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Angepinnt DIN VDE 0100-721 „Elektrische Anlagen im Bereich Caravan“

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    • DIN VDE 0100-721 „Elektrische Anlagen im Bereich Caravan“

      In meiner sehr kurzen Zeit in diesem Forum hier, kam sehr oft die Frage, nach Kabeltrommeln und Anschlüssen am Wohnwagen. Ich versuche mit diesen Beitrag hier mal für Klarheit zu sorgen.

      Alles heut zu Tage wird von irgendwelchen Normen oder Vorschriften geregelt, auch in der Elektrotechnik. In der Elektrotechnik nennen sich die Vorschriften DIN VDE. Für uns camper ist die wichtigste VDE die DIN VDE 0100-721.

      Was regelt die VDE in unserem Fall?
      Vorweg erstmal der Link, worrauf ich mich im weiteren Verlauf dieses Beitrages beziehen werde.
      Die Auszüge aus der VDE hinterlege ich in kursiv, meine Erläuterungen dazu, in normaler Schrift. Aber ich denke, die zusammenfassung des Links ist schon recht gut erklärt und zusammen gefasst.

      In der DIN VDE 0100-721:2010-02 wird zunächst der Anwendungsbereich genauer beschrieben. Sie umfasst jetzt nur noch Caravans und Motorcaravans, also Wohnanhänger und Wohnmobile. Wohncontainer, und fahrbare Mobilheime, die nicht für den Straßenverkehr geeignet sind, fallen nicht mehr in die Zuständigkeit diese Norm.

      Für die Stromversorgung des Caravans ist von nun an mindestens eine Verlängerungsleitung aus schwerer Gummischlauchleitung H07RN-F mit 2,5 mm² erforderlich. Kleinere Querschnitte sind nicht mehr zulässig!
      Was ist diese H07RN-F eigentlich für ein Kabel?

      Das H07RN-F Kabel ist für hohe mechanische Belastung, auch für die dauerhafte Verwendung im Freien mit einer Bemessungsspannung von 750 V (Leiter gegen Leiter; 450 V gegen Erde) ausgelegt. Diese Zuleitung vom Campingplatzanschluss bis zu dem Wohnwagen, muss mindestens einen Aussenleiter (L1,braun), den Neutralleiter (N,blau) und den Schutzleiter (PE,grün gelb) besitzen. Der Querschnitt muss mindestens 2,5mm² betragen.
      Leider wurde hier in dieser Zusammenfassung ein wichitiges Detail vergessen, in der VDE wird auch gefordert, das diese Verbindungsleitung nicht länger als 25m sein darf.

      Nun kommen wir zu den Steckvorrichtungen:

      Die Anschlüsse am Fahrzeug sowie der Speisepunkt am Stellplatz müssen ausnahmslos mit den mittlerweile üblichen „CEE-blau“-Steckverbindungen ausgeführt sein. Die Versorgung über Schukosteckvorrichtungen ist nicht mehr zulässig. Diese Forderung ist nicht neu, schon 1980 hat man dieses System vorgeschrieben.

      Nun ja, ich denke das ist recht eindeutig und es muss nichts weiter hinzugefügt werden. Aber warum eigentlich diese CEE Stecker verwenden?

      Diese Forderung ist nicht umsonst so lange so nachdrücklich gestellt worden – ein einfacher Klemmfehler innerhalb eines Campingfahrzeuges kann beim nicht-verpolungssicheren Schuko-Stecksystem schon lebensgefährlich sein. Die CEE-Steckvorrichtung hingegen bietet nicht nur die nötige Verpolungssicherheit, sondern ist auch bauartbedingt spritzwassergeschützt. Innerhalb des Caravans dürfen natürlich weiterhin Schukosteckdosen verwendet werden.

      Das war jetzt erstmal nur die Zusammenfassung für die Zuleitung vom Wohnwagen zum Campinplatz.

      Ich fasse noch einmal zusammen, was ihr bei der Auswahl des Kabels beachten müsst:
      -das Kabel muss ein H07RN-F sein
      -der Querschnitt muss mindestens 2,5mm² betragen
      -die maximale Länge der Leitung darf höchstens 25m betragen
      -die Steckvorrichtungen müssen die blauen CEE Stecker sein
      -benutzt ihr eine Kabeltrommel, so muss diese Spritzwassergeschützt sein und IP 44 betragen.

      Nun macht die VDE aber auch noch eine Aussage wie die Elektroinstallation innerhalb des Wohnwagens auszusehen hat und was der Campingplatz eigentlich bereitstellen müsste.

      Die elektrische Anlage innerhalb des Wohnwagens wird in der DIN VDE 0100-721 wie folgt beschrieben:
      Für Stromkreise die mit 12V Gleichspannung betrieben werden, also z.B. bei Bordspannung über den PKW, ist nur ein Schutz gegen die Überlast vorzusehen. Der Schutz gegen elektrischen Schlag kann entfallen, da wir nur eine Spannung von 12V haben und die unter Schutzkleinspannung fällt.

      Anforderungen bei 230V Wechselspannung:

      -Die Gesamte elektrische Anlage des Caravans muss durch einen Hauptschalter abschaltbar sein. (Ein FI zählt als Hauptschalter).
      In der VDE 0100-708 werden die Anforderungen der elektrischen Anlage des Campingplatzes behandelt.

      -Jeder Stromkreis muss durch eine Überstromschutzeinrichtung (Sicherungsautomat) abgesichert werden.

      -zusätzlich wird gefordert, das jeder Stromkreis durch einen RCD mit einem Bemessungsdifferenzstrom von 30mA abgesichert wird.

      -bei allen Leitungen, Betriebsmitteln und sonstigen Verbrauchern muss der Schutzleiter angeklemmt sein

      -die Leitungen müssen mind. der Kategorie H05RN-F (feindrähtige Leitungen) enstprechen

      -der Querschnitt muss mind. 1,5mm² betragen (Es ist dabei zu beachten, das durch Belastung, Verlegeart oder Häufung der Querschnitt auch größer ausfallen kann)

      -bei der Verlegung ist darauf zu achten, das die Leitungen gegen mechanische Erschütterung, Beschädigungen geschützt werden.

      -nicht in Rohren oder Kanälen verlegte Leitungen, müssen mit Isolierten Nagelschellen in einem Abstand von mind. 25cm befestigt werden

      -alle Aderenden müssen mit Aderendhülsen versehen werden wenn sie z.B. an Steckdosen angeschlossen werden sollen

      Elektrische Anlage des Campingplatzes:

      Die VDE besagt, dass die Nennspannungsversorgung max. 230V bei Wechselstrom und max. 400V bei Drehstrom betragen muss. Die elektr. Stromversorgungseinrichtung (auch Speisepunkt genannt), muss neben jeden Caravan/Zeltplatz angeordnet sein. Für jedes bewohnte Freizeitfahrzeug muss mindestens eine Steckdose mit CEE Anschluss vorgesehen werden. Diese Anschlüsse müssen mit einem Leitungsschutzschalter, von mind 16 Ampere abgesichert sein. Weiterhin, muss ein Fehlerstromschutzschalter (RCD, auch bekannt unter FI), mit einer Auslöse Chrakateristik von 30mA verbaut werden. Dies gilt für jeden Anschluss separat.

      Ich möchte nochmal auf folgendes explizit Hinweisen:
      Ich möchte hier niemanden dazu ermutigen Hobbyelektriker zu werden.
      Leider wird die elektrische Anlagen von Caravans häufig nicht von Elektrofachkräften betreut – dafür umso öfter von Elektro-Heimwerkern, die mit wenig Fachkunde viel basteln. Umso wichtiger ist es, darauf zu achten, dass die sicherheitsrelevanten Forderungen der Norm auch in jedem Fall umgesetzt werden.


      Ich hoffe ich konnte einige häufig gestellten Fragen beantworten. Vielleicht könnte man diesen Beitrag anpinnen, damit er nicht in der Versenkung verschwindet.


      Schöne Grüße

      Denny

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Teddy ()

    • Puh, danke, sehr informativ. Ich glaub da muss ich die Bastelei, die ich mit meinem Wohnwagen mitgekauft habe (CEE auf Schuko- Verlängerung dazwischen - Schuko auf CEE), wohl bald mal ersetzen :_whistling:

      Der Frank
      Vielen Dank
      Der Frank

      PS.: Von Postings, die einzig und allein mitteilen, wie blöd diese Frage oder Aussage ist, bitte ich abzusehen, da sie schon tausendfach im Forum zu finden sind. Benutze dafür bitte die Suchfunktion ;-) :anbet:
    • Denny74 schrieb:

      Für jedes bewohnte Freizeitfahrzeug muss mindestens eine Steckdose mit CEE Anschluss vorgesehen werden. Diese Anschlüsse müssen mit einem Leitungsschutzschalter, von mind 16 Ampere abgesichert sein.


      Hallo Denny,

      vielen Dank für Deine Zusammenfassung. Der obere Auszug verunsichert mich etwas. Müsste es nicht heißen, dass die Abgänge auf dem Campingplatz mit max. 16 A abzusichern sind?

      Irgendwo habe ich mal gelesen, dass Steckdosen innerhalb eines Wohnwagens/Wohnmobils einen Schutzgrad/Deckel wie auch immer aufweisen müssen. Hast du diesbezüglich ein paar Infos?

      Viele Grüße
      Steffen
    • Die 16A beziehen sich auf den Anschluss vom Campingplatz. Dieser Anschluss muss mind. 16A betragen, mehr wäre doch besser für uns, umso mehr Leistung können wir anschliessen. Diese Sicherung sichert ja nur die Zuleitung vom Campingplatz zum Wohnwagen ab. Die Sicherung im Wohnwagen sichert deine Steckdosen im Wohnwagen ab, diese Sicherung wird anhand der Leitung ausgewählt. Hast du nen flexibeles 1,5mm² darf es mit maximal 10 oder vielleicht auch 13A absichern. Mit 16A darfst du nur ein flexibeles 2,5mm² absichern.
    • Hallo Denny,

      auch von mir Danke für deine Arbeit. Im Zusammenhang mit unserem künftigen WoWaKauf ist natürlich auch diverses an Zubehör fällig, wie z.B. Kabel. Da ist es mir schon wichtig, das Richtige zu kaufen.

      Und falls ich mal als "Elektro-Heimwerker" Kabel im WoWa verlegen möchte, ist das gleich die richtige Anleitung, auf was zu achten ist, wie z.B. die Aderendhülsen

      Gruss Wolfgang
    • Danke Dir für die Arbeit!. Angesichts dessen, was ich auf den Campingplätzen bisher vorgefunden habe, lass ich mich mal zu der Aussage hin reißen, dass es in sehr vielen Fällen die Plätze selber sind, die uns geradezu zwingen, mit Adaptern, überlangen Leitungen und daraus wegen des Gewichtes zu dünnen Leitungen durch die Lande zu reisen. Gerade kürzlich noch im letzten Urlaub, war mein Anschlußkasten rund 50 Meter weit weg. Wäre ich da nur Normgerecht angereist, hätte ich drei Wochen ohne Strom dort normgerecht wohnen können oder wäre normgerecht abgereist. Ich finde es lustig, wie viele Augen da von den Inspekteuren der Plätze zugedrückt werden müssen, das man bis heute derart oft noch auf solche Anschlüsse trifft.


    • :undweg:

      Denny74 schrieb:

      Man muss dazu sagen, das in Anlagen der Bestandsschutz herrscht.



      Est mal danke für deine Ausführungen. Es ist schon erschrecken, auf was man alles achten sollte.
      Ich denke viele machsen sich darüber überhaupt keine Gedanken.

      ......wenn das so mit dem Bestandsschutz ist, kann ich ja meine 30 Jahre alte 50m Trommel 1,5m² mit Schukosteckern weiterverwenden 8) :undweg:

      Gruß nelke
    • Denny74 schrieb:

      Die 16A beziehen sich auf den Anschluss vom Campingplatz. Dieser Anschluss muss mind. 16A betragen, mehr wäre doch besser für uns, umso mehr Leistung können wir anschliessen. Diese Sicherung sichert ja nur die Zuleitung vom Campingplatz zum Wohnwagen ab.


      Hallo Denny,

      was meinst du mit Anschluss? Nicht, dass wir hier aneinander vorbeischreiben.

      Man könnte den Text so interpretieren, dass ein Sicherungsautomat größer 16A für den Abgang am Verteiler der Campingplatzes zum Einsatz kommen kann. Da das Kabel und die blauen CEE-Steckverbinder aber auf einen Nennstrom von 16A ausgelegt sind, ist es sicherlich nicht zulässig beispielsweise einen 20A Automaten einzusetzen.

      "Eigentlich" müssten die Campingplatzbetreiber genau 16A Abgänge zur Verfügung stellen. Dann hätte man a) die Selektivität in Anbetracht der 10A-Absicherung im Wohnwagen und b) die Auslegung der Kabelverbindung vom Verteiler zum Wohnwagen berücksichtigt.

      Zum Thema Bestandschutz: Bei Reparaturen erlischt grundsätzlich nicht der Bestandschutz, solange die Installation den zum Zeitpunkt der Errichtung gültigen Normen entspricht und der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt wird. Das soll jetzt nicht heißen, dass ich dafür bin, die alten Installationen unter dem Deckmantel "Bestandschutz" aufrecht zu erhalten - eher im Gegenteil. Wenn wir das aber auf andere Gebiete übertragen würden, dann müsste man bei jeder kleinen Reparatur beispielsweise Industriezweige stilllegen, nur weil sich mal eine Norm geändert hat und eine Umrüstung einen wirtschaftlichen Totalschaden bedeuten würde..........

      Viele Grüße
      Steffen
    • Okay, da muss ich dir recht geben, ich hab gestern lediglich nur aus der VDE zitiert, und da stand drin, das der Sicherungsabgang auch grösser als 16A sein kann. Sollte dies natürlich der Fall sein, muss sich auch der Leitungsquerschnitt ändern. Aber ich denke grössere Sicherungen als 16A werden wir eh kaum erleben. Natürlich hast du recht mit dem Bestandsschutz, aber ich wollte es für"Leihen" verständlich schreiben. Daher bin ich nicht weiter drauf eingegangen, letztendlich gehts hier ja auch um den Wohnwagen, was auf dem Campingplatz passiert haben wir sowieso kein Einfluss drauf.
    • Campix schrieb:

      Danke Dir für die Arbeit!. Angesichts dessen, was ich auf den Campingplätzen bisher vorgefunden habe, lass ich mich mal zu der Aussage hin reißen, dass es in sehr vielen Fällen die Plätze selber sind, die uns geradezu zwingen, mit Adaptern, überlangen Leitungen und daraus wegen des Gewichtes zu dünnen Leitungen durch die Lande zu reisen. Gerade kürzlich noch im letzten Urlaub, war mein Anschlußkasten rund 50 Meter weit weg. Wäre ich da nur Normgerecht angereist, hätte ich drei Wochen ohne Strom dort normgerecht wohnen können oder wäre normgerecht abgereist. Ich finde es lustig, wie viele Augen da von den Inspekteuren der Plätze zugedrückt werden müssen, das man bis heute derart oft noch auf solche Anschlüsse trifft.


      Und wie war der Anschluss abgesichert?
      Bei 6A und weniger sind auch längere Leitungen als 25 m möglich.
      Habe auch schon 2A gesehen...

      --
      Tom
      --
      Beste Grüße
      توماس

      2000er Knaus Cheers ohne Umformer MIKO MK 375
      mit Esch-Profiboy und Alu-Line / "Euro-Carry Knaus"
      12V über Sicherungen vom 80 Ah Gel-Akku,
      Nachladung über 80Wp Solarpanel mit Steca PR1515 Laderegler,
      Schaudt LA 204Z Ladegerät
    • Vielen Dank für die Ausführungen!
      Ich bin gerade dabei mein Netzteil durch ein Neues zu ersetzen. Da im Netzteil integriert auch ein 2-poliger Sicherungsautomat mit einer Schmelzsicherung war und dieser im neuen Netzteil nicht enthalten ist, mache ich mir gerade Gedanken, wie man das am besten extra einbaut.
      Mal abgesehen davon, dass der franz. Hersteller meines WW gegen einige Regeln verstößt (BJ 2003), ist nun die Frage, ob ich bei Umbau des ursprünglichen Netzteils gehalten bin, alles regelkonform neu aufzubauen, also auch die Fehler des Herstellers oder ob es reicht, meine Umbauten regelkonform zu gestalten. Ersteres wäre da der natürlich der größere Akt.

      Ich suche da noch nach einem kleinen Sicherungskasten, der mir einen FI mit 30mA und eine 2-polige Sicherung 10A kompakt in einem Kasten zur Verfügung stellt. Gibts sowas eigentlich. Habe schon einige Campershops durch, aber die Dinger werden leider immer nur einzeln angeboten.

      LG
      Steve