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Bürstner Fun BJ 2000 - Boden innen weich, wellig und durchgetreten

    • Wie hast Du es denn jetzt fertig gemacht

      Hallo Holger,

      wir haben bei unserem 97er Venatana das gleiche Problem wie Du.
      Daher meine Frage, auch wenn Deine Arbeit jetzt schon über ein Jahr her ist: wie hast Du es denn jetzt fertig gestellt?
      Kannst Du uns das bitte für unsere bevorstehende Arbeit kurz zusammenfassen? Und hast Du noch irgendweche gelernten Lektionen, die wir nicht wiederholen müssen?

      Vielen Dank
      Manuela
    • Neu

      Hallo zusammen,

      nachdem ich auch grade dabei bin, mehr oder minder den Großteil meines WoWa-Bodens wieder auf "Normalstand" zu bringen,
      dachte ich, ich halte das hier mal für die Nachwelt fest. Vielleicht hilft es dem einen oder anderen.

      Vielen Dank dabei aber auch an Holger, der mir im Vorfeld schon einige Fragen zu seiner Restauration beantwortet hatte.
      In meinem Wagen nämlich genau das gleiche Problem, Styropor-Sandwich durchgetreten, kein Feuchtigkeitsschaden.
      Ebenfalls Bürstner Fun, 480 TK, BJ 2006 glaube ich.

      Auf dem Bild sieht es mangels Blitz gar nicht so schlimm aus, wie es in Realität war... trotzdem... ich hatte Angst bei jedem Schritt im WoWa 8| .
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      Zunächst stand dann erstmal die Beschaffung eines Multi-Cutters an. Wollte ich eh schon länger mal haben. Da ich keinen Strom am WoWa-Parkplatz habe
      gab es dann das Akku-Modell GOP 12V-28 von Bosch.
      Damit gleich die erste "Probebohrung" zwischen zwei Leisten gemacht, um nochmal den Bodenaufbau anschauen zu können. (rundes feinzahniges Sägeblatt)
      Es hat sich bestätigt, was ich eigentlich schon wusste... 4mm Sperrholz, darunter 30mm hohe Holzleisten mit 30mm Styropor, danach wieder Sperrholz.
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      Anschließend mehr oder weniger fühlend die Leisten im Boden lokalisiert. Mit etwas Gefühl in Händen und besockten Füßen ging das ganz gut.
      Im Vorfeld hatte ich zwar einen Aufbauplan des Bodens von Bürstner organisiert, aber irgendwie waren dann doch mehr Leisten im Boden, als im Plan.
      Damit hatte ich dann vorher schon die nötigen Maße für die "Reparaturplatte" genommen und im Baumarkt zuschneiden lassen. Diese wurde mit zwei kleinen Nägeln "verrutschsicher" am Boden fixiert, und daran entlang der Boden geschnitten.
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      Nachdem ich einmal ringsrum gesägt hatte, die Platte mit "etwas" Gewalt entfernt... an der hier gezeigten Stelle in eher kleinen Stücken, im Eingangsbereich beim nächsten Stück ging sie mehr oder weniger komplett raus. Natürlich bleibt einiges auf den Bodenleisten kleben, hier hält der Leim noch ziemlich gut. 8|
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      So, danach Styropor entfernen, also flugs den Spachtelaufsat montiert. Einmal ringsrum an den Leisten, und dann schön unter die Styropor-Platte.
      Das ging damit sogar relativ flott, immer schön rund 5-10 cm große Stücke, unten reingespachtelt und nach oben rausgebrochen.
      Hier sieht man auch schon die "Plattenreste" auf den Leisten, die beim Rausreißen hängen geblieben sind.
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      Die Plattenreste auf den Leisten habe ich dann mehr oder weniger "abgeraspelt". Breites, grobzahniges Sägeblatt montiert und in ziehenden Bewegungen (nicht schieben!) entfernt. Danach Delta-Schleifplatte montiert noch etwas glatt geschliffen. Wichtig, damit der Boden nach Einkleben der neuen Platte keine großen Übergänge aufweist.
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      Zu guter letzt ein schmales Sägeblatt montiert, mit dem ich das Styropor auch seitlich etwas unter der Kante (ca. 2cm) rausgeknabbert hab.
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      Und damit war auch schon alles raus, was raus musste. Zeitaufwand bis hierhin (Stelle vor der Küche) gut 3 Stunden.
      Bei der Stelle von Eingang bis Heizung war es dann schon in 1,5 Stunden erledigt.

      Und im nächsten Post geht's dann schon wieder an den Einbau des neuen Materials.

      Viele Grüße,
      Markus
    • Neu

      Und weiter gings...

      Nachdem alles soweit raus war, habe ich ein paar Leisten für die seitliche Kante zugesägt, vorher jedes einzelne Stück gemessen, da links und rechts doch auch mal ein zwei Millimeter unterschiedlich sein können. Die Leisten sind natürlich 30mm hoch, 40mm breit, damit die Hälfte unter die alte Platte schlüpfen kann.
      Nach Zusägen auf jeden Fall mal probehalber reinlegen!

      Die Leisten wurden dann an den Stirnseiten, unten und oben die eine Hälfte dünn mit Caravankleber von Otto Zeus bestrichen. Zwar teuer das Zeug,
      aber Probeklebungen vorher haben gezeigt... Das krieg ich nach Reparatur nie wieder auseinander :D . Diese wurden dann mit dem Hammer seitlich unter
      die alte Platte reingeklopft. Damit gibt es auch eine stabile Verbindung an der "Flickstelle". Teilweise habe ich auch die Querleisten nochmal aufgedoppelt, wo es mir
      zweickmäßig erschien.
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      Styropor wollte ich nicht wieder reinmachen, also... Styrodur. Nach einer Odyssee durch mehrere Baumärkte (nirgends auf Lager), kam ich dann doch auf die Idee beim örtlichen Baustoffhändler anzufragen. Der hat mich dann gleich mal mit Fragen überhäuft (mit / ohne Falz, glatt oder mit Waffelstruktur?). Alles auf Lager, Verkauf einzelner Platten kein Problem.

      Also hab ich dort mal fünf Platten mit Waffelstruktur besorgt, und das sogar günstiger als im Baumarkt.
      Das natürlich wieder passgenau zugeschnitten und "probeliegen" lassen.
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      Warum jetzt Waffelstruktur? Naja der Kleber muss ja auch drauf, und es erschien mir einfacher, das einfach mit einem glatten Spachtel in die kleinen Vertiefungen
      der Waffelstruktur zu streichen. Zahnspachtel hatte ich keinen. Und so war die Platte danach auch weiterhin 30mm dick, und nicht (30 + x) mm Klebeschicht.
      Die Platten also von unten Kleber drauf und verstreichen, für die Seiten hatte ich vorher eine Wurst einmal ringsrum an den Leisten aufgezogen. Das verschmiert sich dann beim reindrücken der Platte.
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      Dann wieder rein damit und beschweren... der Kleber quillt ja auf. Zumindest, wenn man wie in der Anleitung beschrieben auch ein wenig Wasser aufsprüht.
      Ohne extra aufsprühen so gut wie nicht. Ich hab jetzt beide Varianten durch. Mit Wasser aufsprühen finde ich besser, der Kleber quillt mehr auf, füllt damit kleine Hohlräume. Und bindet auch vieeeeeeeeeel schneller ab.
      Allerdings dann wirklich das beschweren nicht vergessen, sonst kommts wieder hoch <X :D .
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      Anschließend Steine wieder runter, Kleber auf der ganzen Fläche verteilen, glatt abziehen und Platte rauflegen. Ohne Wasser beim Kleben hatte ich nicht viel Gewicht gebraucht, mit Wasser hab ich es dann doch an ein paar Stellen mit kleinen Nägeln fixieren müssen, damit sich die Platte nicht hochdrückt.
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      Bis hierhin waren es dann pro Stelle auch nochmal ca. 2 Stunden. Evtl. vorhanden kleine Fugen an der Schnittkante habe ich auch mit dem Caravankleber gefüllt.
      War aber nur minimal nötig.

      Zum Abschluss nach Aushärten dann die Übergänge wieder noch etwas glatt geschliffen mit dem Multi-Cutter und zum Schutz eine Schicht Lack drauf.
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      Da meiner weiblichen Regierung das aber so noch nicht gefallen wollte, gibt es jetzt noch eine Schicht Linoleum-Fließen, selbstklebend, 30 x 30 cm oben drauf.
      Deswegen sollten die Übergänge auch halbwegs stufenfrei sein.
      Schneiden lässt sich das Zeug super mit einem Teppichmesser und Lineal und Winkel. Die vielen Ecken grade zwischen Küche und Bad waren dann aber doch ein wenig
      "fummelig". Wenn alles fertig ist, gibt's noch ne klitzekleine Silikon-Fuge aussenrum.
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      So alles in allem würde ich sagen, dass ich für eine Stelle mit ca. 1qm Fläche 6-7 Stunden reine Arbeitszeit hatte.
      Dazwischen liegen natürlich immer wieder Wartezeiten, bis der Kleber getrocknet ist etc. Aber so kann man auch gut immer abends mal ein Stück weiter machen.

      Fazit:
      - Würde ich das wieder machen?
      Auf jeden Fall, bin ja auch noch nicht fertig. Das Trittgefühl von einer reparierten auf weiche Stelle... der Unterschied ist gigantisch! :D

      - Optisch gefällt mir der Fußboden mit dem neuen Belag auch viel besser.

      - Der Caravankleber ist nicht grade billig (für die zwei großen Stellen habe ich jetzt ca. 4,5 Kartuschen verbraucht), aber ich will mir nicht vorwerfen müssen,
      ich hätte es nicht ordentlich gemacht. Einmal im Leben reicht mir das. Soviel billiger sind andere PUR-Leime auch nicht.

      - Den Kleber würde ich auf jeden Fall immer mit "Wasser aufsprühen" verwenden.

      - Ein Heimwerker, der nicht zwei linke Hände hat, sollte das problemlos hinkriegen. Zeitaufwand eher hoch, aber Schwierigkeit eher mittel.

      - Die Schnittiefen-Einstellung beim raussägen der alten Platte lieber etwas geringer wählen. Ich ritze immer noch minimal die Leisten drunter an.
      Die perfekte Tiefe habe ich da noch nicht gefunden, aber die Stabilität, die ich jetzt wieder habe... macht mir absolut keine Sorgen.


      Falls noch Fragen sind? Immer her damit :D

      Viele Grüße,
      Markus