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Lago di Caldonazzo und Laguna di Venezia oder Corona macht es möglich, wir gehen fremd und fahren nach Italien

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    • Lago di Caldonazzo und Laguna di Venezia oder Corona macht es möglich, wir gehen fremd und fahren nach Italien

      Ich stelle uns mal kurz vor- wir sind eine Familie mit 2 Kindern, 2 und 5, eine kleine Diva und ein etwas größerer Erbprinz. :P Unterwegs mit einem Hobby 560kmfe, teils mühsam geschleppt vom tapferen Seat Alhambra 140TSI ;)
      Eigentlich sind wir Frankreichurlauber- ein altes Erbleiden. Und für 4. bis 25.9. war der Urlaub in der Provence und am Mittelmeer geplant. Doch schon ab Anfang August schwante uns Böses, im Westen zuviel Neues, v.a. Covid. Der Kopf sagte: lasst es, das Herz: könnte noch klappen. Aber die Provence wurde Risikogebiet und die Entwicklung der Covidzahlen im restlichen infrage kommenden Frankreich ließ keine andere Wahl- Frankreich ade, es musste eine Alternative her.
      Und da ein Forenmitglied mit einem mehr beiläufigen Kommentar uns aber sowas von den Urlaub gerettet hat, habe ich mich entschlossen, einen Reisebericht zu verfassen, vielleicht kann ja dann auch einmal jemand etwas damit anfangen.
    • 4.9. Es geht los.

      Nach einem etwas kürzeren Arbeitstag unseres Vatertiers und abschließenden Räum- und Wiegemaßnahmen starten wir am Freitag am frühen Nachmittag in Richtung Süden. Mäßig euphorisch fahren wir auf die wenig geliebte, aber umso befahrenere A8 zwischen Stuttgart und Ulm. Wider Erwarten geht es bis zum Tunnel kurz vor dem Drackensteiner Hang gar nicht so schlecht, den Albtrauf hinauf jedoch das übliche ruckelnde Gewürge, das wie so häufig keinen erkennbaren Grund hat und daher umso nervender ist. Die Kurze macht das dringend benötigte Nickerchen und der Große hat Freude an der millionsten Bullerbü-Session, garniert von den Baugerätschaften des berühmten Bahnprojekts Stuttgart-Ulm :P .
      Auf der dreispurig ausgebauten Strecke lässt es sich besser fahren, die 85kg Stützlast lassen den Wohnwagen auch bei temporeichem Überholverkehr freundlich auf der Straße liegen.
      Wir verlassen die A8 und fahren durch Ulm, um dann die A7 völlig entspannt und gemütlich entlang zu rollen. Das Nickerchen auf der Rückbank hält an und in Bullerbü ist schon zum zweiten Mal Weihnachten...
      Bevor meine Wenigkeit eine allergische Reaktion auf die Namen Lisa, Lasse, Bosse oder Ole bekommt, erreichen wir den CP Hopfensee, wo wir für die kommende Nacht reserviert haben. Beim Anhängen fällt auf, dass der Heckträger mit den 3 Rädern nur noch an einem Halter hängt, der andere hat sich irgendwie losgerüttelt. Puh - Glück gehabt. Es stellt sich heraus, dass im Eifer des Abreisegefechts keiner mehr daran gedacht hat, die Trägerschrauben nach dem Beladen nachzuziehen... :anbet:
      Nachdem alles wieder gerichtet ist, stellen wir schnell Tisch und Stühle auf, machen bei herrlichem Wetter noch einen Abstecher an den See, bestaunen den beginnenden Sonnenuntergang und stärken uns dann mit Kässpätzle und Spaghetti, die wir uns aus dem Platzrestaurant holen.
      Ziemlich kaputt gehen Mama und Kinder ins Bett, während der Vater noch eine Halbe genießt. :prost:
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    • 5. 9. Und weiter geht es.

      Unsere Familie besteht aus Langschläfern - und so hebt keiner vor 8 den Kopf vom Kissen und dann tue das auch nur ich ;) .
      Auch das zusammenraffen der Duschutensilien stört keinen und so husche ich schnell ins komplexe Sanitärgebäude - es ist noch recht frisch. Ein schneller Blick ins Kindersanitär - sieht schön aus, wird aber heute nicht benötigt. Katzenwäsche wird im Wohnwagen erledigt. Aber vielleicht kommt man ja für einen längeren Aufenthalt wieder.
      Kurzes Anstehen an den Damenduschen, macht aber nichts, es ist geheizt und schön warm. Die heiße Dusche am Morgen ist für meine Laune fast so wichtig wie der Kaffee :P und ich habe echt Glück - den ganzen Urlaub über wird es immer ausreichend warm von oben herab rieseln. :ok
      Zurück am Wohnwagen ist zumindest schon Leben zu erkennen und in geübter Elternmanier macht einer Frühstück und der andere versucht, die reisefiebrig aufgedrehten Kinderle in die Klamotten zu stopfen, wobei erfahrungsgemäß die Mitarbeit nicht unbedingt mit dem Alter korreliert :whistling: Und so löffelt das Fräulein schon Müsli, während der Bruder mit den Socken und den Härten des Lebens kämpft ;) Da wir draußen sitzen und auf der Nachbarparzelle auch noch die Hecke gestutzt wird, droht der Junior zu verhungern - er kann nicht gleichzeitig essen und gucken...irgendwie schafft er es dann und nun geht es an aufräumen und Stühle einpacken und diesmal werden die Schrauben am Fahrradträger extra fest angezogen.
      Noch vor 11 - für andere ein Alptraum - für uns eine gute Zeit- schlängele ich das Gespann zur Ausfahrt. Ärgerlicherweise gibt es eine Menge Camper, die den Hinweis, in den Ferien nicht vor 11.30 Uhr anzureisen, ignorieren und so stauen sich in der schmalen Zufahrt über den gesamten öffentlichen Parkplatz bereits die wartenden neuen Gäste. Das nicht ganz kurze und auch nicht schmale Gespann kommt unter dem Fluchen der Fahrerin gut durch - aber es ist nervig und unnötig. Und nee nee, keine Diskussion über die Breite - das passt schon. :P
      Die Zufahrt zum Fernpass verläuft im Stop-and-go, wobei das hätte schlimmer sein können. Auf der Rückbank wird ein bisschen genörgelt, aber Kinderlieder und Produkte des Goldbären sorgen für Entspannung. Die Fahrt über den Fernpass macht mir Spaß, dem Alhambra nicht ganz so, aber er schlägt sich tapfer. Der Anlauf zum Brenner wird mit einem schlafenden und einem Hörbuch-hörenden Kind - heute ist Pipi Langstrumpf dran - bewältigt. Beim Anfahren nach dem Mauthäusle wünsche ich mir mal wieder ein anderes Auto :D Kommt Zeit, kommt Zugfahrzeug :0-0:
      Bergab fängt es an, ätzend zu werden, das Getucker hinter den LKW, die mit teils 60 über die Spur schleichen, lässt einen mit dem Gedanken spielen, das Überholverbot zu ignorieren. So manch einer wird schwach, meine Schwabenseele will das mögliche Bußgeld sparen und bleibt standhaft :P Leider sind die Rastplätze völlig überfüllt und noch dem 5. oder 6. vergeblichen Anlauf geben wir es auf, wechseln nur kurz den Fahrer und veranstalten eben eine Krümelparty im Auto :whistling:
      Die Kleine ist ab Brixen schlechter Laune, vermutlich war es keine tolle Idee, den Inhalt der Trinkflasche mit Wonne in den Sitz zu spritzen. Egal, da kann man jetzt nichts machen. Der Große kann mit Burgenzählen eine gewisse Zeit noch bei Laune gehalten werden. Bevor auch die Eltern keine Lust mehr haben, verlassen wir die Autobahn und schlängeln uns die letzten Kilometer zum Lago di Caldonazzo.
      Den Campingplatz Mario village haben uns Freunde empfohlen. Nach den coronabedingt etwas ausführlicheren Formalitäten steuern wir unseren Stellplatz an - direkt neben dem Pool. Oh weh. Wir haben es gerne ruhig. Bevor wir abhängen, gehe ich zur Rezeption zurück und siehe da, wir haben Glück, durch eine frühere Abreise ist noch ein ebenso großer, ok, riesiger 150qm messender aber deutlich ruhigerer Platz frei und schwupps stehen wir darauf. Nach dem üblichen Ausrichten geht unser Papa Pizza holen, ich richte Stühle und Geschirr und dann herrscht gefräßiges und zufriedenes Schweigen.
      Da wir Herausforderungen lieben - oder einfach bekloppt sind - nehmen wir kurz vor der Dämmerung noch den Vorzeltaufbau in Angriff, die Kurzen sind ohnehin aufgedreht und nicht bettreif. Das Unterfangen gelingt und auch dieser Abend sieht uns mehr oder minder kollektiv in die Schlafsäcke kriechen.
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    • Schön, dass es euch gefällt ^^ dann will ich mal weitermachen.

      6.9. Erster "richtiger" Urlaubstag

      Wie eigentlich immer, wenn es kein festes Programm gibt, starten wir gemütlich in den Tag. Zeitdruck und Gewusel haben wir ja im Alltag genug....
      Die kleine Wahnsinnsaktion vom Vorabend, das Vorzelt noch aufzubauen, entpuppt sich im Nachhinein als großartige Idee, denn als wir einen Blick aus dem Fenster werfen, zeigt sich eine gewittrige Wetterlage, es tröpfelt ein paar wenige Minuten und wir beglückwünschen uns beim Frühstück zu unserem überdachten Freisitz ;)
      Die Kinder haben ein kleines Defizit - nach 2 Tagen ohne Spielen und so schiebt der Große eifrig seinen Fuhrpark von siku durchs Gras - assistiert oder gestört von der kleinen Schwester, wer weiß, die Grenzen sind hier fließend :P Während mein Mann sich dem Geschirrspülen widmet, bestücke ich das Vorzelt mit dem Schuhschrank, Klappkiste usw. stelle den Wäscheständer ins Freie und ergebe mich für eine Zeit dem Hin- und Herräumen.
      Unsere Kinder sind angenehmerweise sehr ortständig - ist einer von uns Eltern am Wohnwagen, sind die Kinder auch da - und so kann man auch die Kleine gut mal allein ins Freie lassen, sie geht nicht stiften. Der Große ist ohnehin vom Stamme "Vorsicht" und benötigt eher mal einen sanften Schubs, um sich etwas zu trauen.
      Eigentlich hatten wir eine Stadtbesichtigung in Trient angedacht, aber der Gedanke, heute schon wieder die Kinderlein disziplinieren zu müssen, damit alle heil und beieinander bleiben, löst bei mir nur mäßige Begeisterung aus und so ändern wir den Plan und machen die Räder startklar. Mittlerweile ist es kurz vor Mittag. Nach einem späten Frühstück mit Ei und sehr viel Nutella-Brötchen ( böse aber lecker :_whistling: ) bekommt von den Kindern so schnell keiner Hunger. Da unsere Kleine ohne Mittagschlaf noch nicht zurecht kommt, legen wir Fahrten usw. ohnehin wenn es geht auf die Schlafenszeit- alle Eltern wissen ja, was passiert, wenn das Kind zur falschen Zeit schläft
      Es soll das westliche Seeufer entlang nach San Cristoforo gehen, eine Strecke, die der 5-jährige auf seinem 16-Zoll-Rädle wohl gerade so wird bewältigen können. Wir haben uns zwar eine Tandemhilfe zum Abschleppen besorgt, die muss aber noch montiert werden und so fahren wir eben ohne los. Die Kleine sitzt im Hänger und gerät bei jedem Hund in Verzückung, der Große in Panik.... 8)
      Es ist Samstag und die in als Einbahnstraße geregelte Strandstraße von Caldonazzo entsprechend befahren, zwar alles langsam und recht diszipliniert, aber bis ich den Sohnemann da durchmanövriert habe, bin ich eigentlich schon wieder reif für den nächsten Kaffee. :whistling: Dann können wir direkt am See entlang, es bleibt eine Herausforderung, das Kind zwischen den Fußgänger und dem Gegenverkehr hindurchschlängeln - die kindliche Neugier tut das ihre.... es soll ja ungemein hilfreich sein, beim Fahrradfahren NACH VORNE zu schauen :S
      Die Orte Caldonazzo und Calceranica al Lago gehen am See ineinander über. Die Architektur der zahlreichen Ferienhäuser ist eine Mischung, teils alpin, teils auch schon recht mediterran. Manches ist schon älter, aber nicht heruntergekommen, alles in allem wirkt es sehr authentisch, man hat nicht den Eindruck, durch eine herausgeputzte Ferienkulisse zu radeln. Das Wetter bleibt unverändert gewittrig, es ist aber angenehm mit ca. 22 Grad.
      Unsere Geschwindigkeit bemisst sich übrigens nicht in km/h, heute reicht es nur für m/h, denn mittlerweile haben wir immerhin den Camping Peninsola Verde erreicht, den wir eigentlich bergan umfahren müssen, um weiter zu kommen. Zuerst muss aber auf dem schmalen Uferpfad, der am Rand des Campingplatzes entlang führt, eine "Erkundung" durchgeführt werden, schließlich kann man da Angler sehen und Fische usw. usw. ;) Wunderbarerweise mündet auch noch ein kleiner Bach in der Nähe in den See und die kindliche Glückseligkeit ist vollkommen, fließt doch das Wasser über reichlich große Steine und bildet kleine Tümpel und Wasserfälle und v.a. es rauscht ganz wunderbar. Nachdem einige Steine mit sattem "Plopp" von den Kindern versenkt wurden, drängen die grässlichen Elterntiere zur Weiterfahrt.
      Den Berg hinauf, um die Brücke über den Bach zu erreichen, muss das Kinderrad geschoben werden, danach geht es mit Schwung wieder an das Seeufer hinab, am Sportplatz vorbei und neben der Bahnlinie wieder. Ein Zug kommt nicht, auf der daneben verlaufenden Straße ist jedoch etwas Verkehr, vor allem Campinggahrzeuge aller Art. Das stört jedoch nicht weiter, die Kurze hat endlich die Augen zu gekappt und dem Großen gelingt es auch einigermaßen, die Spur zu halten. Auf einer Holzbrücke, die den Radweg am schmalen Seeufer bildet, halten wir an, schauen ins Wasser und genießen den Blick über den See- Wolken hin oder her. Dann geht es weiter bis zur spiaggia libera di valcanover. Der hübsche Kiesstrand und die schöne Wiese lassen den Junior nach einer Pause verlangen, der wir auch nicht abgeneigt sind, schließlich ist auch die Aussicht schön. Also wird die schlafende Kleine neben einer Bank geparkt und der Vater zieht davon, ein Eis zu besorgen. Kaum ist er außer Sicht, schlägt das kleine Fräulein die Augen auf. Also schnell per Handy noch ein Eis geordert, die Wartezeit wird noch mit ein paar Keksen überbrückt und dann wird geschleckt, dass es nur so klebt :P
      Als alle Kinderfinger wieder zuckerfrei sind, werden noch mal ein paar Kiesel ins Wasser geworfen und dann soll es eigentlich weitergehen. Eigentlich. Wenn da nicht dieser tolle Stock im Wasser schwimmen würde. Und ehe ich es überhaupt kapiere, was da gerade passiert, stapft der Junior in voller Montur, Hose, Turnschuhe und Socken, in den See, um seiner Schwester den tollen Stock zu holen 8o nette Geste- eigentlich. :lol:
      Da aber aus Hose und Schuhen nur so das Wasser tropft, ist an die geplante Weiterfahrt nicht zu denken. Sich groß aufzuregen bringt ja auch nichts mehr, die Kinder lachen sich ohnehin schlapp. Also werden die Socken und Schuhe ausgezogen, der Fischer auf den zweiten Sitz im Hänger verfrachtet, der Hänger an Mamas Rad gehängt und Vaddern klemmt sich das Kinderrad unter den Arm. So ausstaffiert radeln wir nach Süden zurück, und trotz der etwas ungünstigen Lastenverteilung sind wir schneller als auf dem Hinweg :D .

      So. Lassen wir also die Socken trocknen. Mit dem Rest des Tages und den Bildern geht es dann später weiter.

      :w
    • schön, dass noch mehr unserem Familienurlaub folgen! Und so:

      6.9. Zweiter Teil

      Nachdem also die Klamotten und Schuhe zum Trocknen aufgehängt, bzw. ausgestopft sind, dürfen die Viecher von duplo auch mal auf die Wiese und die Kinder spielen, einigermaßen friedlich, bis ihr Vater sich an die Montage der Abschleppvorichtung für den Junior macht. Dann bieten sie unaufhörlich ihre "Hilfe" an, was den Arbeitsvorgang in keiner Weise beschleunigt, dafür aber um das schöne Spiel des Schraubenschlüsselsuchens ergänzt :P Recht mitleidlos beobachte ich amüsiert das Treiben. Mit diesen Hilfskräften bereite ich ja schließlich täglich das Mittagessen zu usw., da muss jetzt halt auch mal der Papa durch ;)
      Als das Abendessen fertig ist, rumpelt es dann schon mehr und die Wolken, die sich heranschieben, werden immer tiefer und dunkler, es beginnt zu regnen. Macht aber nichts, Vorzelt zu, Töpfe auf den Tisch und schon ist alles warm, trocken und gemütlich.
      Es folgt dann das übliche Prozedere, Kinder ins Bett, Spülen und endlich ein bisschen Ruhe :D


      Fortsetzung folgt zeitnah, je nach Laune und Prügeleiindex des Nachwuchses.... :undweg:

      viele Grüße, Judith



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    • Hallo,
      toller Bericht, dort standen wir mal zur Zwischenübernachtung ....
      Aber wie es scheint lohnt sich auch eine längere :ok Verweildauer
      lg Hilke ( mein Mann wundert sich immer über die Wechselkleidung im Rucksack- sogar noch für die 11 jährige)
      :anbet:
    • ...die Hilfsangebote kennen wir nur zu gut :whistling: :D Dann sind wir gespannt auf die Fortsetzung. Schöne Gegend, nehmen wir mal gleich mit auf ;)
      viele Grüße,
      YaSa
      2019: Piantelle, MdV, Berghof, Garden Paradiso, ...
      2020: Las Dunas, Strandcamping Podersdorf, Drei Länder Camping Lörrach, MdV ... :undweg:
    • Hab zwar keine Kinder, aber auch viele fleißige Helferlein, und kann das somit gut nachvollziehen, wie frau in ihren täglichen Arbeiten "ausgebremst" wird hihihi

      Schöner Bericht, tolle Fotos, amüsant geschrieben - bleibe auch dabei! :ok
      Grüßle von Trinity :w
      Faß an die Schwierigkeit - so wirst Du sie besiegen!
    • 7.9 Ein Regentag



      Der Wetterbericht hatte schon vorgewarnt und so kam es dann auch, am Montagmorgen duscht es vom Himmel herab, so dass man sich bequem noch mal auf die andere Seite dreht. Es ist auch recht kühl, so dass wegen der Kinder das Frühstück in den Wohnwagen verlegt wird - wieder einmal freue ich mich an dem für uns so wunderbaren Grundriss unserer Feriendose. Die Abfütterung der Raubtiere geht ohne größere Milch-Überschwemmungen über die Bühne, dann wird das untere Stockbett hochgeklappt und allerhand gebaut und herumgefahren. Das trübe Wetter macht nicht gerade munter, die Kleine verlangt recht bald nach einem Schläfchen, die Mama beteiligt sich gerne. Danach wird eine Kleinigkeit gegessen, allmählich ist die Außendusche dann auch beendet und die Wolken werden lichter.
      Wir müssen allmählich noch ans Einkaufen denken, die Kinder sollten gelüftet werden und so verfahren wir nach dem Motto "Getrennt marschieren...etc." Ich bewaffne mich mit den Einkaufutensilien - habe ein unfassbares Talent dafür, den Einkaufszettel noch vor dem Einkauf, aber spätestens im Supermarkt, mehrfach zu verlieren - und bilde das Ein-Frau-Team "Nahrungsbeschaffung", während der Vater die Kinder in Hosen und Gummistiefel stopft und einen Spaziergang in die nahegelegenen Apfelplantagen unternimmt - Äpfel stehen bei allen immer hoch im Kurs.
      In der Nacht war die Heizung an gewesen, der Kühlschrank zuvor schon knapp 3 Wochen auf Gas gelaufen, die Heizung im kalten Juli in Betrieb gewesen, kurz, die eine 11kg-Aluflasche war leer. Da ich ein Vorsorgefanatiker bin, war es unvorstellbar, noch knapp 3 Wochen mit nur 1 Flasche zum kühlen, kochen und Heizen auszukommen - was wäre wenn....? ;) Also frage ich an der Rezeption nach Tauschmöglichkeiten, erwartungsgemäß gibt es die nicht, aber einen lizenzierten Gashändler in der Nähe, der bereit ist, die Flasche wieder zu füllen. Den werden wir in den nächsten Tagen ansteuern. Mein Mann hat Bedarf an langen Kabelbindern und noch anderem Kleinkram aus dem Baumarkt und so düse ich nach Trient, ist ja nicht weit, um Baumarkt und Supermarkt zu besuchen. Klappt alles prima, zum Glück aber habe ich meinen eigenen Orientierungssinn und beherrsche die Verkehrsregeln - würde ich mich am Navi orientieren, würde ich sämtlich Einbahnstraßen in die verkehrte Richtung befahren :xwall:
      nach etwas mehr als 2 Stunden bin ich wieder am Campingplatz, Vater und Kinder sind auch gerade zurückgekehrt. Wir schlendern noch ein bisschen am Seeufer entlang, bevor der Herd angemacht wird und das Abendessen auf den Tisch kommt.
      Das Abendritual gleicht dem des Vortags doch recht genau und wir freuen uns auf den nächsten Tag - das soll dann auch die Sonne scheinen.



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    • So schlimm ist der Klein-Männerschnupfen nicht- weiter geht's.

      8.9. Heute wird geradelt

      Der Morgen ist sonnig und nur hübsche Schönwetterwolken steigen in der sich langsam erwärmenden Luft an den Berghängen auf.
      Auf dem Weg zur Dusche gönne ich mir ein paar Minuten, um den Anblick zu genießen. Bevor es aber an den Haxen zu frisch wird, erliege ich dem Lockruf der heißen Dusche :whistling:
      Aus Coronagründen und weil es mit den Kids komfortabler ist, haben wir uns ein Privatbad gegönnt. Es stellt sich zwar heraus, dass es sich um ein umfunktioniertes Bad für Körperbehinderte handelt- aber so muss ich die Duschschlacht mit den Kindern nicht bekleidet über mich ergehen lassen :P Und der Raum ist morgens schön warm :thumbsup:
      Nach dem mal wieder ausgedehnten Frühstück verstauen wir den üblichen Kleinkram in Satteltaschen und Fahrradanhänger und radeln zum Lago di Levico. Der Junior fährt den Hinweg selbstständig, was die Fortbewegung nicht merklich beschleunigt, ist aber egal, wir haben ja Urlaub und trainieren nicht für den Giro.
      Da muss ich jetzt ein bisschen sticheln und anmerken, dass es in meinen Augen eine Unart ist, wenn E-Bike-Fahrer jeden Alters auf ebener Strecke wie die gesengte Sau daherrasen und es dem vorausfahrenden Normalradler überlassen, sich aufgrund des Laufgeräusches der breiten Reifen in Sicherheit zu bringen. Eine Klingel zu bedienen und umsichtig zu fahren, scheint irgendwie out zu sein :motz: Ich weiß, es gibt auch andere, aber das war auffällig....
      So zurück zum Thema.
      Wir radeln also durch wunderbare Apfelplantagen, die Äpfel sind reif, man kann den Apfelduft riechen und die Früchte hängen in allen Farben an den Bäumen, von hellgrün bis tiefrot/violett. Das ein oder andere Fallobst wird aus dem Gras gehoben und probiert. Der Sohnemann ist glücklich, denn es sind viele kleine Traktoren mit den geernteten Äpfel im Hänger unterwegs. Traktoren und landwirtschaftliche Maschinen im allgemeinen sind seine große Leidenschaft und hier kommt er voll auf seine Kosten. Die kleine Schwester schläft im Hänger und die Eltern genießen das tolle Wetter und die schöne Landschaft.
      Der Radweg ist gut ausgeschildert und so erreichen wir ohne größere Probleme Levico terme. Gleich nach dem Ortseingang geht der Weg zum See ab, wir radeln einen Bach entlang, an dessen Ufer ein Campingplatz liegt. Der Radweg führt noch - oh Knabenseligkeit- an einer geschäftigen Baustelle vorbei und führt uns dann zu einer Art öffentlichem Strandbad mit großen Liegewiesen, Picknicktischen, Imbiss und Spielplatz am Ufer des Lago di Levico.
      Ich bin beeindruckt, wie die Menschen hier mit den Corona-Regeln umgehen. Zwei junge Frauen sitzen nebeneinander im Gras und unterhalten, beide tragen, obwohl nicht vorgeschrieben, eine Maske. Da es Werktag ist und gerade Mittag, ist es noch nicht sehr voll, es kommen aber zunehmend Familien und jeder, aber wirklich jeder achtet bei der Auswahl des Liegeplatzes auf den Abstand zu den nächsten, ebenso beim Gang ins Wasser. Es ist zwar so viel Platz, dass das nicht weiter schwer fällt, trotzdem habe ich den Eindruck, dass alle sehr aufmerksam sind. Ich fühle mich hier deutlich wohler als wenige Wochen zuvor am Bodensee...
      Im Schatten der großen Bäume ist es dann doch ein bisschen kühl, auch hier naht der Herbst und wir genießen die wärmende Sonne, essen eine Kleinigkeit und halten zumindest die Füße ins Wasser. Vater und Kinder sind Warmbader und auch ich habe nach dem kühlen Wetter gestern kein Verlangen nach einem Sprung ins Wasser.
      Mit größeren Kindern oder ganz ohne Nachwuchs würden wir jetzt sicherlich das weitere Seeufer erkunden, so aber radelt unser Papa in den Ort zur Erkundung und ich spiele mit den Kindern im Gras - sie sollen ja auch ein bisschen Spaß haben und nicht nur herumgekarrt werden.
      Kurz bevor sie mir vor lauter Gaudi völlig herunter-geturnt haben, kommt der Vater zurück und dann erfolgt die Abschlepp-Premiere des Sohnes auf seinem kleinen Rad. Die Herren haben zuvor auf dem Campingplatz geübt und fahren nur sicher und wackelfrei davon, während ich das Mädel im Hänger ans Rad hänge und hinterherstrample. Von hinten wird gefordert, ich möge schneller fahren - so stellt sich der laufende Noch-nicht-mal-Meter das zumindest vor. Jetzt zeigt sich der Vorteil der Tandemlösung - obwohl es eher bergan geht und ich mit dem Hänger nicht die schnellste bin, schaffen wir den Rückweg deutlich rascher als die Hinfahrt, was ja auch der Sinn der Übung war.
      So bleibt uns dann nämlich noch Zeit, in den Swimmingpool des Campingplatzes zu hopsen. Es ist bereits gegen 16 Uhr, im Schatten fängt es an, zumindest in nasser Kleidung, etwas kühl zu werden.
      Der Poolbereich ist für die Größe des Campingplatzes nicht sehr groß, die Liegen sind zwar corona-gerecht platziert, trotzdem möchte ich zur Stoßzeit da nicht hin, das gibt am Poolrand und im Wasser sicher ein feines Gedränge. Da der Pool beheizt ist, hat das Wasser fast Badewannentemperatur, die Kinder finden es toll, mir ist es zum Schwimmen fast zu warm, aber dann dümpel ich halt auch einfach gemütlich durch das Becken und freue mich, dass es uns so unverschämt gut geht.
      Um nicht mit dem Duschen zu sehr in die Abendkühle zu kommen, verweilen wir nicht zu lang und scheuchen dann die Bademantelmonster unter die Dusche. Danach sind sie schon recht müde, was zu einem Abendessen mit etwas alternativen Tischsitten führt :whistling: , die wir Eltern aber gefasst ertragen, irgendwann ist das Disziplinpotential dann doch ausgeschöpft. Die Aussicht auf ein Eis verhindert schlimmeres und so brechen wir kurz vor Sonnenuntergang auf, um uns an der nahegelegenen Eisdiele mit einem Nachtisch zu versorgen. Der Sonnenuntergang ist nicht der allerhässlichste ;) und so genießen wir den Ausklang dieses Tages - bevor wir uns dem Abwasch einerseits und dem Zu-Bett-bringen der Kinder andererseits widmen ;) 20200908_093100_compress26.jpg


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      Ps: den Rest der Bilder muss ich erst noch passend machen...