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Mit dem eigenen Gespann durch die USA

    • Mit dem eigenen Gespann durch die USA

      Ich fang mal mit der Reise an....
      Das Foto zeigt unser Gespann, wie wir es im Hamburger Hafen abgegeben haben. Leider hatte "unser" Schiff dann aber drei Tage Verspätung. Da wir mit der WOW-Air pünktlich in Baltimore waren, nahmen wir uns spontan einen Mietwagen und schauten uns den Shenandoah Nationalpark und Washington DC an. Die Hauptstadt ist großartig. Das weiße Haus, Arlington und die üblichen Touristen-Highlights. Dazu tolle Museen, die auch noch kostenlos sind. Dann kam die erlösende E-Mail: Das Schiff und damit unser Gespann waren angekommen. Damals schrieb ich in unseren Blog:

      "Für 07:30Uhr hatten wir ein Date mit einem sehr freundlichen älteren Herren. Herr Müller, der uns von Seabridge vermittelt wurde, sollte uns bei den Zollformalitäten und der Übergabe im Hafen helfen. Auf der Fahrt durch das verstopfte Baltimore erzählte er uns einige interessante Geschichten aus seinem Leben in den Vereinigten Staaten.
      Im Büro der Spedition geht dann alles schneller als erwartet. Herr Müller ist hier gut bekannt und regelt alles locker und ohne Stress. Während wir hier warten müssen, fährt er in den Hafen und holt unsere Fahrzeuge aus dem Zollbereich. Knappe 45 Minuten später kommt der erlösende Anruf - wir sollen zum Parkplatz kommen. Kurze Zeit später sehen wir unser Gespann wieder. Alles scheint in Ordnung zu sein, nur die hintere Stoßstange des Wohnwagens ist leicht angedötsch. Herr Müller hat den Schaden von der Spedition protokollieren lassen und damit hätten wir die Versicherung in Anspruch nehmen können. Da wir aber 5oo€ SB haben, belassen wir es dabei.
      Wichtig für uns ist, dass nicht geklaut wurde. Fenster und Türen sind versiegelt - nichts fehlt. Mir fällt ein Stein vom Herzen. Nachdem sich Herr Müller verabschiedet hat, montiere ich noch die großen Wohnwagen-Rückspiegel. Wir spielen die US-Karten-Software auf das Navisystem des VW auf und auch das funktioniert!!! Dann gehts zum nächsten Walmart und wir bunkern erste Lebensmittel. Gleich nebenan ist ein Aldi - auch ihm statten wir einen Besuch ab. Typisch Deutsch? Das erste Mal erleben wir in den USA, dass man den Einkaufswagen mit einer Münze "freischalten" muss.
      Nun brauchen wir noch Treibstoff und LPG. Mit Hilfe des Navi finden wir eine Truck Stop, der beides anbietet. Der Diesel-Tankvorgang bereitet keinerlei Probleme. Und auch das LPG fliesst, nach dem Einsatz eines Adapters der Tankstelle und eines weiteren Adapters, den ich dabei hatte, zischend in unsere Gastanks.
      Jetzt haben wir alles und es ist an der Zeit, Baltimore Lebewohl zu sagen (Reicht das schon für das Phrasenschwein???). Über den Highway verlassen wir die quirrlige Großstadt. Erst weit außerhalb, zieht es uns dann auf die Landstraße, WIR SIND UNTERWEGS! Von Meile zu Meile wird es ländlicher. Weiden, Äcker, Bauernhöfe. Dann sehen wir den ersten Landwirt, der sein Feld mit vier vorgespannten Pferden pflügt. Wir sind im Amish Country angekommen. Irgendwie fühle ich mich in eine andere Zeit zurückversetzt. Die schwarzen Kutschen, die Wäsche, die auf langen Leinen im Wind flattert und immer wieder Bauern, die mit Pferden ihre Äcker eggen oder pflügen.
      In Lancaster haben wir uns den Old Mill Stream Campground ausgesucht. Ein Platz gleich neben einem Freizeitpark. Da der Park aber noch geschlossen ist, geht es auf dem CG auch noch beschaulich zu. Wir finden einen schönen Stellplatz mit Wasser und Strom unter alten Bäumen, ganz in der Nähe des Flusses, packen die letzten Sachen aus und richten uns in unserem mobilen Zuhause weiter ein. Idylle pur!"

      "Heute Morgen wurden wir von hunderten zwitschernden Vögeln geweckt. Wir kamen uns fast vor wie in Hitchcocks "Die Vögel". Es ist halt ein sehr naturnaher Campground. Gegen 8:00 Uhr fing es an kräftig zu regnen. Wirklich heftig - dafür waren nun die Piepmätze aber still. Wir entschlossen uns spontan noch einen Tag hier zu bleiben und das Amish Country unsicher zu machen. Vorher aber war noch die Morgentoilette angesagt. In kurzen Hosen, mit Badeschlappen und Regenjacken trotzten wir dem Wetter und erreichten schon völlig durchnässt die Duschräume. Aber wenn man darüber lacht, ist es gar nicht so schlimm.
      Nach dem Frühstück fuhren wir in die Innenstadt von Lancaster und schauten uns den alten, aber hervorragend restaurierten Stadtkern an. Unser Highlight war der Farmers Market, Amerikas ältester Markt. Hier gab es alles, was die Landwirte der Umgebung anbauten - und noch viel mehr. Wir deckten uns mit frischem Salat, frischem Brot und leckerer Marmelade ein und beobachteten bei einem Becher Kaffee das wuselige Treiben in der großen Halle. Prädikat: Empfehlenswert.
      Eine überaus freundliche Dame im Visitor Center am Penn Square brachte uns die Sehenswürdigkeiten der Umgebung näher. Hörte man ihr länger zu, musste man glauben, Lancaster und Umgebung sei das Paradies auf Erden. Sie zeichnete uns eine Tour für den Nachmittag auf und, obwohl es immer wieder mal regnete, hat es sich vollauf gelohnt. Herrliche alter Häuser und stattliche Bauernhöfe wechselten sich ab. Und immer wieder trafen wir Amish in ihren typischen schwarzen Horse Buggies. Irgendwie verwunderlich so zu leben in der "neuen Welt". Als besonders krass empfanden wir den auf dem Parkplatz einer modernen Bank (mit Drive Trought Counter!) abgestellten Buggy. In Anbetracht der besonderen Kundschaft hatten die Bankleute hier ein Vorrichtung aufgestellt, an der die Amish ihre Pferde festbinden können. Man ist halt Service-orientiert...
      Die nächste Überraschung fanden wir dann Abends im Walmart (Wir brauchten noch einige Sachen und ich oute mich hier mal als Walmart-Junkie...). Wir wussten zwar schon, dass im US-Supermarkt auch Waffen verkauft werden, aber ein Gewehr mit einem pinkfarbenen Schaft überstieg dann doch mein Vorstellungsvermögen. Wenn ich es nicht gesehen hätte, ich hätte es nicht geglaubt..."

      Zwei Tage später zog es uns weiter. Ich mache es mir wieder einfach und kopiere aus dem Blog: "Heute war ein Reisetag. Es ging in Richtung New Jersey. Wir hatten über das Internet drei Campgrounds ausgemacht, die unseren Ansprüchen entgegenkamen und wollte diese dann der Reihe nach anrufen- immerhin ist heute Samstag. Schon das erste Telefonat war erfolgreich: Ja, sie hätten Platz und sie würden sich auf uns freuen. Damit stand unser Tageziel fest: der Camp Taylor Campground in der Nähe von Columbia. Nix wie hin....
      Auf den Straßen das übliche Gewuhsel. Vor jeder, wirklich jeder noch so kleinen Brücke der Hinweis, dass sie unter Umständen vereist sein könnte. Aber das der Beschleunigungsstreifen der nächsten Auffahrt extrem kurz sei, bzw. gar nicht vorhanden war, das brauchte keinen zu interessieren und war nicht ausgeschildert. Aber egal, dank der Weit- und Übersicht des erfahrenen "Kutschers" hat alles gut gegangen ;) .
      Unterwegs haben wir einen Verpflegungsstopp bei Applebee's eingelegt (Einfach nur lecker!!!) und da nebenan gleich ein Home Depot war, habe ich dort nach dem fehlenden Schlauch-Fitting geschaut. Bei den Reisevorbereitungen hatte ich mich täuschen lassen. Zwar haben die Amerikaner genau wie wir in Good Old Germany 5/8 Zoll Wasseranschlüsse, aber deren Gewinde hat eine andere Steigung (bin da kein Fachmann. Wenn ich Quatsch erzähle, bitte ich um Korrektur). Ergo passte auch der mitgebrachte Schlauch nicht an die Wasserquellen der Campgrounds (Wasser bunkern mit Hilfe von Kanistern geht auch, aber mit einem Schlauch ist's einfacher).
      Im gut sortierten Home Depot wurden wir schnell fündig. Die passenden Fittings gab es mit roten und mit schwarzen Dichtungen. Da uns der Unterschied nicht einleuchtete, nahmen wir jeweils einen mit. An der Kasse mussten wir knapp 7$ bezahlen - natürlich mit Karte ;) . Allerdings überraschte uns die Frage der Kassiererin, ob wir die Rechnung per E-Mail wünschten. Für 7 Dollar??? Neee, so amerikanisiert sind wir auch noch nicht.
      Im weiteren Verlauf der Fahrt wurde die Landschaft hügeliger und waldreicher. Natur pur. Wir waren in New Jersey, dem Garden State angekommen. Die letzten Kilometer zum Campground führten uns über eine winzige, aber sehr steile Waldstraße. Die Automatik des Touareg schaltete runter bis in den 2. Gang, um mit der schweren Last die Steigung zu schaffen. Hoffentlich sind wir hier richtig - wenden wollte ich unser Gespann hier mitten im Wand auf keinen Fall.
      Dann das Schild: Camp Taylor. Und noch ein zweites: Lakota Wolf Preserve. Der junge Mann an der Reception, der auch einige Brocken Deutsch sprach, erklärte uns, was es damit auf sich hat. Dem Campground war ein großes Wolfsgehege angeschlossen, welches jeweils um 10.00 Uhr und um 16.00 Uhr besichtigt werden könnte. Für 16.00 Uhr war es bereits zu spät, also meldeten wir uns für die Tour am folgenden Tag an. Wir bekamen einen herrlichen Stellplatz, mitten im Wald an einem kleinen See gelegen, zugewiesen. Strom- undWasser-Anschluss und sogar WLAN (im Wald!!!) - Camperherz, was willst Du mehr. Wenn da nicht die Mücken gewesen wären ;) . Auch
      Schwarzbären sollte es hier geben. Bis zu drei Sichtungen pro Tag - so hörten wir an der Rezeption. Von den Teddies sahen wir leider keinen - aber Mücken. Ohje... Den Abend verbrachten wir daher, gut durch Mückennetze abgeschottet, im Innern des Wohnwagens...."

      Das war für's erste. Wenn ich zu ausführlich schreibe, bitte Bescheid geben. Ich kann Kritik ab ;)

      Beim nächsten Mal geht es mit New York weiter.

      Einige Bilder der Reise habe ich auf meiner Homepage verewigt: nationalpark-guide.de/2015/03/…%C3%A4ume-zu-realisieren/
      Dateien
    • Hi,
      kannst du mal per Daten zu der Reise geben?

      Kosten Verschiffung?
      Wie läuft das mit der Zulassung/Versicherungs des Fahrzeugs in den USA?
      Darf man da einfach mit deutschen Kennzeichen fahren?

      Grüße
      Marcus
      :0-0:
    • -marcus- schrieb:

      Hi,
      kannst du mal per Daten zu der Reise geben?

      Kosten Verschiffung?
      Wie läuft das mit der Zulassung/Versicherungs des Fahrzeugs in den USA?
      Darf man da einfach mit deutschen Kennzeichen fahren?

      Grüße
      Marcus
      Die damaligen Kosten kannst du wohl getrost vergessen.
      Aktuell kosten Seefrachtcontainer ungefähr 10x so viel wie früher.
    • Schmitzer schrieb:

      Ja, schöne Plätze gibt es überall. In Nordamerika sind sie alle mit dem Auto erreichbar. :ok Wie ging das mit dem Stron 110V/ 230V?
      lg Alfred
      Das ist in den USA auf CP üblicherweise der
      NEMA TT-30
      Steckverbinder.
      Synonym ist RV30 Steckverbinder.

      Und 120Volt 60Hz, maximal 30Ampere.
      240Volt Einphasen-Dreileiternetz ("Split-Phase") ist auf CP als Anschluss unüblich.

      Reine 230V-Geräte besser zu Hause lassen.

      Andererseits: Auf manchen CP in den Nationalparks gibt es GAR KEINE Anschlüsse.
      Auch kein Wasser oder Abwasserentsorgung. Und Dry Toilet.
      --
      Beste Grüße
      توماس

      2000er Knaus Cheers ohne Umformer MIKO MK 375
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      Schaudt LA 204Z Ladegerät
    • Guten Morgen zusammen,
      ich versuche mal die Fragen zu beantworten.

      Die Verschiffungskosten sind natürlich ne Hausnummer, da es nach dem Volumen des Gespanns geht. Also Länge x Breite x Höhe. Das Ergebnis wird multipliziert mit dem Kubikmeter-Preis (Frachrate) des Spediteurs. Auf
      der Seite seabridge-tours.de findet sich ein entsprechendes Formular zur Berechnung. Dazu kommen aber noch ein Treibstoffzuschlag (damals 450 €), Speditions undHafengebühren (ca. 400 €) und die Seetransportversicherung (ca. 0,9 % vom Zeitwert). Für den dreiwöchigen Jahresurlaub lohnt sich das nicht. Aber für einSabathjahr oder in unserem Fall sechs Monate .... Ob es das wert ist, muss jeder selbst entscheiden!

      Dem "ganzen Papierkram" für die Verschiffung hat Seabridge übernommen. Deren Service war sehr gut. Empfehlenswert! Natürlich ist das ein Punkt, an dem man ein wenig sparen kann. Aber es war unsere erste Verschiffung
      und wer weiß, ob alles so gut geklappt hätte - ohne Seabridge. You get what you pay for.

      Zulassung / Versicherung?
      Man darf bis zu 12 Monaten mit einem in Deutschland zugelassenen Kfz durch die USA fahren. Ohne Umbauten und ohne das Fahrzeug in den USA anzumelden. Bei einer Kontrolle reichen die Zollpapiere. Lediglich in San Francisco hatten wir einmal Probleme, als uns eine übereifrige Politesse ein Ticket wegen fehlender/falscher Kennzeichen unterjubeln wollte. Beim Schnellrichter konnten wir das Problem lösen. Hat uns aber einen halben Tag "gekostet.
      Die deutsche Kfz Versicherung greift in den USA nicht. Wir haben uns einen Versicherer vor Ort gesucht. Nach einigen E-Mails noch von zu Hause wurden uns die Unterlagen zugeschickt wir haben unterschrieben (und bezahlt) und bekamen die Police rechtzeitig zugeschickt. Leider kann man die deutsche Haftpflichtversicherung für die Dauer der Reise nicht abmelden, da das Fahrzeug während der Reise in Deutschland weiterhin zugelassen sein muss. Man könnte aber eine evt. Vollkasko-V. für die Dauer der Reise ruhen lassen.

      Stromversorgung?
      Dank Solarzelle auf dem Dach und zwei Aufbau-Batterien konnten wir auch mal eine oder zwei Nächte autark stehen. Für die Campingplätze hatte ich einen Spannungswandler 110/220 V mit 1.600 Watt Leistung im Wohnwagen installiert. Damit hat eigentlich alles funktioniert (Laptop, Ladegerät usw.). Nur motorgetriebene Geräte wären wohl etwas schneller gelaufen, da die in USA üblichen 60 Hertz nicht umgewandelt wurden. Der Ventilator lief aber ohne zu mucken.

      Nun aber weiter mit dem Reisebericht. New York wartet....

      New York - vor rund 10 Jahren war ich das letzte Mal in der Stadt - was hat sich geändert? An der Stelle, wo damals nur das riesige Loch der WTC-Baustelle besichtigt werden konnte, steht heute das imposante 9/11 Memorial und das neue One World Center mit dem Observatory in 1776 feet Höhe. Angeblich weil 1776 (am 4. Juli) die Unabhängigkeitserklärung unterschrieben wurde. Ansonsten wird in Manhattan an jeder Ecke gebaut - wie vor 10 Jahren. Man könnte glauben, es sind noch die gleichen Baustellen…

      Die Stadt begrüßte uns mit einem sehr negativen Beigeschmack. An der ersten Mautstelle (Goethals Bridge) verlangte die junge Dame im Kassenhäuschen 50,- $ Maut von uns. Wir dachten an einen Hörfehler und gaben ihr 15 $. Nö, sie verlangte tatsächlich 50 $. Wir wären ein Fahrzeug der Klasse 7 (vier Achsen!!!) und daher wäre genau diese Summe fällig. Da wir von der Fahrt schon sehr geschlaucht und müde waren, gaben wir ihr nach einer kleinen Diskussion die verlangte Summe und ließen uns aber eine Quittung ausstellen.
      Die nächste Enttäuschung dann am gebuchten Campground, dem „Camp Gateway - Brooklyn Jamaica Bay“ auf dem ehemaligen Floyd Bennet Field Airport. Unser Stellplatz war auf einer ehemaligen Beton-Rollbahn. So weit, so gut. Aber die zahlreichen vorhandenen Mülltonnen waren bis zum Rand voll. Die Toiletten und Duschen hatten offensichtlich schon längere Zeit keine Reinigung mehr erlebt. Einen Ansprechpartner gab es nicht, obwohl der Camp Store bzw. das Office bereits seit dem 1. Mai geöffnet sein sollte. Wir hingen dort ein Briefchen an die Tür - dieses hing drei Tage später, also bei unserer Abreise, immer noch dort. Ein Witz aber waren die „Quit Hours ab 10 pm“. Da keinerlei Aufsichtspersonal vorhanden war, trafen sich just zu dieser Zeit die „Racer“ der Umgebung um ihre Fahrzeuge mit aufheulenden Motoren und durchdrehenden Reifen geräuschvoll auszufahren. Wir haben’s überlebt, aber eine Empfehlung ist der Platz wirklich nicht. Es gibt übrigens noch einen weiteren Campingplatz in New York, den Liberty Harbor RV direkt gegenüber von Manhattan. Der aber sollte 120 $ zzgl. Steuern pro Nacht kosten. Das war uns ein kleines bisschen zu heftig ;)
      An allen drei Tagen fuhren wir morgens quer durch Brooklyn in Richtung Manhattan. Am ersten Tag fanden wir ein Parkhaus genau zwischen der Brooklyn- und Manhattan Bridge. 16$ für den ganzen Tag, inklusive Parkservice, erschien uns ein fairer Preis. Service bedeutete in diesem Fall, dass wir den Wagen am Eingang abgaben und am Abend am Ausgang wieder abholen konnten. Anfangs war ich skeptisch, aber ich wurde eines Besseren belehrt. Nach einem langen Tag und 21.000 Schritten durch Manhattan, bekamen wir den Wagen unversehrt zurück.
      An einem anderen Tag sahen wir auf unserer Zufahrtsstraße, der Flatbush Ave. in Brooklyn, Polizisten, die mit einer „Radarpistole“ die Geschwindigkeit der Fahrzeuge kontrollierten. Nichts Besonderes, zumal wir nicht zu schnell unterwegs waren. Aber knappe 200 Meter weiter, stand erneut eine Gruppe Uniformierter und übte die gleiche Tätigkeit aus. Das ganze wiederholte sich noch fünf Mal. Auf knapp 1,5 Kilometern wurde siebenmal geblitzt. Police-Academie auf Klassenfahrt???
      Vor der St. Patrick’s Cathedral sahen wir rund 35 Polizeimotorräder in einer Reihe aufgestellt mit den dazugehörigen Cops im „Sonntagsanzug“. Wir dachten zuerst an eine Hochzeit eines Polizisten, aber weit gefehlt: Die Motorradstaffel des NYPD hatte kalifornische Kollegen zu Besuch, denen man die Stadt zeigen wollte. Die New Yorker fuhren wie bisher Harley Davidson Maschinen, die Kalifornier waren auf BMW Krädern angereist.
      Übrigens, fragt man in New York drei Polizisten, wie man am besten mit Wagen und Anhänger aus der Stadt herauskommt, erhält man mindesten vier verschiedene Antworten. Aber sie waren freundlich und hilfsbereit.
      Wir hatten geplant, nur einen der „großen Drei“ zu besuchen und die Aussicht dort zu genießen. Preislich liegen das Empire State Building, der Top of the Rock und das One World Observatory auf einer Ebene. Unsere Wahl fiel dann auf das Rockefeller Center, weil man von der dortigen Aussichtsplattform auch ohne störende Scheiben fotografieren konnte. In luftiger Höhe (Für mich, als einen Menschen mit Höhenangst, ist es dort oben gleichzeitig schön und schaurig!) sprach uns ein Paar auf Deutsch an. Sie würden diese Nacht wieder zurück nach Good Old Germany fliegen und hätten noch zwei Tickets für das One World Observatory übrig, die sie uns schenken wollten. Wir quatschten noch eine Weile über Gott und die Welt und über unsere NY-Erfahrungen, bevor wir uns mit der Vorfreude auf das One World Observatory verabschiedeten.
      Am anderen Tag ging es dann wieder hoch hinaus (Blöde Höhenangst). Im „Rock“ hat man zwar keine störenden Scheiben vor der Nase, aber die gebotene Show im One World Center ist dafür einmalig. Schon im Aufzug, dessen Wände und sogar die Decke aus Monitoren besteht, wird während der Fahrt die Entwicklung New Yorks von damals bis heute gezeigt. Oben ankommen steht man vor einer großen Wand auf der zahlreiche Beamer eindrucksvolle Bilder von New York zeigen. Nach der Präsentation öffnet sich die Wand und gibt überraschend den Blick auf das reale New York frei - Woow… Wir hatten schönes Wetter und die Sicht war gigantisch. Auf der einen Seite Upper Manhattan mit den vielen Wolkenkratzern, auf der anderen Seite der Blick auf den unteren Zipfel der Halbinsel, auf die Brooklyn Bridge, Gouverners Island und die Freiheitsstatue.
      Gegessen haben wir auch. Ein Besuch bei Katz’s ist obligatorisch - das Pastrami-Sandwich ein Gaumenschmaus. Auch wenn es inzwischen 21$ kostet, ist es jeden Cent wert - selbst wenn es nicht mehr die Reaktion von Meg Ryan erzeugt. Und die Atmosphäre im Deli ist einmalig. Man muss es mal erlebt haben. Auch waren wir im Beer Garden Loreley, wo bei einem leckeren Gaffelkölsch vom Fass auch gleich extreme Heimatgefühle aufkamen: Wenn ich so an ming Heimat denke… Fortsetzung folgt....
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    • Der NY-Text war etwas zu lang, daher hier noch ein kleiner Nachschlag:

      Spätestens beim deftigen Hamburger von Shake Shack (einer Empfehlung meines Schwiegersohns folgend) war die Heimat wieder vergessen und bei Bubba Gump am Times Square schmeckten uns die Shrimps und Jamblaya - hot and spicy!
      Mit dem Besuch des Central Parks schauten wir uns auch das Dakota Building an, vor dem 1980 John Lennon erschossen wurde, und waren entsetzt, wie die Touristen mit der Gedenkstätte Strawberry Fields umgingen. Über das Imagine-Mosaik wurde getrampelt oder man legte sich darauf und ließ sich fotografieren. Natürlich ist es nicht das Grab von John Lennon, aber ich war nicht der einzige, der über diese Würdelosigkeit den Kopf schüttelte.
      New York - Wir haben das Flat Iron Building gesehen, waren in der ehrwürdigen Public Libary, sind mit der Staten Island Ferry gefahren, hörten Straßenmusikern zu, haben das 9/11 Memorial besucht und uns im Bryant Park ausgeruht. Beeindruckend waren auch die Subway-Fahrten während der Rush Hour oder der Walk über die Brooklyn Bridge. Unsere Füße taten abends weh und der Nacken war verkrampft vom Hochschauen auf die Billboards und die imposanten Hochhäuser der verschiedenen Epochen. Aber wir haben auch die Schattenseiten gesehen. Menschen, die auf dem Bürgersteig gepennt haben, die ihr ganzes Hab und Gut in einem Einkaufswagen vor sich herschoben. Pferde, die weitab ihrer natürlichen Umgebung, Kutschen mit übergewichtigen Menschen durch den Asphalt- und Abgas-Dschungel ziehen mussten.
      So oder so - New York hat bleibende Eindrücke hinterlassen.
    • Und weil heute Sonntag ist und in der Nacht die Zeit umgestellt wurde und das Frühstück noch nicht fertig ist - noch ein kleiner Text vom 16.05.2017

      Mystic Pizza

      Bye by Big Apple - Hallo Mystic. Nach vier Nächten sollten wir Abschied nehmen von NY. Unser Tagesziel war Mystic. Grund dafür war der Film „Mystic Pizza“ mit dem Julia Roberts den Durchbruch schaffte. Aber der Reihe nach…
      Der Weg aus NY heraus war beschwerlich. Wir hatten uns einen (Flucht-)Weg, fast ausschließlich über Expressways und Parkways vorbei am John F. Kennedy Airport ausgesucht, aber die Rushhour dauert hier wohl 24 Stunden. In der Nähe des Flughafens erschreckte uns ein Jet, der in knapp 50 Metern Höhe über uns zur Landung ansetzte.
      Und dann der große Stau. Auf der Whitestone Bridge wurde gearbeitet und dem Verkehr stand nur eine Spur zur Verfügung. Das kostete uns weit über eine Stunde. Aber wir schlossen auch neue Freundschaften: Ein Trucker sprach uns von hoch oben aus seinem Fahrerhaus an und fragte, wo wir denn her kämen mit unserem deutschen Kennzeichen. Er kam aus der Ukraine und in den 120 Sekunden, die wir nebeneinander im Stau standen erzählte er uns seine halbe Lebensgeschichte. Dann trennten sich auch schon wieder unsere Wege.
      Unser Wohnwagen fällt auf in den Staaten und wir werden entsprechend angesprochen. Auf den Campgrounds sowieso, aber auch beim Einkaufen oder in Restaurants. Aber die Menschen sind durchwegs freundlich und neugierig. Bei den Mautstellen und bei Parkplatzkassierern sind unsere großen Zusatz-Wohnwagenrückspiegel aufgefallen und wir mussten erklären, welchen Zweck sie erfüllen. Das gab teilweise lustige Dialoge…
      Außerhalb von NY wurden die Straßen besser und der Verkehr verlief flüssiger. Trotzdem kamen wir später als erwartet in Mystic an, fanden aber sofort „unseren“ Campground (Seaport RV Resort und Campground). Topgepflegt, sauber, ein schnelles WLAN und vor allen Dingen nette Menschen. Wir koppelten unser Anhänger nur schnell ab und machten uns auf den Wegnach Mystic, dem Städtchen, in dem die Geschichte einrs meiner (vielen) Lieblingsfilme spielte. Bei strahlendem Sonnenschein präsentierte sich die Stadt von ihrer besten Seite. Herrliche alte Häuser, ein pittoresker Hafen mit einer mächtigen Klappbrücke und viele wunderschöne Eindrücke. Nach einem kurzen Rundgang meldete sich der kleine Hunger. Wir suchten nach der berühmten Mystic Pizza und wurden schnell fündig. Ein gemütliches kleines Restaurant erwartete uns. Ventilatoren an der Decke, zahlreiche Poster und Fotos
      vom gleichnamigen Film an den Wänden. Rustikal, aber mit Stil! Wir bestellten zwei Pizzen und waren uns nicht sicher, ob uns das örtliche Bier schmecken würde. Eine kostenlose Probe? Kein Problem.
      Nach kurzer Zeit kam die freundliche Kellnerin mit einem „Schlückchen“ des Gerstensaftes an. Lecker - bestellt. Auch die Pizza war gut - nicht typisch amerikanisch, sondern eher europäisch.
      Gut so....
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    • Excalibur schrieb:

      Wenn ich zu ausführlich schreibe, bitte Bescheid geben.
      Es kann mir gar nicht ausführlich genug sein! :)

      Außerdem sind zu wenig Fotos dabei *quengel*


      Thema natürlich sofort abonniert, einfach herrlich, hier gedanklich mit zu reisen :thumbsup:
      Grüßle von Trinity :w
      Faß an die Schwierigkeit - so wirst Du sie besiegen!
      Es sind nur noch wenige Plätze frei: RUT NRW 17. - 19.9.2021: Neulinge und alte Hasen treffen sich wieder! :0-0:
    • Ich bin auch ganz begeistert!

      Was mich besonders interessieren würde wären Wohnwagen-spezifische Informationen:
      - wie läuft das auf den CPs ab
      - wie ist das Fahren (ist die Höchstgeschwindigkeit für Gespanne nicht gleich der "normalen" Fahrzeuge?)

      usw.

      lg
      Gernot
    • Jetzt habe ich über ne Stunde versucht Lutscher hochzuladen. Geht nicht. Da muss ich mir wohl bei den Bildern ein bisschen mehr Mühe geben.

      Aber erst mal wieder zu den Fragen.
      Richtig ist, dass Gespanne und LKW fast immer so schnell fahren dürfen, wie die PKW. 120 km/h war kein Problem. Darüber hat es keinen Spaß mehr gemacht - war zu stressig. Und der Spritverbrauch stieg dramatisch an. Meist fuhren wir so zwischen 100 und 120 km/h. War aber schon ein komisches Gefühl, wenn dann noch so ein riesiger Sattelschlepper überholte.

      Auf den privaten Campingplätzen haben wir meist morgens aus dem Auto angerufen, ob etwas frei wäre. Man gibt dann telefonisch der Kreditkartennummer durch und schwupps ist der Platz reserviert. Von den staatlichen Campgrounds (National- und Stateparks usw.) hatten wir den in Yellowstone schon von zu Hause aus reseviert. Im Mai war hier noch Vorsaison und von den 7-8 Campingplätzen hatte nur einer schon offen.
      Auf den Campgrounds angekommen, haben wir uns im Office angemeldet und bekamen einen Platz zugewiesen. Meist gab es einen Lageplan dazu, auf dem nicht nur die Stellplätze sondern auch Sanitäräume, Müllcontainer und die Dumpstation eingezeichnet waren. Auf dem Stellplatz angekommen haben wir abgekuppelt und - wenn vorhanden - die Stromversorgung angeschlossen. Wenn noch Zeit war, haben wir die Gegend erkundet. Wenn nicht, wurde gekocht usw. Alles irgendwie ganz normal....

      Aber fahren wir weiter. Wie gesagt, für Yellowstone hatten wir reserviert. Da das Schiff mit unserem Gespann in Baltimore einige Tage verspätung hatte, musste wir uns nun sputen um den Zeitverlust wieder einzuholen. Die Tagesetappen der folgenden Tage waren daher etwas lang.

      Von Mystic fuhren wir wie geplant weiter nach Niagara. Da uns die Strecke etwas zu lang erschien, machten wie einen Übernachtungsstopp im Verona Beach State Park am Oneida Lake. Hier trafen wir ein amerikanisches Paar, das hier für einige Wochen als Hosts arbeitete. Dafür durften sie bzw. ihr riesiger 5th-Wheeler umsonst hier stehen. Von ihnen bekamen wir einige interessante Tipps. So empfahlen sie uns für Niagara Falls den Campground im Four Mile Creek State Park, von dem aus man die Fälle in knapp einer ¼-Stunde Fahrtzeit erreichen würde.

      Da wir nur die eine Nacht bleiben wollten, hatten wir nicht abgekuppelt und konnten daher am kommenden Morgen sehr früh losfahren. Das Navi führte uns, mit einer Mittagspause bei Denny’s, sicher nach Niagara bzw. zum State Park direkt am Lake Ontario. Ein wirklich sehr schöner Platz, mit Stromanschluss, tollen Duschen und 50 x 50 feet großen Campsites. Entsprechend gut war der Platz auch belegt. Erst am Sonntagabend wurde es merklich leerer. Die freundliche Rangerin erklärte uns, dass man für kommendes Wochenende den ersten großen Ansturm der noch jungen Saison erwarte. Dann beginnen die Ferien der Kanadier und in den USA soll das Campen preiswerter als in Kanada sein.

      Wir suchten uns einen günstig gelegenen Platz aus, kuppelten den Wohnwagen ab und machten uns auf zu den Niagara Fällen. Hier war offensichtlich noch Vorsaison. Wir fanden auf Anhieb einen Parkplatz (der für uns als Camper im State Park statt der üblichen 10$ gebührenfrei war), schauten uns die American Falls an, besuchten den Observation Tower und Crows Nest. Alles sehr eindrucksvoll. Obwohl im Park noch viel gearbeitet wurde, war es sehr angenehm - es war noch nicht so voll und man hatte überall ausreichend Platz. Nach den ersten Eindrücken wollten wir auf die kanadische Seite. Noch einmal kurz kontrolliert, ob wir unser Reisepässe „am Mann“ haben und schon verließen wir die USA über die Rainbow Bridge in Richtung Kanada. Die Einreiseprozedur (Wohin, warum, wie lange?) war schnell erledigt und schon sahen wir die Fälle nun auch von der anderen Seite. Grandios!!! Wir marschierten bis zu den Horseshoe Falls, machten unzählige Fotos mit Regenbögen und stärkten uns in einer Filiale von „Tim Hortens“, der Burger-Kette, die ich schon bei meiner Yukonreise schätzen gelernt hatte. Als die Sonne unterging kauften wir noch einige Postkarten (mit Briefmarken) für die Lieben daheim und machten uns auf den Rückweg zum Campground.

      Zurück im Wohnwagen adressierten wir die gekauften Postkarten und mussten über unsere eigene Dummheit lachen. Wir hatten kanadische Briefmarken gekauft! Ergo stand für den kommenden Tag nicht nur die Erforschung von Goat Island, sondern ein weiterer Besuch der kanadischen Seite auf dem Programm.

      Der kanadische Zollbeamte lachte, als wir ihm den Grund für den erneuten Besuch seines Landes erläuterten. Wir liefen nur ins nächstbeste Hotel, gaben dort unser Karten ab und keine zehn Minuten später standen wir wieder beim kanadischen Zoll. Hier müssen übrigens jedes mal 50 Cent bezahlt werden (Keine Ahnung, ob für die Benutzung der Brücke oder für Zollgebühren???). Nach der erneuten Überquerung der Rainbow Bridge (Eine gute Therapie bei Höhenangst….) war der Andrang beim amerikanischen Zoll diesmal größer als zuvor. Als wir dann aber dran waren ging es recht flott. Wie geplant erforschten wir Goat Island bis zum Terrapin Point, waren auf Luna Island und fuhren mit dem Aufzug zur Cave of the Winds. Als es anfing leicht zu regnen gönnten wir uns ein Eis und einen Kaffee und fuhren abschließend mit dem Trolley Bus zurück zum Visitor Center.
      Niagara Falls ist eine sonderbare Stadt. Nur wenige Schritte von der quirligen Waterfront entfernt, ändert sich die Atmosphäre total. Kein Touristenrummel mehr, keine großflächige und aufdringliche Werbung, kein Stress, sondern eine gemütliche amerikanische Kleinstadt mit Kirchen, alten Backsteingebäuden und viel Ruhe. Der Abstecher lohnt sich...
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    • Und hier noch die versprochenen Bilder...
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    • Unser Zeitplan zwingt uns weiter. Der Yellowstone Nationalpark wartet.

      GO WEST
      Heute wieder war ein Reisetag angesagt. Das Motto lautete "Go West" - Richtung Chicago. Aber an einem Tag konnten oder besser wollten wir die Strecke nicht abreissen...
      Also machten wir wieder einen Zwischenstopp, diesmal auf dem Bluegrass Campground in Swanton bei Toledo.
      Die 580 km waren dank freier Highways, dem Tempomat und herrlichem Wetter kein Problem. Als wir Morgens am Lake Ontario losfuhren, zeigte das Thermometer gerade mal 10 Grad an. Dafür hatten wir den ganzen Tag einen wolkenlosen blauen Himmel und damit stiegen die Temperaturen am Nachmittag auf bis zu 22 Grad.
      Unterwegs begleitete uns Wolle Petri musikalisch und beim gemeinsamen "Hölle, Hölle, Hölle" kam richtig Stimmung auf. Zum Glück hat uns keiner gehört. Auch der erneute Besuch eines Denny's Restaurant hob die Stimmung merklich. Über Breakfast und Burger kann man sicherlich lange diskutieren, aber mit den verschiedenen Skills hat Dennys voll unseren Geschmack getroffen. Einfach lecker.
      Und noch etwas hat mich überrascht. Ich hatte bisher New York nicht mit Weinbau in Verbindung gebracht, musste mich aber eines Besseren belehren lassen. Auf den letzten Kilometern vor der Staatsgrenze zu Pennsylvania war der Interstate 90 fast durchgehend von Weinfeldern gesäumt (Das Wort "Weinberge" möchte ich dabei nicht benutzen - die Landschaft war flach wie ein Brett.).

      18. Mai 2019

      TORNADOWARNUNG



      Heute sind wir wieder viel gefahren - immer in Richtung Westen. Dabei haben wir den bisher billigsten Diesel unserer US-Reise getankt: 2,17 $ je Gallone. Natürlich bei Walmart. Klar, dass wir bis zum Rand vollgetankt haben.
      Unser heutiges Ziel war Wabasha in Minnesota. Hier wollte wir das National Eagle Center besuchen. Dort haben wir vier ausgewachsene Adler bestaunen können - GREAT! Bei der nachfolgenden "Vorlesung" erfuhren ir sehr viel Interessantes über die majestätischen Tiere. So haben sie keine Muskel um die Augäpfel zu bewegen, statt dessen können sie den Kopf um 180 Grad in jede Richtung drehen. Während des Vortrags kam ein Mitarbeiter des Center in den Raum und informierte über eine aktuelle Unwetter/Tornado Warnung.

      Ich hatte Tags zuvor bei Spiegel online über einen Tornado gelesen, der in Wisconsin einen Mobilhome Park zerstört hatte. Ein Mensch war dabei ums leben gekommen. Unser Campingplatz lag gegenüber auf der anderen Seite des Mississippi in Wisconsin.
      Als wir dort ankamen regnete es schon in Strömen. Bis wir den Wohnwagen aufgebaut hatten, waren wir pitschnass. Babs machte uns zwei leckere Steaks und das Wetter klarte wieder auf. Ruhig wollten wir den Tag ausklingen lassen. Pusstekuchen. Plötzlich heulte eine Sirene gut 5 Minuten lang mit extremer Lautstärke. Gleichzeitig verdunkelte sich der Himmel. Es wurde finster. Babs lief zu einem Grundstück in der Nähe des Campingplatzes um die Familie, die dort ihr Auto in Sicherheit brachte, zu fragen, wie wir uns verhalten sollten. Spontan lud man uns ein - man hätte einen tornadosicheren Keller. Wir packten schnell unser Pässe, Geld und die Laptops zusammen und machten einen Hausbesuch. Kaum waren wir dort angekommen, brach auch schon das Gewitter los. Vom Wohnraum aus konnten wir alles beobachten. Die Blitze zuckten in der Dunkelheit - es schüttete. Wir unterhielten uns mit unser Gastgebern, erzählten von unserer Reise und von Deutschland. Nach 1 1/2 Stunden war das Gewitter vorbei. Wir hatten viel gelernt, auch von amerikanischer Gastfreundschaft.
      Auf dem Campground war alles in Ordnung. Zwar stand alles unter Wasser, aber unsere Fahrzeuge haben nichts abbekommen. Ein Tornado war's nicht, aber ein sehr heftiges Gewitter. Wir hatten nochmal Glück gehabt.

      IMMER WEITER IN DEN WESTEN
      Wir fahr'n, fahr'n auf der Autobahn. Na ja, es ist nicht wirklich die Autobahn, sondern der Interstate 90, aber da tut sich ja nicht viel. Wir fahren "Durchgangs-Campgrounds" an, auf denen wir noch nicht einmal den Anhänger abkuppeln. Kommen abends an und fahren am frühen Morgen weiter.
      Bisher war ich vornehmlich auf Campgrounds im Südwesten, in den National- und in den State Parks. Nun kommen Plätze in den Vorstädten dazu. Und die Camplingplatz-Kultur ist ähnlich wie in Deutschland. Nur, dass die Dauercamper hier keine Gartenzwerge, sondern Flamingos, Schildkröten oder Bären aus Kunststoff im Vorgarten stehen haben. Aber man kennt sich - wie auch in Deutschland. Am Wochenende und in den Ferien ist man auf "seinem" Platz und baut, mäht den Rasen oder schneidet die Hecke. Ist das noch "campen"? Aber jeder, wie er mag....
      Wir überqueren den Mississippi und den Missouri. Wir düsen durch Ohio, Indiana, Illinois, Minnesota, Wisconsin und kommen unserem vorläufigen Ziel South Dakota immer näher. Hier wollen wir einige Tage in Rapid City bleiben und die nähere Umgebung erkunden.
      South Dakota fliegt an uns vorbei. Bis zum Missouri durchteilt der Interstate riesige Felder. Die ungen Maispflanzen sind erst wenige Centimeter hoch. Nach der Überquerung des mächtigen Flusses ändert sich das Land rechts und links des Highway. Statt der Felder beherrschen nun sattgrüne Wiesen das Bild, die Dakota Grasslands. Schwarze Rinder fressen sich satt und machen einen gesunden Eindruck. Da freut man sich gleich auf das nächste Steak.
      Ansonsten ist die Fahrt eintönig, man ermüdet schnell. Nur die bunten, marktschreierischen Billboards bringen Abwechslung. Über viele Meilen begleitet uns die Werbung für "Wall Drug" und macht uns neugierig. Dinosaur, Überraschungen, Kaffee für 5 Cent und jede Menge anderer Krempel wird uns versprochen. Wir probieren es aus. Eine Tasse Kaffee kostet tatsächlich nur 5 Cent, das Essen aber war auf Frittenbuden-Niveau und den Cappucccino haben wir zurückgehen lassen - ungeniessbar. Als Ersatz bekamen wir ein Stück Apple Pie - schon besser.
      Endlich erreichen wir unser Tagesziel, Rapid City und checken auf dem Tee Pee Campground ein.
      Aber wir haben noch nicht genug, koppeln den Wohnwagen ab und machen uns auf den Weg zum Mount Rushmore. Die Köpfe Präsidenten sind im Nebel-/Regenschwaden noch gerade so auszumachen. Es ist kalt. Wir sehen noch Reste von Schnee. Nicht unbedingt das optimal Reisewetter, trotzdem sind wir glücklich. Nach heißem Kakao (Free Refill!) fahren wir ein kleines Stück durch den Custer State Park zurück zum Campground. Von der Landschaft sind wir begeistert und hoffen, dass wir den State Park auch noch bei besserem Wetter zu sehen bekommen.
      Noch ein Tipp für die älteren Mount Rushmore Besucher. Der Eintritt zum National Monument ist frei, aber das Parken kostet 10$. Ausser - man ist 62 Jahre oder älter. Dann kostet es nur 5$ und man kann innerhalb eines Jahres so oft wiederkommen wie man will. Dieser "Rabatt" ist an den Kassenhäuschen allerdings nicht ausgeschildert - man muss also nachfragen.

      Tags: imnorden
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    • 22. Mai 2017


      RAPID CITY - EIN NATIONAL- UND EIN STATE PARK



      Gleich nach dem Frühstück machen wir uns auf in den Badlands National Park. Bei der Anfahrt verschätzen wir uns gewaltig. Obwohl wir nun ohne Anhänger unterwegs sind, brauchen wir mehr als eine Stunde für die Strecke. Vom Park selbst sind wir ein wenig enttäuscht - irgendwie fehlt das Highlight. Vielleicht liegt es auch am Wetter (kalter Wind, durchgehend bedeckter Himmel). Irgendwie erinnerten mich die Lehmstrukturen an den Cathedral Gorge State Park in Nevada, den ich im letzten Jahr besuchte. Damals war das Wetter bedeutend besser ;)
      Wir besuchten das Visitor Center, fuhren die Aussichtspunkte auf der Badlands Loop Road ab und machten auch die ein oder andere Kurzwanderung. Die Sage Creek Rim Road war leider gesperrt. Aber das Wetter... Grrr... Es kann nur besser werden.
      Für den Nachmittag war dann der Besuch des Custer State Park geplant und das Wetter spielte diesmal auch mit. Es klarte auf und teilweise schien die Sonne wie im "richtigen" Sommer. An diesem Wochenende war der
      Eintritt kostenlos (ansonsten 20$ für 7 Tage!) und selbst, wenn wir den vollen Preis bezahlt hätten, es hätte sich gelohnt. Der erste Eindruck vom Abend des Vortags bestätigte sich voll. Schön war's. Die sich abwechselnden Wald- und Wiesen-Landschaften - einmalig. Die Tierwelt - übrraschend vielfältig. Wir sahen von der Wildlife Loop Road eine Gruppe wilder Esel, die neugierig an die Fahrzeuge herankamen. Dazu unzählige putzige Prairie Dogs - gleichzeitig neugierig und scheu. Am Straßenrand begrüssten uns zutrauliche Pronghorns und scheue Elks. Und immer wieder einzelne mächtige Bisons, die auf den Wiesen grasten oder herumlagen und vor sich hin dösten.
      Unser Highlight an diesem Tag erlebten wir aber, als wir über verschiedene Gravelroads das Innere des Park erkundeten. Von einer auf die andere Minute standen wir plötzlich innerhalb einer Bisonherde mit ca. 150 Tieren, davon rund 30 neugierigen Kälbern. Wir hatten die Tiere vor dem Auto, daneben und dahinter. Ein eigenartiges Gefühl - man kam sich so klein vor. Aber es war auch großartig die außergewöhnlichen Tiere so nah und direkt zu erleben. Unbezahlbar...
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