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Lago di Caldonazzo und Laguna di Venezia oder Corona macht es möglich, wir gehen fremd und fahren nach Italien

    • 9.9. Ein Badetag

      Man macht ja nicht Urlaub direkt am See, ohne auch mal einen Tag am Wasser verbracht zu haben. Und so stehen für den heutigen Tag Badehose und Schwimmring auf der Kleiderordnung. Das alles aber nicht, ohne gepflegt gefrühstückt zu haben, man will ja nicht sofort wieder den Rückweg antreten müssen, nur weil einen schon wieder der Hunger plagt... ;)
      Und so beladen wir den treuen und belastbaren Fahrradanhänger heute in seiner Funktion als Kinder- und Lastenwagen. Nee, der Weg ist nicht so weit, aber die kürzesten Beinchen der Familie sind halt nicht die schnellsten und Mama und Papa, die Mängelwesen, haben doch jeder echt nur 2 Arme und können nicht alles schleppen, Skandal! :P Die fortgeschrittene Jahreszeit erlaubt auch heute den Aufenthalt in der Sonne, ohne dass es einem das Hirn aus der Schale kocht. Nach der wunderbaren Schlacht mit Schwimmwindeln, Sonnencreme, Schwimmsport für Groß und Schwimmring für Klein, Badehosen an usw. usw. Kommen wir tatsächlich mit dem Seewasser in Berührung, meinen Frostbeulchen ist es allerdings rasch zu kalt und so geht die Prozedur mit nasse Badesachen ausziehen, trockene an, nochmal bisschen eincremen geradewegs weiter. Oh, was Ist Urlaub mit so kleinen Piraten doch erholsam! :lol:
      Doch dann, bewaffnet mit je 1 Schaufel, Eimer und Sieb beginnen sie - oh Wunder- friedlich und freundlich - aus dem Kies Mauern und Tümpel zu erschaffen, mit einer Geduld und Ausdauer, die es den Eltern ermöglicht, tatsächlich ein paar Minuten einfach dazusitzen, Kinder und Panorama zu genießen und etwas zu entspannen. Jedoch, Obacht, die Ruhe währt nicht lange:" ich habe Hunger" ist von der Baustelle zu vernehmen und so macht sich der Vater auf den kurzen Weg zum Wohnwagen, um Salamibrot zu fabrizieren und Mama wärmt die doch recht ausgekühlte kleine Maus auf, die nach eigenen Angaben "fertig batoniert" hat.
      Alles wendet sich nun erst einmal der Nahrungsaufnahme zu, dann muss der Vater Hand anlegen, um das Bauwerk der Kinder entscheidend zu verstärken, bzw. vor dem allzu raschen Einsturz zu bewahren. Irgendwann ist genug Kies geschaufelt und wir schnappen uns die Rettungswesten der Kinder sowie die Masken für die Eltern und steuern den nächstgelegenen Bootsverleih an und mieten uns ein Tretboot. Auf meinen Wunsch mit Rutsche - man will ja auch mal ein bisschen Spaß haben :D :D
      Vom Wasser aus hat man einen schönen Blick auf die Berge, die von der Nachmittagssonne angestrahlt werden, dass Seewasser ist herrlich sauber und hat eine tolle Farbe und ich sause zu meiner Gaudi und der Panik der kleinen Tochter ein ums andere Mal in den See ^^
      Viel zu rasch ist die Fahrt zu Ende und wir klettern wieder an Land. Ein bisschen wird noch am Seeufer gespielt und dann muss das ganze Geraffel wieder verpackt und zurückgekarrt werden. Als alle Badehosen und sonstigen Teile aufgehängt sind, folgt das allgemeine Duschen - v.a. das Haarewaschen ist bei Kindern bekanntermaßen ja immer sehr beliebt. :lol:
      Es bleibt noch die Speisung der Truppe komplikationsarm über die Bühne zu bringen, bevor wir uns wieder auf den Weg zur Eisdiele machen. Am westlichen Himmel ziehen flächige Wolken auf, das mit dem Sonnenuntergang ist heut nichts und man ahnt bereits, dass der morgige Tag kein so prächtiges Badewetter bieten wird. Egal, das Eis schmeckt wunderbar und ich wollte ohnehin dringend mal wieder auf einem Berg stehen und genau das haben wir morgen vor.
      Die Kinder schlafen recht rasch ein und auch ich sitze nicht mehr lang neben meinem Nachteulen-Ehemann im Vorzelt.
      Dass in-der-Sonne-sitzen aber auch so anstrengend ist :lol:
      Gute Nacht!

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    • So, jetzt geht es aber weiter.

      10.09. Es wird gewandert


      In dieser wunderschönen Landschaft zuckt es uns doch sehr in den Wanderbeinen, bevor unser Lebens sich zwischen Windeln und Sandkasten abspielte, waren wir sehr gerne wandern und bergsteigen und allmählich wird die Brut zumindest so groß, dass man sie an diese Art des Freizeitprogramms gewöhnen kann.
      Nach dem Frühstück fahren wir zunächst zum Gashändler nahe Levico, der uns die Aluflasche bis zum späten Nachmittag wieder befüllen wird, wir werden sie auf dem Heimweg vom Ausflug wieder abholen.
      Unsere Fahrt führt uns durch Levico terme Richtung Vetriolo. In einem kleinen Weiler, Compet, auf der Passhöhe parken wir bei frischen 17 Grad für die "Gebühr" eines Kaffees auf dem leeren Parkplatz eines Hotels. Es ziehen bei merklichem Wind immer wieder Wolken über den Grat und es beginnt ein bisschen zu tröpfeln. Egal, das hält uns nicht auf und so nehmen wir die eigentlich kurze Strecke (aber wir haben ja Kinderbeine dabei) zum "Forte Busa Granda" in Angriff. Oben angekommen, pfeift es ganz ordentlich, der Wind bringt richtig dunkle Wolken mit und so werfen wir nur einen kurzen Blick rundherum, das Panorama ist bei besserem Wetter sicher traumhaft und auch so einfach schön. Am Wegesrand finden sich ein paar Skulpturen aus Holz, die Soldaten in der Uniform des 1. Weltkriegs zeigen, der Zeit als die Befestigungsanlage erbaut wurde. Einem fünfjährigen die Sache mit dem Soldaten und der Panzerkuppel zu erklären, ist so eine Sache - aber er schien mit unseren Auslassungen zufrieden.
      In der Hauptreisezeit und wohl v.a.an Wochenenden kann man in den Stollen, die in den Berg getrieben wurden, eine Ausstellung besuchen. Darauf müssen wir heute verzichten, auch zieht es mehr als eisig aus den Tiefen des Berges durch die offenen Stollen und wir machen unser obligates Salamivesper an einer geschützen Stelle im Wald.
      Unbeeindruckt von den äußeren Umständen ist die kleine Dame in der Kraxe eingeschlafen und der große Bruder stapft tapfer durch Regen und Wind zum Auto, wo er sich mit Gummibärchen stärkt. Seine erste "Bergtour" hat ihm trotz etwas widriger äußerer Umstände gut gefallen.
      Auf der Heimfahrt machen wir erstens eine Stopp im Supermarkt in Levico und holen dann unsere Gasflasche wieder ab.
      Zurück am Campingplatz sind wir kurz versucht, nochmal in den Pool zu springen, allerdings türmen sich die nächsten, wenig vertrauenerweckenden Wolken auf und wir verzichten. Kutz darauf macht ein ordentliches Gewitter unseren Plänen, noch am Abend das Vorzelt abzubauen, ein Ende. Nach dem Essen gibt es noch ein letzets Eis am See. Dann betreiben wir so weit wie möglich geordneten Rückbau für den nächsten Tag, bevor wir bei Donner und Platzregen versuchen, die Kinderlein zum schlafen zu bringen.

      Anschließend widmen wir uns bei einem roten Tropfen trentiner Weins der Urlaubslektüre.

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    • 11.09 - Transfertag


      Ein Drittel des Urlaubs ist nun schon rum und es wird Zeit, weiterzuziehen und auch, ein kleines Fazit des Aufenthalts zu ziehen.

      Den Campingplatz Mario Village kann man guten Gewissens weiter empfehlen. Der Empfang und die Abwicklung von Ankunft, Bezahlen und Abreise waren sehr gut, auch wenn man an der Rezeption etwas Geduld haben musste, was aber meiner Auffassung nach an den Coronaregeln lag. Die Damen an der Rezeption konnten mit Informationen zu Ausflügen usw. aufwarten und wenn sie etwas nicht sofort beantworten konnten, haben sie sich schlau gemacht und einen auf dem Handy angerufen oder einen späteren Zeitpunkt vereinbart, an dem sie dann die gewünschten Informationen dann auch parat hatten.
      Der kleine Laden hat ein Sortiment für den kulinarischen Notfall und das Frühstück, einen richtigen Supermarkt auf dem Platz brauchen wir jetzt nicht unbedingt. Die Backwaren waren gut, wenn auch die süßen Teilchen ein bisschen sehr bald ausverkauft waren.
      Die sanitären Anlagen waren ausreichend groß, ein älteres und ein neueres Gebäude und sauber.
      Die Masse der vorhandenen Stellplätze war für unseren Geschmack und Wohnwagen zu klein, allerdings stimmen die im Platzplan angegebenen Größen auch wirklich.
      Da wir einen Riesenplatz ergattert hatten, waren wir mit unserem Stellplatz sehr zufrieden, unter 90qm mit PKW wollen wir allerdings nicht wirklich.
      Die Preise in der Nachsaison waren zivil, allerdings würde ein Aufenthalt Anfang bis Mitte August mit 100Euro pro Tag und XXL-Platz für 4 Personen zu Buche schlagen, und dazu wären wir dann doch nicht bereit - da müsste dann ein eigener Strandabschnitt nur für den Campingplatz und ein deutlich größerer Pool dabei sein. Außerhalb der Hauptsaison kommen wir jedoch sehr gerne wieder, vielleicht einmal im Frühling, wenn die Apfelbäume blühen.

      So, heute soll es weiter gehen, zum "dei fiori" in Cavallino-Treporti. Auf diesen Platz bin ich gekommen, als ich, frustriert von den Coronazahlen in Frankreich, hier im Forum die Berichte über italienische CP las, ohne rechte Begeisterung im Union-Lido-Threat stöberte (nicht unsere Welt :anbet: ) und dort über den Nebensatz eines Forummitglieds stolperte, der ausnahmsweise auf dem "dei fiori" gelandet war. Gelesen, gegoogelt und tadaaa, der gefiel mir. Und auch dort gab es für unseren Dicken und seine Besatzung noch ein etwas größeres Plätzchen und so waren wir nun gespannt, was uns an der Adria erwarten würde.

      Zunächst musste das regen- und taufeuchte Vorzelt trocknen - ach, wie liebe ich unser Isabella! Wenn ich an den Plastikvorgänger denke - der wäre heute noch nass :whistling:
      Trotz Kinderlein erstaunlich flott erledigen wir das Zusammenpacken und rollen noch gegen 11 durchs Tor - das ist für uns eine wirklich gute Zeit. Da wir nicht unbedingt den langen Schlenker über die Autobahn fahren wollen, fahren wir über die Nationalstraße und können so ganz wunderbar beobachten, wie sich die Berge immer mehr verflachen, allmählich zu Hügeln werden und dann in die Ebene übergehen. Nach dem gefühlten tausendsten Kreisverkehr huschen wir an Jesolo vorbei, das unser Interesse nicht unbedingt weckt und fahren die Landzunge entlang, bis wir - nach ein paar engen Metern - vor dem Tor des "dei fiori" stehen. Es hat sich nach der Mittagsruhe gerade wieder geöffnet. Auch hier verlaufen Check-in usw. unkomlipziert und rasch, die Formalitäten habe ich zuvor bereits größtenteils online erledigt.
      Ich weiß ja nicht, wies es euch so geht, aber die Meter von der Rezeption bis zum Stellplatz gehören stets zum am wenigsten entspannten Teil der Reise....

      Der Temperaturunterschied zum schon fast herbstlichen Trentino ist sportlich, auch die Luftfeuchtigkeit ist sportlich und im Nu haben wir zwei völlig verballerte Kinder, die sich in kürzester Zeit mit dem herrlich braunen Sandstaub eingesaut haben, der unseren Stellplatz bedeckt. Ich hab kurz Fluchtreflexe :undweg:
      Egal, das mit dem Vorzelt ziehen wir auch hier durch, während unser Papa die Heringe im Boden versenkt, scheuche ich den hoffnungslosen Nachwuchs an den Strand, widerstehe dem Impuls, sie gleich ins Meer zu werfen und zeige der zweijährigen stattdessen, wie man Muscheln sammelt.
      Der Große ist einfach nur glücklich, wieder an einem Meer und Sandstrand zu sein und wagt schon den Vergleich, dass es genauso schön sei, wie in Frankreich.
      Und da hat er recht. Ein Gefühl von Dankbarkeit und Zuufriedenheit macht sich breit, dass es uns möglich war, trotz der depperten Seuche namens Corona unseren jährlichen Traum vom Urlaub am Meer erleben zu können. Man, wir haben es echt so gut. :camping:

      Bevor die Kinder anfangen, Sand zu essen, erbarme ich mich und schwinge den Kochlöffel.
      Der Tag war anstrengend und so ist nicht ganz klar, wer da an diesem Abend wen ins Bett gebracht hat, jedenfalls ist es heute sehr früh sehr dunkel bei uns.

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    • Vielen Dank für den "lebendigen" Bericht :thumbsup:

      Ich bin seit 1997 immer wieder am Lago di Caldonazzo, auch dieses Jahr war ich schon zweimal dort.

      Sehr schön beschrieben, noch viel Spaß!

      TEC-Kutscher

      Hier noch ein paar Impressionen von dort:

      1. wohnwagen-forum.de/index.php?a…dd26309c65ee6ff72fead1315wohnwagen-forum.de/index.php?a…dd26309c65ee6ff72fead1315DSC_0318_resized.JPG
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