammen, so dreht sich diese um rote Holzhäuser, Wälder, kleine Straßen, Weite und Bauernhöfe sowie kalte Winter und idyllische Sommerlandschaften. Dass dies so ist, ist in erster Linie Astrid Lindgren zu verdanken, die mit ihren Kinderbüchern das Bild über Schweden in den Köpfen ganzer Generationen maßgeblich geprägt hat. Dabei beschreibt Lindgren in erster Linie die Landschaft ihrer Kindheit, in der alle ihre Geschichten spielen. Auf den Spuren dieser Kindheit bewegen wir uns gerade. Wir sind wirklich in Smaland, ganz in der Nähe von Vimmerby, Lindgrens Geburtsstadt, angekommen und auch Kathult (eigentlich Rumskalla), Mariannelund und Bullerbyn (Sevedstorp) sind zum Greifen nah. Doch das werden wir erst in den nächsten Tagen erkunden.
      Heute mussten wir erstmal darauf warten, dass unser Campingplatz frei wird. Nachdem wir gestern reserviert haben, hat man uns am Empfang nämlich den nach Aussage des Rezeptionisten schönsten Platz auf dem Campingplatz (Movänta Camping in Hult) vor-reserviert (Nummer 21) und dieser war um 8 Uhr noch belegt. Wir hätten zwar einen anderen haben können, aber auf den besten Platz wartet man natürlich auch gerne. Da sich das Wohnmobil jedoch erst 5 vor 12 (nicht im übertragenen Sinne) weg bewegte, galt es einige Zeit zu überbrücken. Also frühstückten wir zunächst gemütlich und machten dann einen Spaziergang am See entlang. Wege zum See fanden wir allerdings keine und so blieben die Caches dort erstmal liegen. Um 12 bezogen wir dann den Platz. Heute dauerte alles irgendwie lange und nichts klappte so richtig beim Aufbau. Da auch die Kinder sichtlich kaputt waren (siehe das Mittagsschlafproblem) machten wir deshalb langsam und verbrachten den restlichen Tag spielend auf dem Platz. Zum Mittagessen gönnten wir uns zudem Pommes aus der Platzkneipe und pünktlich um 19:00 Uhr ging es für die nun sehr erholten Kinder ins Bett.
      Movänta Camping war nicht nur wegen des Platzes Nummer 21 - der tatsächlich nahezu perfekt ist - eine sehr gute Wahl. Der Campingplatz liegt direkt am See, verfügt über ausreichend sanitäre Anlagen und ist parzelliert, so dass man nicht dicht auf dicht stehen muss. Er verfügt über die übliche Ausstattung und das Personal ist sehr freundlich und zuvorkommend. Duschen kosten allerdings extra. Es gibt Minigolf zu fairen Preisen (rund 2€ für Erwachsene) und man kann Boote leihen sowie angeln.
      Wir stehen, wie gesagt, direkt am See und haben Spielplatz und Badestelle in nächster Nähe. Da der Platz nicht allzu groß ist, stört dies aber nicht - und das obwohl auch Tagesgäste kommen. Die nächsten Mahlzeiten werden wohl alle mit Seeblick eingenommen.

      Achja: Probleme mit Mücken hatten wir den ganzen Urlaub über noch nicht (nur im Wald waren welche).

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    • 14. Tag: Auf den Spuren von Astrid Lindgren
      Astrid Lindgren prägt die touristische Erschließung dieser Region maßgeblich. Da auch wir uns dem Reiz der Kinderbücher nicht entziehen konnten, machten wir uns bereits heute auf den Weg die einschlägigen Stationen zu besuchen. Gleich nach dem Frühstück ging es deshalb nach Rumskalla. Auch wenn der Ort nicht Lönneberga heißt (den es auch gibt), wurden hier auf dem Hof Gibberyd in den 1970er Jahren die Michel-Filme gedreht. Er ist heute das authentischte Katthult und die Bewohner des Hofes haben ihn entsprechend touristisch erschlossen, nachdem klar war, dass mit den Touristen Geld zu verdienen ust. Es gibt alle aus den Filmen und Büchern bekannte Gebäude inklusive Tischlerschuppen sowie Kühe, Schafe, Ziegen, Schweine, Kaninchen und Hühner. Beide Kinder hatten enormen Spaß beim Streicheln und Erkunden des Hofes, so dass sich das vergleichsweise niedrige Eintrittsgeld von 15 € sehr gelohnt hat. Im Laden konnten wir zudem noch Andenken in Form eines Lindgren Buches für Mr. T. und einer Pippi Langstrumpf-Puppe für Mrs. T. erstehen.
      Nach diesen ersten Eindrücken ging es weiter in Richtung Filmdorf Bullerbyn. Hier werden Filme und Requisiten gezeigt. Ein Blick auf die Museumsaufteilung zeigte uns jedoch, dass das für unsere relativ kleinen Kinder wohl nicht das richtige sein würde. Der hohe Preis des Museums (50 € für uns) bestärkte uns dann noch weiterzufahren und so ging es wenige Zeit später nach Sevenstorp, wo die Bullerbü-Filme gedreht worden sind. Dieses "echte Bullerby" zeigt sich weniger aufpoliert als Katthult. Es gibt die drei Höfe, einen Heuschober, in dem die Kinder vom Zwischendach ins Heu springen konnten, einen Baum mit Loch, ein paar Hühner und ein Cafe, aber keine weiteren Informationen. Mit 4€ pro Auto ist diese Attraktion aber auch besonders günstig. Die Kinder kamen erneut auf ihre Kosten, für die Erwachsenen war es mittelmäßig spannend.
      Da wir auch die Astrid Lindgren World nicht besuchen wollten (der Eintritt kostet hier fast 160€ und die Kinder hätten ohnehin nicht viel davon) fuhren wir zunächst zu einem total überfüllten Karamellgeschäft in Mariannelund (das ließen wir dann auch aus) und dann einkaufen. Aus dem Geschäft hatte ich jedoch noch einen Vimmerby-Führer mitgebracht und Manuela entdeckte, dass auch auf Vimmerbys Straßen einiges zu entdecken sei. Kurzentschlossen ging es also nach Vimmerby. Das Lindgren Museum ließen wir ebenfalls aus (35€ Eintritt) und machten nur Fotos von außen vom Limonadenbaum - der hatte uns hauptsächlich interessiert. Danach suchten wir in der Stadt Pippis Bonbonladen. Dieser muss jedoch vor kurzem zugemacht haben, denn das Geschäft stand leer. Zum Glück war auf dem Marktplatz von Vimmerby immerhin ein Pippi Langstrumpf-Piratenschiff sowie drei Bullerbü-Häuser aufgebaut, was Mr. T., der sich sehr auf den Laden gefreut hatte, versöhnlich stimmte. Nachdem die Kinder einige Zeit gespielt hatten ging es wieder zurück zum Wohnwagen. Wir haben noch gegrillt und dann ging es schon ins Bett.

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    • 15. Tag: Bootstour und Skurugata
      Das Programm des heutigen Tages war zweigeteilt: Zunächst wollten wir am Morgen eine kleine Bootstour über den Langsjön machen. Das ist der See, an dem der Campingplatz loegt. Zufälligerweise befinden sich am Ufer sowie auf einer kleinen Insel auch mehrere Geocaches, so dass man die Tour auch gut mit dem Hobby verknüpfen konnte. Da die Distanzen jedoch groß waren, liehen wir uns heute statt eines Paddelbootes direkt ein Boot mit Elektromotor (20€ für drei Stunden). Ein Fehler, wie wir schnell merkten: Das ursprünglich als Familienausflug geplante Vergnügen machte Mrs. T. so gar keinen Spaß, wie sie uns schon nach wenigen Metern unmissverständlich signalisierte. In Folge luden wir Manuela und Mrs. T. wieder am Steg ab und ich machte die Tour mit Mr. T. alleine. Darüber hinaus entpuppte sich das zunächst als Vorteil gesehene Motorboot als extrem langsam heraus, so dass ich ein gutes Stück des Weges zusätzlich ruderte, um halbwegs über den See zu kommen. Wir umrundeten deshalb nur die nächstgelegene Insel (700m), sammelten einen Cache ein und waren nach rund 2 Stunden wieder zurück am Wohnwagen, wo Mrs. T. ihren Mittagsschlaf hielt und Manuela eifrig Karten schrieb. Aber zumindest Mr. T. hatte viel Spaß an der Tour. Vor allem genoss er es auf der Insel aufgesammelte Steine vom Boot ins Wasser zu werfen.
      Durch die gewonnene Zeit vorverlegten wir das Kochen (heute: Grillen) und starteten danach zum zweiten Abenteuer des Tages: Skurugata. Wikipedia liefert hier eine gute Beschreibung, so dass ich mir etwas Arbeit ersparen kann:

      Wikipedia schrieb:

      Skurugata (Skurustraße) ist eine Felsformation in der Gemeinde Eksjö, Jönköpings län in Süd-Schweden. Sie bildet einen 800 Meter langen Canyon, der etwa 20 bis 50 Meter tief und 7 bis 24 Meter breit ist. Skurugata liegt etwa 15 km nordöstlich von Eksjö.
      Verschiedene Theorien zur Entstehung dieser eigenartigen Formation wurden aufgestellt, von denen eine davon ausgeht, dass eine parallele Faltung stattgefunden hat. Das Gestein in der Schlucht besteht größtenteils aus graubraunem und dunkelbraunem Porphyr mit Anteilen an Quarz und Rotem Feldspat. Verschiedene Arten von Moosen finden sich in der Schlucht und auch außerhalb.
      Die Schlucht ist allgemein begehbar. In der frühen Zeit des Jahres und nach starkem Regen füllen sich die tieferen Stellen mit Wasser. Die Temperatur am Boden der Schlucht ist typischerweise etwas tiefer als in den außen gelegenen Gebieten. Etwa in der Mitte der Schlucht ist ein loser, mit einer Markierung versehener Stein in die Wand eingelassen, hinter dem sich ein Loch mit einem Gästebuch befindet.

      Vom Parkplatz aus liefen wir zunächst zur Aussichtsplattform, um anschließend in die eigentliche Schlucht hinabzusteigen. Das Terrain war schwierig und wir sind auch mit Abstand von einigen Stunden noch erstaunt darüber, wie gut Mr. T. den Weg meisterte, zumal er einige Steine mit Händen und Füßen erklimmen musste und sich teilweise hochzog. Hut ab! Da haben sich die Wanderschuhe mehr als rentiert!
      Zur Belohnung ging es nach dem Abendessen noch einmal ins Wasser. Der Campingplatz hat mittlerweile auch eine Rutsche an der Badestelle befestigt, die Mr. T. ausgiebig testete, nachdem er heute Mittag bereits seine Sprungfähigkeiten unter Beweis gestellt hatte.
      Eigentlich wollten wir noch zwei Tage auf dem Campingplatz bleiben. Da wir aber vorhin an der Rezeption erfahren haben, dass wir unseren Platz nicht mehr verlängern können, geht es bereits morgen weiter in Richtung Örebrö. Wie bei der letzten Tour werden wir erneut abends fahren und dann nachts frei stehen - man liest sich!

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    • 16. Tag: Eksjö, Einkauf und Umzug
      Das Programm des heutigen Tages fiel aufgrund der Hitze (33 Grad Celsius) und des Platzwechsels etwas weniger umfangreich aus.
      Nach einem Frühstück im Rondell (unsere Sachen waren schon verpackt) durfte Mr. T. noch einmal in den See. Anschließend stellten wir den Wohnwagen auf einem Parkplatz ab und fuhren nach Eksjö. Die Stadt mit den kleinen Gassen, niedlichen Geschäften (ein Karamellladen mit Karamell der zuvor nur flüchtig besuchten Fabrik) und einer schönen Kirche war zwar nett, aber niemand hatte wirklich Lust sich zu bewegen - allen voran die Kinder. Nach der Mittagspause auf einer Wiese fuhren wir deshalb Einkaufen mit der Hoffnung auf klimatisierte Einkaufscentren. Bei Biltema und den Supermärkten wurden wir fündig. Anschließend ging es wieder zum Wohnwagen und dann nach Nora in der Nähe von Örebrö, wo wir die nächsten Tage bleiben werden.

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    • 17. Tag: Es ist so heiß in Schweden (und Nora)
      A: "Wir fahren nach Schweden in der Elternzeit."
      B: "Was? Schweden? Das wäre nichts für mich. So kalt, Regen, die vielen Mücken..."
      A: "Ach, besser ein wenig kühl und etwas Regen, als die ganze Zeit so eine Affenhitze!"
      Tja, das war wohl nichts. In diesem Jahr brennt die Sonne über Schweden. Heute hatten wir schon um 8 weit über 20 Grad und gegen Mittag bis zum Abendessen über 30 Grad. Statt die üblichen Aktivitäten zu verfolgen ging es deshalb nur abwechselnd zum See und dann wieder in den Schatten. Manuelas sehnlichster Wunsch den Tag über waren dann auch zwei Tage Regen. Denn auch im Schatten war es eigentlich nicht auszuhalten. So konnten wir uns erst am späten Nachmittag dazu aufraffen doch noch nach Nora zu fahren (wir sind immerhin noch 2km Luftlinie von der Stadt entfernt...). Was für eine gute Entscheidung! Nicht nur, dass ein laues Lüftchen wehte, die Stadt ist auch wunderschön. Die schmalen Gassen und die Lage am See haben dabei fast etwas mediterranes, aber man spürt immer, dass man sich noch in Schweden befindet. Aufgrund der Hitze gönnten (die Kugel kostet in Schweden rund 2 Euro) wir uns auch das erste Eiscafe-Eis. Der Laden stellt täglich drei Sorten frisch her. Heute gab es Vanille, Erdbeer und Haselnuss. Sehr lecker und alle genossen das Eis. Die letzten Waffelreste teilten sich die Kinder. Zwischendrin fanden wir zudem noch einen Cache. Wenn nur die Hitze nicht wäre.

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    • 18. Tag: Alntorps Ö
      Von Nora aus kann man mit der Personenfähre MS Plaskus kostenfrei auf dem Norasjön zur Insel Alntoprs Ö fahren. Dies ist dem Umstand geschuldet, dass Noras Sägeblätterfabrik, der die Insel zuvor gehörte, diese 1926 an die Stadt vermachte. Einzige Auflage war damals, dass die Nutzung der Insel für die Öffentlichkeit kostenfrei sein sollte.
      So kam es, dass auch wir heute von der Möglichkeit Gebrauch machten. Auf der Insel - so hofften wir - würde das Wetter schon erträglicher sein und obendrein gab es vier Caches zu finden. Es stimmte beides. Zuerst besuchten wir den dortigen Trollwald. In diesem Waldstück sind viele kleine Trollhütten für die Kinder war aufgebaut und unser Großer war voll in seinem Element. Anschließend liefen wir zur Gendatenbank (viele verschiedene Apfelbäume), wo wir auch ausführlich picknickten. Sodann sollte es gemütlich am Wasser entlang zu den letzten beiden Caches gehen. Der Weg entpuppte sich jedoch als Trampelpfad, der mit dem mitgeführten Ulfbo (ultra faltbarer Bollerwagen) kaum befahrbar war. Egal: Augen zu uns durch. Wir mussten teilweise tragen, teilweise schieben und lange Pausen einlegen, aber wir kamen an. Genug Abenteuer für heute. Am Nachmittag ging es also zurück zum Wohnwagen und an lange in den See. Zum Abendessen ging es dann tatsächlich auch noch sehr kurz an zu regnen, so dass die Temperaturen nun erträglicher sind. Gute Voraussetzungen für den morgigen Tag!

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