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Angepinnt Camping in der DDR... wie war´s denn damals?

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    • Camping in der DDR... wie war´s denn damals?

      Hallo Camper,

      lange ist es nun her, da war es nicht ohne Weiteres möglich, daß ein Camper aus Rostock seinen Wohnwagen anspannte um nach etlichen Stunden Fahrt am Bodensee die Stützen auszukurbeln und den Klapptisch aufzustellen. Ich rede von der Zeit, als Deutschland zweigeteilt war und die Camper aus der damaligen DDR ihre Urlaube meist irgendwo zwischen Rügen und Plauen verbrachten. Ich spreche von der Zeit des Quek oder des Bastei, meist gezogen von Wartburg, Trabant oder Lada.

      Seit dem sind nun runde 20 Jahre ins Land gegangen und so langsam verblassen meine Erinnerungen an die paar Campingurlaube meiner Kindheit. Und gerade deshalb beschäftigt mich die Frage: "Wie war das denn damals auf den Campingplätzen der Republik"? Konnte man in´s Blaue hineinfahren oder musste man vorbuchen? Konnte man einen Wohnwagen einfach so kaufen oder musste man auch lange darauf warten? Was waren die beliebtesten CP? Gab es vieleicht sogar Camper aus der damaligen Bundesrepublik, die mal einen Campingplatz der DDR besucht haben? Fragen über Fragen.

      Wir haben ja hier im Forum viele Camper aus den neuen Bundesländern. Vielleicht waren viele von ihnen ja schon damals mit WW oder Zelt unterwegs und können hier die eine oder andere Geschichte erzählen, ein paar nette Anekdoten zum Besten geben oder Ähnliches. Eventuell hat sogar noch jemand ein paar alte Fotos und hat die Möglichkeit, diese hier einzustellen. Das würde die Geschichten natürlich noch lebendiger machen.

      Meine fast einzige Erinnerung an einen WW Urlaub stammt aus der Mitte der 80er Jahre. Damals war ich mit meinen Großeltern auf einem Campingplatz in oder bei Lychen, das liegt heute in Brandenburg. Der Campingplatz lag direkt an einem See und war dicht bewaldet. Wir waren in einem Wohnwagen Marke Bastei untergebracht der dem Betrieb meiner Großeltern gehörte. Ich sehe heute noch den wunderschönen See vor mir, auf den ich mit meinem Großvater oft zum Angeln hinausgefahren bin. Ebenso die lange Reihe der "Plumpsklos". Und ich glaube es gab sogar ein Freilichtkino direkt am See und ich sah dort zum ersten Mal den Film "E.T." Ein toller Urlaub, sonst könnte ich mich nicht mehr so genau daran erinnern.

      Eine Bitte noch:
      ich habe diese Thema eröffnet weil ich ausschließlich an den "alten" Campergeschichten interessiert bin. Deshalb fände ich es schade, wenn das Thema in eine politische Richtung abdriftet. Das würde nicht hier ins Forum gehören und wurde in den letzten paar Wochen auch ausgiebig in den Medien thematisiert.

      Und nun freue ich mich auf ein paar nette Beiträge und hoffentlich viel Lesestoff der "alten Hasen". :w
      Gruß vom Fischkopp

      "Scheint die Sonne auf das Schwert, macht der Segler was verkehrt."
    • Ich finde das Thema klasse. :ok
      Mich würden Fotos interessieren. :)
      Ich würde gerne wissen wie es damals in Ost-Deutschland aussah. :?:
      Wenn nicht jetzt,wann dann..nix wie weg und nie mehr fremde Betten!!
    • Hi Fischkopp,

      tolles Thema und schöner Bericht. Gerade im Sommer sieht man doch noch mehr Queks als Trabants.

      Meine Frau erzählt immer, wenn es um Camping zu DDR-Zeiten geht, wie sehr sie das gehasst hat. Es ging immer an den "Effi"(FKK-Strand)

      Didi
    • Fotos hab ich leider keine mehr aus der Zeit ( oder auf die Schnelle keine gefunden ). Wir haben 1986 Zelturlaub auf Rügen und Usedom gemacht. Reserviert hatten wir nie, einen Platz für den PKW und das kleine Zelt gab es immer irgendwie. Allerdings waren die damaligen Sanitäranlagen ( Fischkopp schrieb ja schon von Plumsklos, auf einigen CP nur kaltes Wasser usw.) ein Grund für uns, keinen Campingurlaub weiter zu machen.

      2001 fingen wir an Wohnmobil zu fahren ( nie auf CP ), und vor 4 Wochen haben wir unseren ersten Wohnwagenurlaub gemacht und waren auch erstmals seit 1986 wieder richtig auf einem CP.

      Gruß
      Nur wenige Menschen wissen, daß das Erreichte zählt, weitaus mehr Menschen sind der Meinung, dass das Erzählte reicht.
    • Geschichten erzählen :D kommt drauf an, ich war natürlich noch ziemlich jung und kann mich nur noch wage erinnern (siehe Bild 1 :_whistling: )

      Ich denke mal sooo viel anders war das auch nicht wie außerhalb der großen langen Wand. Vielleicht ein wenig freier, denn wenn ich überlege das ich mit 12 das erstemal allein Zelten war und mit 14 schon 3 Wochen mit meinen Kumpels an der Müritz stand, mit Lagerfeuer und ..., dann kann man das mit heute überhaupt nicht mehr vergleichen. Die Plätze die ich kannte bzw. heute noch kenne haben sich gewaltig geändert, einerseits zum positiven, andererseits aber auch zum negativen. Ich finde z.B. das es früher wirklich noch echtes Campen war und man sich doch (als Jugentlicher) besser entfalten konnte. Es gab immer extra Abschnitte wo nur die Jugend stand und mehr od. weniger machen konnte was man(n) wollte, was heute echt problematisch ist. Aber wie gesagt, denke ich mal, dass es anderswo genauso war. Von meiner Frau die Tante stand immer den Sommer über mit einem Hauszelt an der Ostsee mit allem was ein damalieger Camper so gebraucht hat.

      Übrigens standen damals auch schon Camper aus Schweden dort.



      Bilder sind rar und müssen alle ersteinmal müheselig rausgesucht und eingescannt werden :motz:
      Gruß Schnuffis

      Lache nicht über jemanden, der einen Schritt zurück macht. Er könnte Anlauf nehmen.

      Für die einen die Signatur - für die anderen der sinnloseste Satz der Welt.
    • Da werde ich mal den Anfang machen.

      Da wir begeisterte Motorradfahrer waren, standen Auto und Wohnwagen bis Anfang der 80er Jahre für uns auf keiner Wunschliste.

      Als wir dann aufs Land zogen, kam dann auch ein Trabbi und später ein Skoda 120 ins Haus.1983 zu Pfingsten haben wir uns einen Quek Junior ausgeliehen und sind damit auf den Campingplatz Ueckeritz (Insel Usedom) gefahren. Das Wetter war besch... und der Platz ziemlich leer. Entsetzt waren wir, dass wir pro Tag 2.50 (DDR-Mark) bezahlen sollten, hatten wir doch bisher mit dem Zelt nur 0.50 Mark zahlen brauchen. Langer Rede kurzer Sinn- wir waren infiziert. Ausgerechnet wir, die wir uns bisher über die Weicheier mokierten, die mit einem Wohnwagen unterwegs waren.

      Im Juni 1885 machten wir dann (wieder mit einem geliehenen Quek Junior) eine Rundreise durch den den Böhmerwald. Wieder waren wir in eine Schlechtwetterperiode geraten. An den für Mittelgebirge typischen steilen Steigungen hatte unser Skoda mit seinen 45 PS doch manchmal rechte Mühe. Die Campingplätze waren schön, doch Sanitäreinrichtungen nach dem sogenannten heutigen Standard gab es nicht. Einen Preisunterschied zwischen Zelt und WW gab es nicht, allerdings mußten in der CSSR Ausländer ohnehin mehr bezahlen als Einheimische.

      1986 folgte noch einmal ein Zelturlaub am Balaton, weil der Wohnwagenvermieter (übrigens eine kommunale Einrichtung) zu unserem Wunschtermin ausgebucht war.

      1987 kauften wir einen Unfall-Quek. Die linke Aussenwand war demoliert. Ich "besorgte" eine neue Haut und nach ein paar . Wochen hatten wir einen "neuen" WW, einschliesslich Isolierung und Kühlschrank.

      Am 5.August ging es damit, als Zugwagen jetzt ein Dacia, nach Rumänien. Noch heute sind wir der Meinung, dass das der schönste Urlaub war, den wir je gemacht haben

      Wir wußten, das in Rumänien Kaffee, Strumpfhosen und Jeans "anerkanntes" Zahlungsmittel waren. Wir fuhren auf direktem Weg über die Transfagarasch nach "Neptun" bei Konstanza. Übernachtet wurde auf sogenannten Biwakplätzen, da die Zeltplätze selten und miserabel waren. In Neptun angekommen, war die Überraschung, dass der Campingplatz überfüllt war. Die Ausweichlösung war jedoch besser als jeder damalige Campingplatz. Ein Hotel hatte eine riesige Sonnenkollektoranlage. Die Kollektoren standen auf ca. 3 Meter hohen Stützen, darunter war es schön schattig und man konnte die Sanitäreinrichtungen der benachbarten Bungalowkollonie nutzen. Wir blieben 10 Tage, völlig kostenlos. Mit uns standen dort noch ca. 20 Wohnwagen.

      Der Rückweg führte uns durch die Ostkarpaten. Eine der (damals?) unberührtesten Landschaften in Europa. Unendliche Wälder, Rotwild in greifbarer Nähe, sogar einen Bären bekamen wir zu sehen. Übernachtet wurde an irgendeinem Bach, der Wasser zum kochen und Waschen lieferte.

      Es gab natürlich auch Probleme. Die Benzinbeschaffung z.B.. Benzin war streng kontingentiert und als Ausländer bekam man im guten nur was, wenn man Westgeld hatte - wir hatten keines. Auch Lebensmittel, ausser Obst und Gemüse, stellten uns manchmal vor Probleme, doch der mitgenommene Kaffee regelte fast alles.

      Heute macht das alles nur noch halb so viel Spaß. Man zückt seine Kreditkarte und alle Tor stehen einem offen.

      Nun sind wir etwas älter geworden und schätzen das natürlich auch. Wir meckern genauso über unsaubere Toiletten oder zu kaltes Wasser wie alle anderen auch.

      Aber heute wie damals suchen wir möglichst extreme Plätze auf unseren Reisen auf. Wir waren am Nordkap und auf Sizilien, am Atlantik und am Schwarzen Meer. Es ist überall auf der Welt schön, wo man sich ein bischen freuen kann.

      Vieleicht sucht ihr mal unter "wlambda", da habe ich von einigen Fahrten unter heutigen Verhältnissen geschrieben.



      Gruß Wolfgang

      Edit: ich sehe gerade, da war jemand schneller.

      Wolfgang
      Irre gibt es auf der ganzen Welt, sogar im Irrenhaus
      Gruß Wolfgang
    • Na das ist doch schon einmal ein Anfang, danke den bisherigen Antwortstellern. Toll Schnuffis, daß du extra ein paar Fotos rausgekramt hast :ok .

      Mit 14 schon allein zum Campen; solche Geschichten kenne ich von meinem Vater auch noch. Damals wurde der Star* bepackt und gann ging es mit ein paar Leuten los.Die waren glaube ich immer in der Nähe von Neustrelitz an einem See campen.

      FKK wird tatsächlich oft mit Camping an der Ostsee in Verbindung gebracht, so wie Didi ja auch schrieb. Da gings mir damals nicht anders. Wir waren dann oft auf Usedom in Koserow am Strand zum "nackischbaden" :w

      Ich bin demnächst mal wieder oben und dann muss ich meinen Großeltern und Eltern auch mal ein paar Fotos aus dem Kreuz leiern.

      @ Wolfgang: danke für deinen tollen Bericht... da hab ich schon drauf gewartet :ok . Ich wusste zum Beispiel nicht, daß man sich WW damals leihen konnte. Insgesamt habt ihr ja dann damals schon interessante Reisen unternommen.

      :* ein Star war ein Moped, siehe auch Schwalbe, Sperber und Co.
      Gruß vom Fischkopp

      "Scheint die Sonne auf das Schwert, macht der Segler was verkehrt."
    • Wir, meine Frau und ich, sind langjährige Camper. Wir kommen aus der grünen Mitte Deutschlands, aus dem Thüringer Wald.
      Der erste Campingversuch erfolgte 1961, nach Abschluss meiner Lehre, mit einem kleinen Zwei-Mann-Zelt auf dem Motorrad an die Ostsee. Dann folgten Studium und Familienbildung. Ab 1968 ging es mit dem Camping richtig los, mit einem großen Zelt.
      Camping war in der ehemaligen DDR die einzige Urlaubsform, wo man unabhängig war und den Aufenthaltsort relativ unkompliziert wechseln konnte, wenn es einem gefiel, und wenn man denn auf dem Platz unterkam.



      Die vom gewerkschaftlichen Feriendienst und von den Betrieben vergebenen Ferienplätze waren zwar sehr preiswert, aber man war auch vom Wohlwollen abhängig, denn die Plätze wurden nach bestimmten Kriterien vergeben und man wollte im Urlaub ja nicht unbedingt wieder den gleichen Leuten gegenüber sitzen, wie auf Arbeit. So war Camping eine gute Alternative.

      Da auch die Vergabe der Campingplätze, vor allem an der Ostsee, zunehmend über die „Zentrale staatliche Zeltplatzvermittlung der DDR“ organisiert und kontrolliert wurde, fuhren wir seit 1972 nur noch in das osteuropäische Ausland, also Tschechoslowakei, Ungarn, Rumänien und Bulgarien. Das war ein kleines Stückchen Freiheit, obwohl auf stark von DDR-Bürgern frequentierten Plätzen, vor allem in Ungarn, immer wieder Menschen auftauchten, die dort nicht Urlaub machten, sondern Dienst taten! Man machte sich gegenseitig auf sie aufmerksam und aus meinem Heimatort entdeckte ich auch jemanden. Es hat sich uns auch einmal jemand angeschlossen, von dem wir später erfuhren, dass es ihm nicht um unsere Freundschaft gegangen war.

      Wie dem auch sei, es waren schöne Campingjahre aus einer vergangenen Zeit, und über das „vergangen“ sind wir nicht unglücklich!

      Besonders schöne Erinnerungen haben wir an die Slowakei, mit der Hohen Tatra, der Niederen Tatra, der Mala Fatra, dem Slovenskij Raj, dem Stausee Zemplinska Sirava oder den Thermalbädern Pistiani, Sklene Teplice oder Calovo.

      Auch Rumäniens herrliche Landschaften haben sich eingeprägt, zum Beispiel das Fagaras-Massiv mit der Hochgebirgsstraße, die Maramuresch, ein touristisch kaum erschlossenen Gebiet im Norden Rumäniens, in dem die Menschen ganz normal in Trachten gekleidet waren, den Heiteren Friedhof, das Donaudelta und das Delphinarium und natürlich das Schwarze Meer.


      Der Wunsch nach einem Wohnwagen kann relativ früh auf, aber es gab, wie auf PKW auch, lange Wartezeiten und die Ww waren auch relativ teuer. Deshalb habe ich, wie viele tausend andere, einen Ww selbst gebaut. Nicht einen, sondern Drei, innerhalb von 8 Jahren. Frei nach einem Sprichwort für den Hausbau kann ich sagen, der erste war für meinen Feind (so unvollkommen war er), der zweite für meinen Freund (der war schon besser) und der dritte für mich (der entsprach meinen Vorstellungen am besten).
      Die Jungfernfahrt ging 1972 nach Ungarn, die letzte mit der Marke „Eigenbau“ 1990 nach Italien.


      Eigenbau der 1.

      [IMG:http://up.picr.de/3238648.jpg]
      Eigenbau der 2.


      [IMG:http://up.picr.de/3238650.jpg]

      Eigenbau der 3.
      [IMG:http://up.picr.de/3238654.jpg]
      Dazwischen ein Qek Junior

      [IMG:http://up.picr.de/3238662.jpg]

      1991 kauften wir uns einen Hobby 420, mit dem wir 13 Jahre glücklich waren, 2004 einen etwas größeren Fendt, der uns enttäuschte, 2008 ein Wohnmobil, mit dem wir total unglücklich waren und deshalb, weil ein Ende mit Schrecken (finanzieller Verlust) besser ist, als Schrecken ohne Ende (immer weiter mit diesem Teil unterwegs zu sein) in diesem Sommer wieder einen Wowa, einen Eriba Feeling 430.
      In unserem zweiten Camperleben nach 1990 haben wir viel von Westeuropa und als besonderen Höhepunkt Marokko kennen gelernt, es ist aber noch genügend für möglichst viele weitere Jahre über geblieben, die wir als Rentner mit viel Zeit nutzen wollen.


      Gruß und Kuss - Antonius
    • Hallo Antonius,

      danke auch für deinen Bericht und die tollen Bilder!
      Respekt und Anerkennung vor deinen Eigenbau WW, hätte das von den Bildern her nicht erkannt.
      Ist das Zugfahrzeug auf dem ersten Bild ein Moskwitsch?
      Gruß vom Fischkopp

      "Scheint die Sonne auf das Schwert, macht der Segler was verkehrt."
    • Tolles Thema :ok

      ich bin als Kind sozusagen schon mit Campermuttermilch groß geworden. Die ersten Jahre waren es schöne Urlaube im Zelt. Mal an der Ostsee, eine Tour durch die Tatra im Trabbi umgeben von vielen eingeweckten Essensvorräten, jahrelang am Dreetz in Brandenburg und vielen weiteren.
      Bild_03.jpg

      Dann haben sich meine Eltern einen kleinen Wohnwagen geleistet, und es ging mit "Kasimir" auf Reisen.
      Bild_04.jpg

      Die schönsten Touren führten nach Polen in die Masuren. Traumhafte Landschaft, nette Leute und wir hatten eine ganze Insel für uns alleine. Die gehörte einer dicken Pani, die wir nach einem Zeltplatz gefagt haben und sie meinte, fahrt nur weiter, dann kommt ein dünner Knüppeldamm und die Insel ist meine, könnt ihr nutzen. Wasser gab es damals im Ort, ganze zwei Brunnen.
      Wir waren 4 Familien und fühlten uns wie Robinson.
      Eine polnische Familie, die uns auch immer mit Eiern und Butter versorgte, schlachtete zum Abschied eine Gans und bereitete uns ein Festessen. Es war ihre letzte Gans und sie waren im Gegensatz zu uns arm wie die Kirchenmäuse und trotzdem Gastfreundlich hoch 10. Da lernt man für´s Leben. Wir hatten noch lange Jahre Kontakt. Nur der ostdeutsche Zoll war nach einiger Zeit so gemein, Zoll auf unsere Carepakete zu erheben. Mensch das waren doch nur Sachen die wir nicht mehr brauchten, Klamotten, Gardienen etc. Zoll konnte sich diese Familie aber nicht leisten.
      Das machte Wut!!!
      Danach haben wir mit Beziehungen einen tollen Campingplatz bei Binz aufgetan und sind mehrmals hin.
      Später hatte meine Firma 2 Basteis und die standen auch mit Beziehungen in Graal Müritz. Wir haben im Gegenzug dort den Friseur in der Saison am Leben erhalten.
      Neben uns standen mal welche aus dem Centrum Warenhaus aus Berlin, kamen mit Taxi vom rostocker Bahnhof uns sahen gar nicht wie Camper aus.
      Nach einer Nacht kam er dann zu mir und fragte wie ich schlafe, geht den doch gar nichts an!!!
      Es sagte was von eng und gestossen und so, da bemerkte ich das er Tisch und Sitzecke nicht umgebaut hat zum schlafen. 8o
      Greenhorns halt, ich half ihm umbauen und er war megaglücklich.
      Nach einem zwischenzeitlichem Zelturlaub haben wir dann einen Qeki gekauft.
      Kleines Joe
      Bild_05.jpg

      Den hab ich geliebt und wir sind lange damit umhergefahren.
      Weiter geht es hier urlaubsberichte-kwako.de.tl/Warum-nur-.--.--.-.htm

      So, das wars erst mal, by Heike
    • kwako schrieb:

      ...und es ging mit "Kasimir" auf Reisen.
      ...
      dann einen Qeki gekauft.
      Kleines Joe
      ...

      Hallo Heike,

      danke für deinen netten und bebilderten Bericht!
      Tolle Namen hattet ihr für eure WW. Der "Kasimir", was war das denn für ein Modell, falls du das noch weißt?

      Teddy schrieb:

      ...
      :D Ich bin begeistert, wie das Thema angenommen wurde und sich entwickelt! ...

      Da bin ich genauso begeistert und überrascht. Freut mich riesig :w
      Gruß vom Fischkopp

      "Scheint die Sonne auf das Schwert, macht der Segler was verkehrt."
    • Hi Fischkopp, schau mal hier
      weferlinger.de/mainsite.htm
      Der war so süß und federleicht. An der Ostsee haben wir das Teil immer leer geräumt damit wir durch den Zuckersandweg gleich hinter die Dünen kamen.
      Wir waren da oben der einzige Wowa mit Seeblick.
      Die Plackerei hat sich gelohnt. Nach dem Urlaub wurden die Klamotten, Betten, Geschirr etc wieder zum Weg getragen und der Woni mit 4 Leuten wieder durch den Sand geeiert.
      Das sorgte für ne Menge Spaß und Zuschauer.

      by Heike
    • Teddy schrieb:

      Richtig erkannt und müßte ein 412 sein


      war noch ein 408, zwar schon mit 4-Gang-Getriebe, aber noch seitengesteuert, mit 50 SAE - PS (etwa 45 DIN - PS)

      Wenn man nicht die Drehzahl hielt, dann ist ein Trabbi am Berg davon gezogen. Aber als Zugwagen war er ganz brauchbar. Unser ungarischer Freund hat nach einer gemeinsamen Fahrt gesagt: "Auto ist Moskwich - aber Motor VOLVO!, so beindruckt war er von der Fahrleistung mit Hänger, aber das war 1972!
    • Erinnerungen an unsere Ostcamperzeit

      Seit 1971 trieb uns die Campingleidenschaft um. Wie es dazu
      kam, welche Entwicklung unser Familienhobby im Laufe der Zeit nahm und woran
      wir uns noch heute augenzwinkernd erinnern, stellen wir auf unserer Homepage unter dem Titel "Ostalgie-Camping "
      vor. Wer Zeit und Interesse hat, kann sich ja mal einklicken.


      Cubi
    • Hallo cubi,

      auf eure Web Seite bin ich durch Teddy schon aufmerksam geworden und habe darin in der letzten Nacht bereits gestöbert. Danke für den link! :ok

      @ hobbyuwe: den Spannungsbogen hast du jetzt erfolgreich aufgebaut :D . Der Herbst wird lang, also werden wir mit ausführlichen und bebilderten Beiträgen keine Probleme haben :w . Immer her damit.
      Gruß vom Fischkopp

      "Scheint die Sonne auf das Schwert, macht der Segler was verkehrt."
    • Hallo cubi,

      das ist ein sehr schöner Bericht, den ihr da geschrieben habt. Mit den Bildern leben alte Erinnerungen auf und Details treten ins Bewusstsein.

      Wie zum Beispiel dieses:



      An einem Sonntag Abend kam auf dem Cp Achtopol in Bulgarien, unweit der türkischen Grenze, ein Trabant aus Berlin an.

      Er hatte einen Camptourist am Haken, war also von der Anhängelast voll ausgereizt. In Berlin war er am Freitag Nachmittag nach der Arbeit los gefahren!

      Man bedenke: 3 Personen, im Trabant, mit 26 PS, mit Anhänger, Schalldruckpegel bei 90 dB, 2200 km Fahrstrecke (wie nach Sizilien), fast ohne Autobahn, 4 Grenzen, ein mal Fähre, mindestens 10 mal tanken und das in reichlich 2 Tagen!



      Trabantfahrer waren eben die härtesten! :thumbsup:



      Interssant, cubi, ist die Bezeichnung "Bruderfreundesland". Bruderland war bei mir die Sowjetunion, die anderen waren mehr Freundesländer, nach dem Motto:

      Freunde kann man sich aussuchen, Brüder hat man! :tongue: Aber Spaß beiseite, danke für den Bericht.



      Viele Grüße Antonius