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Autarkie - Umsetzung eines Traumes

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    • Autarkie - Umsetzung eines Traumes

      Das Thema autarker Wohnwagen wird ja nicht nur hier viel besungen. Doch die Aufwände hierzu sind meines Erachtens enorm. Deshalb stelle ich hier mal unsere Umsetzung vor. Gerne auch als abschreckendes Beispiel. Wir sind aber glücklich damit. :D :D :D

      Unser Ansatz ist, als vierköpfige Familie 3 – 4 Tage völlig autark zu stehen. Wir benutzen nie Sanitäreinrichtungen und brauchen Landstrom nur im Winter nach diesen 3-4 Tagen. Wir haben uns also einen Reisecaravan gebaut. Groß genug, damit wir ohne Vorzelt reisen (!) und leben können. Und unter „leben“ verstehen wir eben nicht klassisches Campen sondern „zuhause to go“. Dieser Unterschied ist - glaube ich - sehr wichtig.

      Wasser:
      Dazu haben wir einen 200 Liter Frischwassertank, zwei Toilettenkassetten, 150 Liter Abwassertank (isoliert und beheizt) sowie einen Alde- Durchlauferhitzer verbaut. Mit diesem Paket können wir ausgiebig heiß duschen. Wie zuhause eben. Gesamtkosten circa 2.500,- €

      Elektrik:
      Folgende Verbraucher haben wir an Bord

      I. Auf 12 V umgerüstet (Gesamtkosten circa 100 €)
      • -elektrische Zahnbürsten
      • -Rasierapparat
      • -LTE-Router
      • -Babyphone
      • -Bluetoothbox
      • -Ladegeräte für die gesamte Apple-Familie
      • -25 zusätzliche laufende Meter LED-Stripes
      II. 230 V (über Spannungswandler)
      • -Senseo
      • -Klimaanlage Truma Avanta comfort
      • -Wasserkocher
      • -Föhn
      Eingebaut haben wir 300 Ah Optima-Batterien, 2,5 kW Sinusspannungswandler, Ladebooster, 240 WP Solar. Gesamtkosten circa 4.000 €.


      Ich schreibe diese Zahlen mal auf, damit Interessierte sehen können, über welche Kosten man bei einer solchen Autarkie nachdenken muss. Das Gesamtsystem funktioniert brillant; ist aber auch scheiße teuer ;-(.
    • uwejetz schrieb:

      Wir haben uns also einen Reisecaravan gebaut. Groß genug, damit wir ohne Vorzelt reisen (!) und leben können. Und unter „leben“ verstehen wir eben nicht klassisches Campen sondern „zuhause to go“. Dieser Unterschied ist - glaube ich - sehr wichtig.
      Hallo @uwejetz, schön, noch einer. :prost:
      Wir haben gleiches vor, ab Jahresende, wir sind jedoch nur zu zweit.
      Aktuell sind wir noch am aufrüsten: FW=85l + 3 Kanister a' 46l (im Auto)
      Abwasser 80l, innenliegend;
      Elgena-Boiler
      ebenfalls zweite Toiletten-Cassette
      300Ah LiFePo4 Akku wird gefüttert von 750W Solaranlage
      Sinus-WR 1,7kW für Senseo und Co.
      Kühli läuft bei Stromüberschuss über 12V-Solarstrom.
      Kosten ges. so ca. 7500€ +3400€ für E&P-Stützen.
      Wohnwagenwert mal so eben verdoppelt. :D
      Ach so, nach Einbau des E&P haben wir gewogen.
      Mit allem drin und dran,was immer mitfährt, Tanks nicht gefüllt: 2,2to, haben also noch 300kg für Wasser und Klamotten, sollte reichen. :ok
      Vielleicht triff man sich ja mal. :w
      Allzeit gute Fahrt.
      mfg konny (Klaus)
      der Markisen Auf - und Abbauer vom Dienst.
    • matthias9898 schrieb:

      Interessante Zahlen, kannst Du auch mal wa zum Gewicht schreiben? Die Tanks sind ja nicht ohne...
      Ja, alleine die Batterien werden zusammen über 100 kg haben, die restliche Technik bestimmt mindestens 200 kg - dazu dann 200 kg Wasser - machen geschmeidig 500, Minimum.

      „Gepäck“ und Vorräte sollen sicher auch mit - weitere 100 kg. Mindestens!


      Welcher Wohnwagen soll den so viel Zuladung tragen können? Denn das ist ja längst nicht alles was mitreisen tut, vermute ich.
      Gas, Stromkabel, und die vielen kleinen Dinge summieren sich auch.




      Viele Grüße, Michael
    • Lappland schrieb:

      Welcher Wohnwagen soll den so viel Zuladung tragen können? Denn das ist ja längst nicht alles was mitreisen tut, vermute ich.
      Gas, Stromkabel, und die vielen kleinen Dinge summieren sich auch.
      Hallo @Lappland,
      bei uns waren se anfangs mal ca. 750kg Zuladung. Nach Einbau der gesamten Technik + Markise + Mover + E&P und allem was immer drin bleibt, also Campingmöbel, Pött und Pann, Spiele etc. bleiben bei uns noch besagte 300kg. Dass sollte, bei uns, für persönliche Dinge und die Tankfüllungen locker reichen. :w
      mfg konny (Klaus)
      der Markisen Auf - und Abbauer vom Dienst.
    • damfino schrieb:

      du hast wegen kleinerer Tanks und LiFePo4 schon mal gut 200kg weniger verbaut.
      Beim TE sind die 240W Solar etwas mau für die ganzen Verbraucher.
      Na ja, dafür aber zus. ein PPP 30Ah für den Mover, dreifache Solarausstattung + Resrverad.
      Dafür hat er aber die Möglichkeit sein Zugfahrzeug anders zu nutzen, als das bei uns der Fall ist.
      Aber du hast schon recht, für 4 Personen bin ich auch etwas skeptisch.
      Ich gehe mal davon aus, daß @uwejetz sich schon,seine Gedanken gemacht hat. Dieses Reiseverhalten bedarf schon einer umfangreichen Planung, wie wir ja auch festgestellt haben. :w
      mfg konny (Klaus)
      der Markisen Auf - und Abbauer vom Dienst.
    • Hi konny,

      Ok, 750 kg ursprünglich - davon hat der Ersteller des Fadens aber schon locker 600 kg für Technik und Wasser aufgebraucht.

      Und mit den verbleibenden 150 kg kommt er mit einer 4 köpfige Familie niemals aus, für Wäsche, Vorräte, persönliche Gegenstände, Toilettenartikel, Küchen Ausrüstung und die vielen anderen kleinen Dinge.


      Ich weiß was ich sage - denn zum einen hatten wir auch mal gut 150 kg Zuladung „frei“, nach Einbau der gewünschten Technik und fahrfertig, also mit vollem (50 Liter) Wassertank, gefülltem Toilettetank, Kabel, Gas, etc.).

      Davon bleibt, wenn meine Frau und ich auf Tour sind nichts über, eher haben wir ein paar kg zuviel dabei. Und es ist nicht wirklich viel was wir mitnehmen, die Staufächer würden deutlich mehr erlauben :w




      Zum anderen habe ich beruflich damit zu tun - ich habe, bei einem Räderhersteller arbeitend, schon so manche Reklamation von defekten Rädern abgelehnt, mit Hinweis darauf, das zum einen der vorhandenen Riss genau dem entspricht, was am Lebensdauerende gewöhnlich eintritt (und wenn Lebensdauerende schon nach 5000 km (oder auch manchmal eher) erreicht ist, ist von einer erheblichen Überlastung auszugehen.
      Des Weiteren habe ich schon häufiger den Kunden anhand ihrer Zubehörteile vorgerechnet, dass erlaubte Zuladung damit teils schon weitgehend ausgeschöpft ist, und kein „Platz“ mehr für die vielen Dinge ist, die gewöhnlicher weise mitgenommen werden.

      Meine Kollegin vom Vertrieb ist immer froh, wenn ich bei Gesprächen mit entsprechenden Kunden dabei bin, weil ich mich halt auch in der Camper-Scene auskenne.



      Viele Grüße, Michael
    • MX250 schrieb:

      damfino schrieb:

      Beim 200l Tank muss man dann aufpassen das der bei einer Vollbremsung nicht mit der Bodenplatte davonfliegt...
      Bei 200l würde ich mir nee Badewanne einbauen 8o
      OT: hatte Anno 1990 in den USA ein WoMo mit Sitzbadewanne :D War ein kleines 29ft A-Class, hatte ca 200l Wasser und 300l Benzin mit, für den Generator gab's in der Küche einen Startknopf, gleich neben der Mikrowelle.
      War aber ein 7.5t Fahrgestell.
    • Lappland schrieb:

      Zum anderen habe ich beruflich damit zu tun - ich habe, bei einem Räderhersteller arbeitend, schon so manche Reklamation von defekten Rädern abgelehnt, mit Hinweis darauf, das zum einen der vorhandenen Riss genau dem entspricht, was am Lebensdauerende gewöhnlich eintritt (und wenn Lebensdauerende schon nach 5000 km (oder auch manchmal eher) erreicht ist, ist von einer erheblichen Überlastung auszugehen.
      Des Weiteren habe ich schon häufiger den Kunden anhand ihrer Zubehörteile vorgerechnet, dass erlaubte Zuladung damit teils schon weitgehend ausgeschöpft ist, und kein „Platz“ mehr für die vielen Dinge ist, die gewöhnlicher weise mitgenommen werden.
      Welche Lebensdauer soll den ein Wohnwagenrad/Felge haben. 5-10tsd. sind ja nicht gerade viel. Oder soll man mit einem Wohni garnicht groß reisen ?
      Ist ja schön , daß hier jemand vom Fach ist. Wir planen gerade eine Dauerreise von x Jahren, Wieviel Reserveräder sollte ich den da mitnehmen? ;(
      mfg konny (Klaus)
      der Markisen Auf - und Abbauer vom Dienst.
    • Hi konny,

      Wenn die Räder nicht überlastest werden, sollten 150 tkm kein Problem sein.

      Bei dem genannten Fall mit den nur 5000 km Lebensdauer hatte der Kunde 800 kg Tragfähigkeit Räder reklamiert, die auf einem Wohnwagen genutzt wurden der für 1600 kg gebaut, und direkt nach Kauf auf 1700 kg aufgelastet würde. Die Räder wurden nicht getauscht.
      Anhand des vom Kunden genannten Zubehörs (um ein paar Dinge zu nennen: mover, Markise, große Bleibatterie, Solaranlage etc.) konnte ich dem Kunden schlüssig nachweisen, dass sein Wohnwagen ohne jede persönlichen Dinge (Wäsche, Bettwäsche, Toilettenartikel/Hygieneartikel, Vorräte, Küchengeschirr/Töpfe, Campingmöble, Fahrräder (für den montierten Fahrradträger) etc. schon knapp 1680 kg wog - wenn ich die Dinge, die üblicherweise mitgenommen werden, aus eigener Erfahrung 75kg, veranschlagte, ist er ohne die Fahrräder schon bei gut 150kg Überlastung für das Fahrgestell (2 Personen als Nutzung angenommen) und 250 kg für die Räder - mit zwei Fahrrädern sogar bei mindestens 300 kg für die Räder.

      Wie ich hier schon häufiger geschrieben habe, sind nicht immer nur die Reifen zu betrachten, sondern auch die Räder, die Überlastung übel nehmen.

      Und, wie ich kürzlich noch geschrieben habe, sind die Tragfähigkeiten der Räder meist noch geschönt, bzw. Es werden niederigere Anforderungen an sie gestellten, als Zubehör-/Anhängerrad wobei doch das Belastungskollektiv sogar noch höher ist, wie bei einem Pkw. Das genannte 800 kg Rad, war als Pkw Rad für 650 oder 675 kg konstruiert, und werden technisch nicht verändert als Anhängerrad.
      Allerdings sind für den genannten Fall auch die Lebensdaueranforderungen als Pkw Rad recht hoch gewesen.
      Trotzdem ist da bei der „Auflastung“ nicht mehr viel Spielraum drin, und schon bei geringer Überlastung Versagen die Räder vorzeitig.



      Viele Grüße, Michael