Anzeige

Anzeige

Was mus ein Caravan aushalten ?

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    Liebe Mitglieder und Teilnehmer des Wohnwagen-Forum.de,

    am 25. Mai 2018 tritt die Europäische Datenschutzgrundverordnung in Kraft.
    Das Ziel ist die EU-weite Vereinheitlichung der Regeln zur Verarbeitung personenbezogener Daten durch Unternehmen und öffentliche Einrichtungen.
    Unsere gesetzlich vorgeschriebenen Informationen zum Datenschutz lest ihr dazu in unserer erweiterten Datenschutzerklärung auf unserer Seite unten links.

    Wichtig: Ihr braucht nichts weiter zu tun. Es handelt sich nur um eine Information.

    Euer Team von Wohnwagen-Forum.de

    • Was mus ein Caravan aushalten ?

      Was muss ein Caravan nach DIN aushalten ?

      Beim Durchblättern der aktuellen DIN habe ich mal an einigen Stellen etwas genauer
      hingeschaut und war geschockt. Ich gehe sicher nicht besonders sorgsam mit dem WW um, aber das was die DIN zulässt würde ich ihm nicht antun.

      DIN EN 1645-1
      Juli 2012
      Bewohnbare Freizeitfahrzeuge - Caravans – Teil 1:
      Anforderungen an den Wohnbereich hinsichtlich

      Man beachte Tragfähigkeit der Kurbelstützen nach Punkt 5.3

      Zitat Anfang:
      5 Gestaltung und Konstruktion
      5.1 Belegung
      Der Hersteller muss die Belegung durch die Anzahl der vorhandenen regulären und zusätzlichen Schlafplätze,
      die durch den Hersteller eingerichtet werden, angeben und muss sie im Benutzerhandbuch und in seinen
      Broschüren aufnehmen. Die Belegung ist auch zur Festlegung der Lüftungsanforderungen notwendig (siehe
      EN 721).
      5.2 Steifigkeit
      Der Caravan muss so torsionssteif sein, dass im aufgestellten Zustand auf waagerechtem Boden, wobei alle
      Kurbelstützen ausgefahren sind, eine senkrecht nach oben gerichtete Kraft von 1 500 N, die 15 min auf eine
      Kurbelstütze einwirkt, keine solche Deformation bewirkt, die es schwierig machen würde, eine Tür oder ein
      Fenster zu öffnen.
      Die Steifigkeit muss nach Anhang A geprüft werden.
      5.3 Kurbelstützen
      Jeder Caravan muss mit vier Kurbelstützen, je eine an jeder seiner vier Ecken, ausgerüstet sein. Jede
      Kurbelstütze muss einziehbar und in der Höhe verstellbar sein. Jede Kurbelstütze muss im ausgezogenen
      Zustand in der Lage sein, mindestens 25 % der vom Hersteller angegebenen technisch zulässigen
      Gesamtmasse des Caravans zu tragen. Geeignetes Werkzeug für die Verstellung muss mitgeliefert werden.
      Dem zu prüfenden Caravan muss ein Zertifikat des Herstellers oder Lieferantens der Kurbelstützen beigefügt
      sein, das entweder durch Berechnung oder Prüfung die Tragfähigkeit jedes Typs der Kurbelstützen zeigt.
      5.4 Rangiergriffe
      Vier Rangiergriffe müssen zum Rangieren außen an der Karosserie des Caravans befestigt werden, je einer
      auf jeder Seite der Vorderseite und je einer auf beiden Seiten der Rückseite.
      Bei Caravans mit einer technisch zulässigen Gesamtmasse bis 750 kg genügen zwei Rangiergriffe auf der
      Vorderseite, je einer auf jeder Seite.
      Das lichte Maß jedes Rangiergriffs für die Hand muss min. 30 mm
      Schluß mit Camping ?, zuviele Wölfe, nervige Parkplatzüberfälle, falsche Reifen bei der ersten Schneeflocke, Stromschlaggefahr wegen fehlendem Erdungsmast am WW, Keime im Trinkwasser, schmale Einfahrten am CP, Parzellen-Teilflächenokkupanten, die Gefahr von Gasexplosionen, rauchende und türknallende Nachbarn und und und... So gehts nicht!

      Applaus den Sandburgenbauern, die sich zum Architekten des Lebens ernennen.
    • Teil 2 zur Quälerei des WW : Die Prüfung

      Prüfung der Steifigkeit nach Anhang A
      Zitat Anfang:
      A.1 Kurzbeschreibung
      Mit diesem Prüfverfahren wird die Steifigkeit eines Caravans ermittelt.
      A.2 Vorbereitung und Durchführung
      a) Der Caravan wird auf einen ebenen, festen Boden gestellt;
      b) es ist sicherzustellen, dass alle Türen und Fenster geschlossen sind;
      c) die zwei vorderen und eine hintere Kurbelstütze werden bis zum Boden ausgezogen und so eingestellt,
      dass der Boden des Caravans mit einer Grenzabweichung (3,5 %) waagerecht ist;
      d) eine Messzelle (siehe N.2) wird auf den Boden unter die vierte Stütze gelegt. Auf die Messzelle wird eine
      Belastungsplatte mit den Maßen 100 mm 150 mm 5 mm gelegt (siehe N.6);
      e) die vierte Kurbelstütze wird so eingestellt, dass eine Kraft von 1 500 N auf die Messzelle einwirkt;
      f) die Belastung wird 15 min gehalten;
      g) der Caravan wird betreten, und es wird geprüft, ob sich alle Außenfenster und -türen ungehindert öffnen
      und schließen lassen.
      Zitat Ende.

      Und jetzt zur Prüfung der Rangiergriffe nach Anlage B

      Zitat Anfang:
      Prüfung des Rangiergriffs (siehe 5.4)
      B.1 Kurzbeschreibung
      Mit diesem Prüfverfahren wird ermittelt, ob jeder Rangiergriff für die Dauer von 15 min einer horizontalen Kraft von 1 200 N, die auf den Rangiergriff nach Bild B.1 aufgebracht wird, ohne sichtbare bleibende Verformung
      und ohne dass sich der Rangiergriff oder dessen Befestigungsmittel lockern, standhalten kann
      Zitat Ende.
      Schluß mit Camping ?, zuviele Wölfe, nervige Parkplatzüberfälle, falsche Reifen bei der ersten Schneeflocke, Stromschlaggefahr wegen fehlendem Erdungsmast am WW, Keime im Trinkwasser, schmale Einfahrten am CP, Parzellen-Teilflächenokkupanten, die Gefahr von Gasexplosionen, rauchende und türknallende Nachbarn und und und... So gehts nicht!

      Applaus den Sandburgenbauern, die sich zum Architekten des Lebens ernennen.
    • Das ist nicht viel, 1500N = 150kg für eine Stütze.
      Wenn mehrere Leute in einer Hecksitzgruppe sitzen kommt mehr Gewicht zusammen.

      Für einen 2t Wohnwagen muss eine Stütze 500kg halten können. Die billigste Universal Stütze hält schon 450kg aus, wenn man 5€ drauflegt schon 600kg...
    • Du hast recht, die Stütze ist das geringste Proplem.
      Um die mache ich mir keine Sorgen, aber um die Bodenplatte des WW.
      Und 150 kg Übhanglast auf einer Stütze, das sind 300kg Überhanglast vorn oder hinten. Da mußt du schon eine Menge Leute fast am äußersten Ende des WW stapeln.
      Die Achse will ja auch noch was tragen.

      Wer knallt den die Kurbeln so an, daß die Achse frei steht. nach Punkt 5.3 muss er es abhalten.
      Schluß mit Camping ?, zuviele Wölfe, nervige Parkplatzüberfälle, falsche Reifen bei der ersten Schneeflocke, Stromschlaggefahr wegen fehlendem Erdungsmast am WW, Keime im Trinkwasser, schmale Einfahrten am CP, Parzellen-Teilflächenokkupanten, die Gefahr von Gasexplosionen, rauchende und türknallende Nachbarn und und und... So gehts nicht!

      Applaus den Sandburgenbauern, die sich zum Architekten des Lebens ernennen.
    • Quadmaster schrieb:

      Und 150 kg Übhanglast auf einer Stütze, das sind 300kg Überhanglast vorn oder hinten. Da mußt du schon eine Menge Leute fast am äußersten Ende des WW stapeln.
      Die Achse will ja auch noch was tragen.

      Wer knallt den die Kurbeln so an, daß die Achse frei steht. nach Punkt 5.3 muss er es abhalten.


      Da steht nichts das die Achse frei sein muss. Da steht das die Stützen bis zum Boden ausgezogen werden, also normal abstützen, nicht heben. (Anhang A)
      Danach wird eine Stütze mit 150kg belastet.
      Interessanter wäre es eine Stütze mit 25% des Gesamtgewichtes zu belasten, dann könnte man den Wagen wirklich an den Stützen anheben. Aber so ist es nur eine Mindestanforderung an die Stützen, nicht fürs Chassis oder Bodenplatte.

      Mein Wohnwagen hat eine große Hecksitzgruppe, da haben 6 Erwachsene leicht Platz. 40l Wassertank ist in der Nähe. Da kommt man locker auf >300kg für die beiden hinteren Stützen.

      So gesehen ist der Belastungstest eher schwach
    • worschtsopp schrieb:

      Das Problem bei der Kurbelei liegt ja eher darin, dass es nahezu unmöglich ist, die Stützen dann wirklich auch nur mit 25% zu belasten. Während des Kurbelns schwankt die Belastung der einzelnen Stützen deutlich, sodass bei freigeben die 25% teils deutlich überschritten werden.


      Es sei denn, man hat automatische Stützen, die den Wohnwagen gleichmäßig anheben.
      Gruss aus DK :w

      Jørg

      Mein Hobby ist ein Adria :)
    • Quadmaster schrieb:

      Jede Kurbelstütze muss im ausgezogenen
      Zustand in der Lage sein, mindestens 25 % der vom Hersteller angegebenen technisch zulässigen
      Gesamtmasse des Caravans zu tragen

      Ich verstehe das so, daß - wenn man den Hänger z.B. mit einem Wagenheber etc. angehoben hat - der Wagen komplett (also ohne Achsbelastung, quasi "in der Luft schwebend) allein von seinen Stützen getragen werden muß. Oder?
      Grüße aus Bayerisch-Schwaben,

      Der Geograph
    • Meines Erachtens wird hier die geforderte Belastung der Stützen beschrieben. Dabei
      dürften die nicht zum Wagen anheben gedacht sein. Um den Wohni keiner unnötigen
      Gefahr auszusetzen, benutze ich die Stützen zum stützen, mehr nicht.
      Grüßle, Micha

      Kein Haar wächst so schnell, wie´s gespalten wird!

      Ich campe. Also bin ich!
    • Genau, nur eine Anforderung an die Kurbelstütze. Zeigt auch der Text: "Dem zu prüfenden Caravan muss ein Zertifikat des Herstellers oder Lieferantens der Kurbelstützen beigefügt
      sein, das entweder durch Berechnung oder Prüfung die Tragfähigkeit jedes Typs der Kurbelstützen zeigt."
      Der Hersteller der Kurbelstützen weiss ja gar nicht ob die Bodenplatte die Belastung aushält.