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Angepinnt Camping in der DDR... wie war´s denn damals?

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    • RE: Camping in der DDR... wie war´s denn damals?

      Fischkopp schrieb:

      Gab es vieleicht sogar Camper aus der damaligen Bundesrepublik, die mal einen Campingplatz der DDR besucht haben? Fragen über Fragen.
      :w
      Das war nach DDR-Recht glaub ich nicht möglich.
      Was glaubst Du was da losgewesen wär, wenn Mitte der 80èr ein Wessi mit seinem 11m Winnebago auf den Platz gefahren wäre.....
    • RE: RE: Camping in der DDR... wie war´s denn damals?

      axelbundy schrieb:

      ...Das war nach DDR-Recht glaub ich nicht möglich....


      Das wusste ich so auch noch nicht. Mal abgesehen davon, daß sich das Interesse der damaligen Bundesbürger vermutlich eh´in "Grenzen" gehalten hätte.

      axelbundy schrieb:

      ...
      Was glaubst Du was da losgewesen wär, wenn Mitte der 80èr ein Wessi mit seinem 11m Winnebago auf den Platz gefahren wäre.....


      Da hätten dann vermutlich viele Männer mit Zollstock drum herum gestanden um Maß zu nehmen und im nächsten Jahr hätten einige Selbstbau - Winnebagos "Made by goldene Hände" auf dem CP gestanden. :D
      Gruß vom Fischkopp

      "Scheint die Sonne auf das Schwert, macht der Segler was verkehrt."
    • RE: Camping in der DDR... wie war´s denn damals?

      Fischkopp schrieb:

      ... Gab es vieleicht sogar Camper aus der damaligen Bundesrepublik, die mal einen Campingplatz der DDR besucht haben? ...


      :w Hallo Fischkopp!

      Diese muß es gegeben haben! Da es aber nicht sein durfte, daß die DDR-Camper mit den BRD-Campern zusammen kommen, wurden für letztere sogenannte Intercampingplätze geschaffen. Einiges kann man darüber hier nachlesen.
      Laut dem Statistischem Amt in Berlin waren es 1989 immerhin 4 % der Übernachtungen.

      Wikipedia schrieb:

      Der DDR-Tourismus wurde hauptsächlich über die Betriebe und staatliche Institutionen abgewickelt. Der größte Reiseveranstalter war der Feriendienst des Freien Deutschen Gewerkschaftsbunds (FDGB) mit eigenen FDGB-Ferienheimen (bis zu 2 Millionen Reisen pro Jahr). Zweitgrößter Anbieter waren die staatlichen Campingplätze. Daneben gab es als Volkseigenen Betrieb (VEB) das Reisebüro der DDR und ab 1975 Jugendtourist, das Jugendreisebüro der Freien Deutschen Jugend (FDJ).

      Die Übernachtungen teilten sich 1989 wie folgt auf:

      Unterkunftsart Anteil an Übernachtungen
      Betriebliche Erholungseinrichtungen 34 %
      Staatliche Campingplätze 26 %
      FDGB-Einrichtungen 19 %
      Jugenderholungseinrichtungen 17 %
      Intercampingplätze 4 %



      Grüße Teddy! :w
      „Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten.“

      Oscar Wilde
    • Wie versprochen will ich mal etwas über unser Camperleben in
      der damaligen DDR berichten.

      Begonnen hat unser Camperleben 1975 mit dem Kauf eines
      Wohnwagens Quek Junior.
      Dazu sind wir gekommen wie die Jungfrau zum Kind. Zufällig
      war ich an dem Tag, als Anmeldungen für diesen Quek im Fahrzeugladen entgegen
      genommen wurden, in diesem Laden. Ein anderer Kunde meinte zu mir, ich solle
      mich darauf anmelden, das wäre ein schöner Wohnwagen. Ich hatte keine Ahnung,
      habe mich aber trotzdem angemeldet, weil man sich ja damals sowieso auf jedes
      Fahrzeug angemeldet hat. Man wurde ja das Fahrzeug, egal welches Fahrzeug es
      war, immer wieder los.
      Obwohl ich der dritte Anmelder auf diesen Quek in Berlin
      war, vergingen noch 3 Jahre, bis er vor unserer Tür stand. Der Preis für diesen Quek lag damals bei 5400 DDR-Mark.
      Also, ziemlich preiswert.
      Mein Schwager hat sich dann, nachdem er bei mir diesen Quek
      gesehen hatte auch auf diesen Hänger angemeldet. Er bekam dann die Auskunft,
      dass, wenn die Auslieferung weiter so läuft, er mit 30 jähriger Wartezeit zu
      rechnen hat.

      das ist eine originale Quek - AnmeldungWintercampingApril.jpg

      Jedenfalls kamen wir durch diesen Hänger zum Camping und unser Leben hat sich seitdem nur noch auf das
      Campen fixiert.
      Glücklicherweise haben wir dann auch gleich einen Campingplatz im Berliner Umland direkt am Wasser bekommen und sind dort als
      Dauercamper eingestiegen.
      Außer Plumpsklos gab es nichts weiter auf dem Platz, das hat
      uns aber nicht abgeschreckt unseren Platz so gut es geht zu gestalten. Nach
      drei Jahren durften wir dann auch ein Stromkabel an den Verteiler mit
      anschließen. So jetzt hatten wir ja schon etwas Luxus. Wir konnten jetzt eine
      Lampe in den Quek einbauen, der hatte original nur eine kleine 12 Volt Lampe,
      und natürlich heimlich haben wir uns einen elektrischen S-Bahn Heizkörper 1000 W
      in den Wohnwagen gestellt. Nun war es auch mal wohlig warm, wenn es draußen etwas kühler war.
      Wehe die Zeltplatzleiterin hätte das gesehen, dann hätten wir unsere Koffer packen können.

      unser erstes Gespann wohnwagen-forum.de/index.php?a…5c58340abc5d25980b47a6262 Platzaufbau bei Saisonbeginn wohnwagen-forum.de/index.php?a…5c58340abc5d25980b47a6262

      unser Quek mit einem Vorzelt, welches extra ein Zeltschneider für uns angefertigt hat wohnwagen-forum.de/index.php?a…5c58340abc5d25980b47a6262

      Abwaschräume gab es nicht wohnwagen-forum.de/index.php?a…5c58340abc5d25980b47a6262 vor unserem Platz war die Zernsdorfer Lanke wohnwagen-forum.de/index.php?a…5c58340abc5d25980b47a6262

      das war unser Stellplatz osterfrühstück.jpg Dauercamper hinter uns orgasforum.jpg

      ab 1980 hatten wir dann einen Bastei wohnwagen-forum.de/index.php?a…5c58340abc5d25980b47a6262

      So jetzt werde ich mal eine neue Seite einrichten

      hobbyuwe
    • hobbyuwe schrieb:

      So jetzt werde ich mal eine neue Seite einrichten


      Hallo, :w

      da freue ich mich aber drauf, hoffentlich gehts bald weiter. :tongue: Toller Bericht und sowieso ein schöner Thread. :ok Die Bilder sind echt klasse, vor allem war alles so schön bunt, Vorzelte, Autos .Noch echtes Design. Würde unseren heutigen CPs gut tun. :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup:

      Didi
    • hej all,

      mein erster zeltausflug war im jahr 1963, eine radtour mit unserem klassenlehrer von eichwalde (direkt berliner ortsgrenze) an den hoelzernen see. wir waren 13.
      wir hatten uralte baumwollzelte, ich hatte eine alte luftmattratze aus wehrmachtsbestaenden, musste jede nacht 2-3 mal luft nachpusten und eine decke zum zudecken.
      wir schliefen mit trainigsanzuegen. es gab nur kaltes wasser, gewaschen haben wir uns im see, toiletten waren plumsklos.
      aber es war herrlich. wir hatten ein super verhaeltnis zu unserem klassenlehrer. mit ihm war unsere klasse auch mehrmals im pio-la-pre, allgemein als pionierlager prebelow, in der rheinsberger ecke bekannt. dort schliefen wir in 12-mann armeezelten mit holzpritschen, auf richtigen strohsaecken und wolldecke aus NVA-bestaenden.
      2 jahre spaeter machte ich im sommer staendig touren mit dem zelt entlang der berliner/brandenburger gewasser, mit einem ruderverein. sonnenwende-feiern mit lagerfeuer, aber auch einfach irgendwo am ufer, die zelte aufgebaut, waschen im see, mit dem spaten unter dem arm in den wald...

      alle zeltplaetze waren mehr als naturnah, plumsklos waren normal, waschplaetze oft einfache keramik-rinnen mit mehreren kaltwasserhaehnen daran, unter freiem himmel.

      mit 16 wollte ich es dann wissen, wie es ist, allein im wald mit einer decke in der haengematte zu schlafen.

      1972 hatte ich mit meiner damaligen frau eine tramptour durch die tschechei und ungarn gemacht. gepaeck minimiert, kleines baumwollzelt am rucksack, jeder eine decke, geschlafen auf dem boden, in die decke eingewickelt. gecampt im unterholz oder auf zeltplaetzen. fuer ungarn konnte man nur eine sehr begrenzte menge geld tauschen, mit der man ueberhaupt nicht auskommen konnte. aber wenn man ab und an im unterholz schlief, konnte man das urlaubsgeld aufbessern.

      ueber silvester 1981/82 machte ich mit freunden meine erste wintertour mit vollem gepaeck auf skiern. es gab eine langjaehrige tradition in thueringen auf dem grossen beerberg trafen sich wintercamper. damals hatte ich gerade meinen daunenschlafsack von der fa. albust, nach langer jagt im "haus der freizeit" am frankfurter tor in berlin erstanden. unterwegs waren wir mit einem polnischen bergzelt der marke gorcz. eingang mit ovalen, reissverschlussfreien schnuerzug.

      meine jetzigen frau, die ich beim bergsteeigen kennen gelernt habe, ist ebenfalls begeisterte camperin. zu dieser zeit war es den organisierten bergseigern moeglich, im elbsandstein gebirge einfach so in den hoehlen (boofen genannt) oder im unterholz unter freiem himmel zu uebernachten. wir waren fast jedes wochenende mit dem verein nach dresden ins elbsandsteingebirge zum klettern gefahren.
      1983 machten wir mit dem rad eine rundfahrt rund um ruegen. unser zelt war ein bergzelt typ fichtelberg, PU beschichtetes polyester, kein innenzelt und bei feuchtigkeit eine tropfsteinhoehle.
      in den folgejahren klapperten wir mit dem rad, mit einem hoelzernen kajak oder mit dem wartburg alle moegliche campingplaetze ab. im urlaub und an sehr vielen wochenenden. allein oder mit dem wander/bergsteigerverein. von suhl bis kap arkona.

      wohnwagen waren auf den campingplaetzen nicht in der ueberzahl, aber es gab sie, genau wie heute, auch dauercamper mit gartenzwergen. die dauercamper hatten in der mehrzahl hauszelte. die wurden am 1. maiwochenende aufgebaut und im oktober abgebaut. oftmals gehoerten diese zelte irgendwelchen betrieben, die diese dann fuer ihre mitarbeiter im urlaub bereitstellten. und damals wie heute haben wir gern die andere seite des platzes besucht, die fuer die zeltcamper mit den kleinen zelten...

      unsere kinder waren dann kein hinderungsgrund, sie waren von klein an dabei. ich weiss noch wie heute, die groessere war 4 monate, wegwerfwindeln hatten wir nicht, also mit stoffwindeln los zum klettern in die boemische schweiz. es war im zeitigen fruehjahr, morgens lag schnee auf den zelten...
      es war sehr einfach, kinderschlafsack selbstgenaeht, kinderfutter brauchten wir nicht, sie wurde auch mit 6 monaten voll gestillt. nur die windeln waren ein echtes problem... mit kaltem flusswasser ausgespuehlt und dann in einer plastiktuete sicher verpackt. kind mit kaltem flusswasser gewaschen. unsere zelte standen dirkt neben einem parkplatz auf einer wiese am bach.

      mit kind brauchten wir dann auch ein groesseres zelt, es wurde ein iglo, 2 x 2m, mitt moskito-innenzelt aussenzelt blau innen silbrig beschichtet irgendwo im ausland gefertigt, aber mit einem aufnaeher... hergestellt fuer pouch (kennen sicher einige, da kamen auch die faltboote her). dieses zelt hat uns dann sehr viele jahre begleitet.

      einmal hatten wir am freitag abend die idee einfach einige kilometer auf einen zeltplatz zu fahren. also von berlin lichtenberg nach berlin schmoeckwitz an der dahme.
      wir kamen abends gegen 22:30 an, der platz war in der rezeption natuerlich nicht mehr besetzt, aber es waren immer irgendwelche dauercamper auch nachts zustaendig, wenn doch noch jemand ankam. da fuehlte sich der zustaendige typ gemuessigt uns nachts einen vortrag ueber sicherheit auf dem zeltplatz und die besondere rolle berlins und daraus resultierenden "sicherheitsproblemen" zu halten. wir wollten eigentlich nur das wochenende dort verbringen und keine "republikflucht" vorbereiten, aber er hat uns vollgelabert als ob er meinte uns "fluchtplaene" ausreden zu muessen, die wir nie hatten.

      der typ war so beknackt, wir haben lange darueber lachen koennen, zum glueck war er eine ausnahme.

      als wir einmal eine nacht (verbotener weise) im auto auf dem dars in ahrenshoop auf einem parkplatz verbracht hatten, weckte uns am morgen ein grenzer mit hund, der unsere personalien aufnahm, uns belehrte, das wir uns unerlaubter weise (wir waren ja nicht angemeldet, kein festes quartier, kein zeltplatz...) im grenzgebit aufhalten.
      wir wurden unter strafandrohung aufgefordert das grenzgebit innerhalb von 24 stunden zu verlassen. kein problem, wir waren ja nur uebers wochenende gekommen, es war sonntag und wir mussten ja sowieso am abend nach hause...

      baden waren wir fast immer so wie wir wollten. wir sind sehr tolerant, es hat uns nie gestoert, wenn andere mit sachen baden. die pruede verklemmung, die sich heute breit gemacht hat, gab es damals so nicht und an der ostsee waren irgendwann alle straende "gemischt" belegt. mit oder ohne badehose, das spielte keine rolle.


      es waren wunderbare jahre, den komfort, den wir heute auf den campingplaetzen finden, haben wir nie vermisst. wir waren in der natur unterwegs, ohne all diese heutigen hightech produkte, mit beinharten liegematten von 8mm staerke, einem benzinkocher, marke juwel 32, den ich heute noch sehr schaetze und benutze (er wurde noch zur ddr-zeit vernickelt, weil der hammerschlaglack bald ab war), der wesentlich robuster und pflegeleichter ist, als alles was ich inzwischen von coolman u. co so gekauft hatte.
      diese kocher gab es im normalen sportgeschaeft, aber man musste glueck haben oder jemanden von den verkaeufern kennen, die dinger gab es 2 mal im jahr. aber alle bergsteiger hatten einen, ausdauer war gefragt und wurde belohnt.

      und im winter (auch dieses jahr ueber silvesster) kommen immer noch unsere alten ddr-schlafsaecke zum einsatz, genau so wie die daunenjacken u. -hosen, sowie die daunenschuhe. waren damals sehr schwer zu beschaffen, es hat uns 2 jahre zeit gekostet, die daunen aufzutreiben und einen termin fuer die naeherei bei der fa. albust zu bekommen.

      unser erster ww, ein eriba touring troll war uns dann 2002 zugelaufen, hat aber in gleichberechtigung mit den vielen zelten, die wir mittlerweile haben, leben muessen.

      und auch der kabe ist im urlaub selten dabei, da ein ww nie da hin kommt, wo wir gern und heufig unterwegs sind...

      bilder haben wir auch jede menge, aber die liegen in kisten auf dem dachboden in schweden.

      unseren kindern hat es offensichtlich nicht geschadet... sie campen auch mit zelt in allen 4 jahreszeiten.

      ich hoffe, das gibt einige personliche eindruecke aus der alten camperzeit, speziell fuer alle, die das so nicht erleben konnten/durften.


      gruss
      waldschrat
      da ich im wohnwagen lebe wenn ich arbeite, fahre ich mit dem zelt (tentipi mit ofen) in den urlaub.
    • @ Waldschrat:

      Vielen Dank für den schönen und ausführlichen Bericht.
      Da kommt man schon ins Nachdenken, da wird einem bewusst, mit wie viel Zivilisations"müll" man sich doch täglich so abschleppt.
      Trotzdem will man die Zeit nicht zurückdrehen, und wenn ich an meine früheren Radtouren denke, so waren sie oft sehr beschwerlich.
      Per aspera ad astra. (Über den steinigen Weg zu den Sternen.) Und gerade das hatte dann seine Belohnung in sich.
      Bin zwar kein ausgesprochener Nostalgiker, aber ich denke doch, dass manchmal unseren Kindern viel genommen wird, wenn man ihnen zuviel gibt.

      Joachim.
      Abstand ist Luxus - gönnt ihn Euch !!!
    • Hallo hobbyuwe:

      herzlichen Dank für deinen ausführlichen Bericht. :ok Tolle Bilder! Ich kann mir vorstellen daß das eine Menge Zeit kostet die alten Fotos rauszusuchen, zu digitalisieren und hier einzustellen. Auf die zweite Seite bin sicher nicht nur ich gespannt...
      30 Jahre Wartezeit auf einen WW - in dieser Zeit tauscht heute mancher Camper sein Gefährt drei Mal aus. Euer Stellplatz war ja ´ne Wucht so direkt am See.

      Hallo Waldschrat:

      auch dir vielen Dank für deinen lebhaften Bericht. Auch ohne Bilder kann ich mir das alles sehr gut vorstellen. Die Pouch Zelte kenne ich noch. Hatte zwar nie selbst eins, aber ein Freund von mir hatte ein klenes Zweimannzelt dieser Marke (Dackelhütte). Auch ohne Innenzelt und wenn man sich nachts umdrehte dann kam das ganze Schwitzwasser runter und die Schlafsäcke und Decken sogen das Wasser prima auf... :w

      @ Teddy:

      danke für deine interessante Satistik. Jetzt wo du das mit den Intercampingplätzen angesprochen hast hat´s klick gemacht. Zumindest kenne ich aus Erzählungen noch die Interhotels. Also quasi das massiv gebaute Pondon dazu.
      Gruß vom Fischkopp

      "Scheint die Sonne auf das Schwert, macht der Segler was verkehrt."

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Fischkopp ()

    • Moin,

      auf den Intercamps waren meist internationale Camper aus aller Welt .... ähm, aus dem Ostblock.
      Die meisten kamen aus Polen oder der damaligen CSSR. Die Tschechen hatten ja kein grosses Wasser und sie verweilten gerne an der Ostsee.
      Bekanntschaft mit Campern aus dem anderen Teil Deutschlands habe ich nie gemacht. Nur unterwegs auf der Transitstrecke, wenn man mit dem Trabbi und Wowa kämpfte und ächste und dann mit gefühlten 300 Sachen irgendwas an einem vorbeiflog.
      Die Zeltplätze hatten früher einen ganz eigenen Charme. Plumsklos, Wasserpumpe (Dusche was ist das), Lagerfeuer, meist keinen Strom also Romantik pur und neben dir schnauft ein Wildschwein und will einen Kanten Brot abhaben.

      by Heike
    • Jetzt will ich mal über unsere DDR Campingzeit weiter berichten.

      Ich versuch noch mal die Anmeldung einzustellen, das ist ja im ersten Bericht nicht gelungenwohnwagen-forum.de/index.php?a…5c58340abc5d25980b47a6262

      Also auf unserem Zeltplatz gab es auch so eine Art Blockwart, der eine
      Strichliste führen musste wie viel Nächte wir in der Saison auf dem Platz übernachtet haben. 20 Nächte musste man mindesten übernachten sonst bekam man
      keine neue Stellplatzgenehmigung, die man jedes Jahr neu beantragen mußte. Die Saison ging vom 1.Mai 14 Uhr bis 31.September.
      Als dann der lang ersehnte Saisonbeginn am 1. Mai endlich da war, durften aber nicht die Zelte bzw. Wohnwagen vor 14 Uhr aufgebaut werden, die Leute sollten ja
      vormittags zur Maidemonstration gehen und nicht auf irgend einem Zeltplatz ein Zelt aufbauen. Also haben die, doch pfiffigen Camper, vor 14 Uhr ihre Zeltgestänge aufgestellt und punkt 14 Uhr haben sie die Zelte über die Gestänge geschmissen. Da konnte die Zeltplatzleiterin nichts dagegen sagen, es stand ja kein Zelt vor 14 Uhr, nur das Gestell.

      Das Theater wiederholte sich Jahr für Jahr.

      Auf diesem Zeltplatz, heute heißt es ja Campingplatz, standen überwiegend Zelte, sogenannte Hauszelte. Die waren ziemlich groß und wurden von den Besitzern sehr liebevoll eingerichtet.
      Eigentlich wie heute, nur heute sind es große Wohnwagen keine Zelte mehr.

      Die Camper waren damals, jedenfalls auf unseren Platz, eine verschworene Gemeinschaft.
      Es wurde viel zusammen unternommen von gemeinsamen Radtouren, Tischtennis oder Volleyball spielen. Am schönsten waren aber die
      Grillabende die bei Wind und Wetter durchgezogen wurden.

      Kinderfest auf dem Campingplatz wohnwagen-forum.de/index.php?a…5c58340abc5d25980b47a6262 mit reger Beteiligung 002.JPG und sportlichen Übungen image002.jpg

      unsere Große stellt gerade einen neuen Weltrekord auf image060.jpg und zum Abschluß des Festes kam immer der Neptun mit Gefolge wohnwagen-forum.de/index.php?a…5c58340abc5d25980b47a6262

      morgentliche Toilette wohnwagen-forum.de/index.php?a…5c58340abc5d25980b47a6262 diese Runde hielt zusammen wie Pech und Schwefel wohnwagen-forum.de/index.php?a…5c58340abc5d25980b47a6262

      der Quek hatte noch kein elektr. Strom, wohnwagen-forum.de/index.php?a…5c58340abc5d25980b47a6262 Frühstück bei schönen Wetter war immer das Größte wohnwagen-forum.de/index.php?a…5c58340abc5d25980b47a6262
      die Beleuchtung war eine Gaslampe


      es kommt noch was hobbyuwe
    • Es geht weiter

      gemütlich im Bastei frühstücken war auch schön wohnwagen-forum.de/index.php?a…5c58340abc5d25980b47a6262

      am schönsten waren die Grillabende wohnwagen-forum.de/index.php?a…5c58340abc5d25980b47a6262 Grillen, daß die Fetzen fliegen wohnwagen-forum.de/index.php?a…5c58340abc5d25980b47a6262 egal was für Wetter, gegrillt wurde immer wohnwagen-forum.de/index.php?a…5c58340abc5d25980b47a6262

      Versandhauskataloge aus dem Westen wurden regelrecht verschlungen wohnwagen-forum.de/index.php?a…5c58340abc5d25980b47a6262 unser Rosenköpfchen durfte immer frei umher fliegen image028.jpg

      beliebt waren auch die feucht fröhlichen Abende image030.jpg unser Mädels hatten alle ihre Aufgaben image032.jpg

      es wurde nicht nur gefeiert, auch Radtouren wurden unternommen image036.jpg

      auch der Kapitän braucht mal seine Streicheleinheiten image034.jpg

      Fortsetzung folgt

      hobbyuwe
    • Weiter mit der Camperei in der DDR

      da der Campingplatz am Wasser lag, hatten wir uns auch ein kleines Boot zu gelegt image046.jpg

      es war ein Faltboot namens Delphin mit Außenbordmotor image048.jpg oft wurden wir aber auch von einem Bootsausflug nach Hause geschleppt image004.jpg

      dann hieß es ran an den Motor, es war ein Tümmler mit 1,5 PS, image006.jpg etwas später habenwir uns dann ein Holzboot mit einer Forelle 7,5 PS zugelegt image010.jpg
      um wieder ihn wieder zum Laufen zu bekommen

      Wenn es finanziell ging, sind wir auch verreist. Dabei war
      es fast aussichtslos einen Campingplatz an der Ostsee zu bekommen.
      Wir sind dann einfach los und haben dann versucht mit ein paar Scheinchen den Campingplatzwart zu Überzeugen, dass er uns einige Tage aufnimmt.
      Manchmal hatten wir mit dieser Methode Erfolg.

      Zelturlaub auf der Insel Rügen image038.jpg unser kleines Zelt war eigentlich prima image040.jpg

      allerdings, um sich darin aufzuhalten war es etwas zu klein image042.jpg trotz Regenwetter ging es auch so image044.jpg

      ab 1980 hatten wir dann diesen Lada und diesen Wohnwagen Bastei image050.jpg

      In der Hoffnung, daß ich Euch nicht langweile, geht es weiter

      hobbyuwe
    • Weiter geht es

      Viele ehemaligen DDR Bürger sind mit ihren Zelten und Klapfix nach Ungarn oder nach Bulgarien in den Urlaub gefahren. Das waren ja so
      die Möglichkeiten die wir hatten.
      Wir sind dreimal nach Bulgarien gefahren. Jeweils 30 Tage, mehr wurde nicht erlaubt.
      Man konnte ja auch nicht Geld umtauschen wie man wollte. Es gab da pro Land einen geringen Tagessatz pro Person mit dem man auskommen musste.
      Günstig waren da Leute dran, die mit viel Kindern gefahren sind. Die hatten natürlich mehr Geld zur Verfügung.
      Von dem Geld musste ja auch Benzin, die Platzgebühren usw. bezahlt werden.
      Also hieß es alles mit nehmen was man so braucht für vier
      Wochen. Das kennt Ihr ja, was da zusammen kommt, Essen, Getränke, Klamotten und
      unbedingt Werkzeug, das war ganz wichtig. Alles für vier Personen und alles im
      Quek.

      Mein Gott, wie war das mit dem zulässigen Gesamtgewicht?

      [font='&quot']Zweimal 1978 und 1979 sind wir mit dem Quek gefahren und beim dritten
      Mal 1981 sind wir dann mit einem Bastei gefahren.

      auf der Strecke nach Bulgarien wurde nur wild übernachtet [/font]
      image016.jpg bei einer Rast in Ungarn haben sich meine Mädels image022.jpg
      die Nase am Schaufenster platt gedrückt.

      Übernachtung auf einer Wiese Richtung Bulgarien image024.jpg in Rumänien besuchten wir dann diesen Rummelplatz image026.jpg

      in Rumänien traf man auch auf Tanzbären, eine schlimme Tierquälerei image054.jpg auch ein Hochzeitszug begegnete uns in Rumänien image058.jpg

      kurze Rast in Rumänien image064.jpg meine Tochter wollte unbedingt mit diesem Gespann mal mit fahren image066.jpg

      ich bin bald fertig
      hobbyuwe
    • Ich bin fast am Ende,
      wenn man nach Bulgarien ans schwarze Meer wollte, war die kürzere Strecke
      mit der Fähre von Rumänien nach Bulgarien über die Donau zu setzen.
      Das war mit die anstrengentste Strecke. Es gab nur eine Fähre und der Lastverkehr hatte Vorrecht. Wir mußten dann manchmal bis zu 10 Stunden und länger warten um übergesetzt zu werden.
      Wir standen in praller Sonne. Es spielten sich da unangenehme Szenen zwischen den Wartenten ab.
      Da hat man Charaktere kennen gelernt, mein Gott.

      Anstehen an der Fähre in Vidin Rumänienimage068.jpg jetzt warten wir in vorderster Front auf die Fähre image070.jpg

      die Runterfahrt von der Fähre mußte auch gekonnt genommen werden, image072.jpg
      da habensich viele die Wohnwagenstützen abgerissen

      unterwegs haben wir aus diesem Brunnen Trinkwasser gefaßt image062.jpg

      Dazu folgende Episode, wir haben den bulgarischen Bauern gefragt, ist das Trinkwasser? Der schüttelt den Kopf. Wir, das ist kein Trinkwasser, also weiter.
      Dann sehen wir wie das Bäuerlein dieses Wasser trinkt. Wir fragen uns, was das soll? Dann stellt sich heraus das die Bulgaren nicht mit dem Kopf nicken wenn sie ja sagen wie wir, sie schütteln den Kopf für ein ja.
      Mit so etwas hatten wir nicht gerechnet. Es gab später noch viele amüsante Verwechslungen.

      eine Pause in Sofia, da besuchen wir Bekannte image076.jpg die Bekannten zeigen uns Sofia von seiner armen Seite image074.jpg image042.jpg

      auf diesem Campingplatz sind wir dann in Bulgarien gelandet image020.jpg

      Wir waren keine zwei Tage in Bulgarien angekommen wurden wir durch diesen Aushang in der Rezeption image018.jpg

      aufgefordert das Land umgehend zu verlassen. Wer nicht in den nächsten Tagen durch Rumänien ist darf nicht mehr durchfahren. Es gibt keinen Benzin mehr.
      Die meißten DDR Urlauber haben fluchtartig Bulgarien verlassen.
      Wir haben uns entschlossen nicht weg zu fahren. Schließlich sind wir nicht 2500 km gefahren um sofort zurück zu fahren. Nach dem Motto, Honneker läßt ja seine Leute nicht im Ausland.
      Wir hatten Recht, als unser Urlaub rum war, durften wir auch durch Rumänien zurück fahren. Ein Vorteil hatte das ganze Theater, der Campingplatz in Bulgarien war seit dem Aufruf ziemlich leer.
      Wir hatten zwar gehofft, daß wir über Jugoslawien und Österreich zurück fahren müssen, aber den Gefallen haben die Genossen uns nicht getan.

      so jetzt kommt noch eine Seite

      hobbyuwe








    • hallo
      doch, es gibt Camper die DDR Campings besucht haben. Zumindest bin ich einer davon.
      Wir waren 1986 auf einem Intercamping bei Meissen. Der Platz musste im voraus gebucht werden. Dann bekam man Vouchers die an der Grenze getauscht werden konnten wofür man
      Ostmark bekam. Bei Ankunft musste man sich bei der Kreispolizei melden und eigentlich auch wieder abmelden. Nach einigem hin und her konnte ich jedoch die Abmeldung mit der Anmeldung
      verbinden und so einen weiteren Besuch dort vermeiden. Ferner durfte man sich nur im Kreisgebiet des CP aufhalten. Ob das bei einem Besuch der Bastei und der Festung Königstein jedoch noch
      gegeben war habe ich nicht weiter nachgefragt. Der Platzwart war allerdings bei unserer Ankunft doch etwas erstaunt über einen Westcamper. War aber sehr freundlich und hilfsbereit.
      Die damaligen Sanitäranlagen waren zwar sauber aber nach unserem damaligen Stand sehr rudimentär. Ein Problem war allerdings die Versorgung mit Diesel. Die meisten Tankstellen hatten nur
      Benzin und Zweitaktgemisch. Trotz einiger vorheriger Ungewissheit verlief alles wirklich problemlos und es war ein schöner Urlaub. Dazu kommt noch , dass auf Grund des damaligen Umtauschkurses für uns die Einkäufe und Besuche von Restaurants mehr als billig waren. ( Mittagessen 3-4 Ostmark).
      Besucht werden durften von Westbürgern nur die sogenannten Intercampings.
      happy caravaning
      Fekobra
    • So Leute jetzt hab ich Euch vielleicht gelangweilt, aber das Thema ist nun mal Camping in der ehemaligen DDR
      und wir haben da viele Jahre unseres Lebens mit diesem Hobby verbracht.

      Noch schnell einige Bilder vom Campingplatz in Bulgarien

      wenn wir wild übernächtigten wurden wir von den einheimischen Kinder immer neugierig beäugt image008.jpg


      wir hatten schnell Kontakt mit bulgarischen Campern wohnwagen-forum.de/index.php?a…5c58340abc5d25980b47a6262 die sanitären Anlagen waren gewöhnungsbedürftig, hier eine öffentliche Kochstelle wohnwagen-forum.de/index.php?a…5c58340abc5d25980b47a6262

      auch die Toiletten waren nicht gerade einladent wohnwagen-forum.de/index.php?a…5c58340abc5d25980b47a6262 das hat aber einen richtigen Camper und seinen Mädels nichts ausgemacht wohnwagen-forum.de/index.php?a…5c58340abc5d25980b47a6262

      auf der Rückreise haben wir das Rilakloster im Rilagebirge besucht, es ist auch eine touristische Attraktion IMG_0806.jpg

      1986 haben wir dann unser ganzes Campingleben bis auf ein kleines Hauszelt aufgegeben.
      Da wir die Ausreise gestellt hatten, haben wir dann noch bis zum letzten Moment mit diesem Zelt gecampt. IMG_0843.jpg





      Diese Reisen hatten damals für uns einen abenteuerlichen Reiz.
      Die Landschaft in Rumänien und Bulgarien ist wunderschön. Wir sind froh diese Reisen gemacht zu haben.


      Unser Fazit für die Campingzeit in der damaligen DDR.


      Wir möchten die Zeit nicht missen, obwohl vieles primitiv war.


      Die Betonung liegt aber auf Campingzeit!


      So, das war es jetzt wirklich


      hobbyuwe
    • Hallo hobbyuwe,

      fast bin ich geneigt das "hobby" in der Anrede wegzulassen. Nach den ganzen Berichten und Bildern habe ich irgendwie das Gefühl, dich sehr gut zu kennen. :w

      Vielen herzlichen Dank für deine ganzen tollen Berichte und natürlich auch für die vielen tollen Fotos. Danke für die Mühe die du dir gemacht hast, mir und sicher auch vielen anderen etwas aus der damaligen Camperzeit zu vermitteln. Das Lesen der vielen kleinen Anekdoten hat richtig viel Spaß gemacht!

      Von mir ein virtueller Orden als Dank für deine Ausdauer beim Schreiben :ok :anbet: :ok :anbet:
      Gruß vom Fischkopp

      "Scheint die Sonne auf das Schwert, macht der Segler was verkehrt."