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Korsika, die zweite Rundfahrt!

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    • Der angeblich einfachere Weg auf der anderen Talseite unterhalb des Melosees erwies sich nicht als allzu viel angenehmer. Im Gegenteil, weniger glatte Felsstrecken, mehr Steine. Man muss dabei sagen, dass es sich dabei teils vermutlich um Wasserläufe handelte, die man da entlangkraxelte. Es sah jedenfalls alle aus wie trockene Gerbirgsbachbetten. Alles was grün war, konnte man eigentlich nicht belaufen
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      Aber dennoch kam man irgendwann unten an, den letzten Kilometer auf der Straße zu laufen, war ein unbeschreiblich gutes Gefühl. Nach gefühlten unendlichen Stunden nicht mehr auf jeden einzelnen Schritt achten zu müssen, entspannte ungemein.

      Eine Hirtenhütte dort oben
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      und wieder runter über die tolle Straße
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      Fast unten eine letzter Blick zurück
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      Am Campingplatz vielen wir alle quasi um. Raus aus den Wanderschuhen war es ein tolles Gefühl. Sogar die ollen Duschen sah man als Wellness an. Wegen dem guten Licht quälte ich mich nochmal die zwei-dreihundert Meter vor den Platz um für euch dieses Bild zu machen
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      Danach war schluss mit lustig, der Grill musste zeigen, was er konnte, danach war uns nur noch nach schlafen. Komisch, oder? :lol:

      Demnächst mehr in diesem Thema...
    • Mich wundert ja, wo Ihr gleich am Anfang den Monte Stello gemacht habt (den ich persönlich nicht kenne, aber 1200 Höhenmeter sind schon eine Hausnummer), daß Euch dann der Capitellosee so geschlaucht hat. Das sollte im Vergleich eigentlich ein Spaziergang sein :D - früher mit meinen Eltern sind wir vom Capitellosee aus noch auf den Punta alle Porte geklettert. Das war dann eine Klotztour, wie mein Vater immer sagte (mein Vater ist übrigens der Autor dieser Bücher: amazon.de/dp/3842370687 amazon.de/dp/3848215519 - ohne jetzt Werbung machen zu wollen, aber ich bin 20 Jahre lang von Geburt an jedes Jahr auf Korsika gewesen.... hach, ich muß mal wieder hin... - meine Eltern sind noch jedes Jahr dort, mit über 80 Jahren)

      Vielleicht steckte Euch die erste Tour noch zu sehr in den Knochen :P
    • Schrieb ich ja, vielleicht war es aber auch die ungewohnte Belastung. Muss ganz ehrlich sagen, dass es schon lang her ist, dass ich den ganzen Tag über Steine gelaufen bin.
      Es ist ja doch was anderes, wenn man auf halbwegs geraden Untergrund laufen kann oder ob man quasi nonstop auf Steinen balancieren muss. Als Kind oder Jugendlicher hat mir das früher auch nichts ausgemacht, aber das ist lange her. Bin vor knapp 25 Jahren das Restonicatal noch mit dem Fahrrad bis kurz vor der Bergerie gefahren, allerdings stoppte uns der Schnee damals wenige hundert Meter vor dem Ziel. Aber das ist lang her....

      Vielleicht probieren wir es nochmal ohne lange Route direkt vorher, oder zumindest besser körperlich auf diese Art Belastung vorbereitet. Für mich war es beruhigend, dass es den anderen eher noch schlechter erging als mir.

      Auf den Folgetag hätte ich übrigens verzichten können, ich hatte den Muskelkater meines Lebens. Das hat sich in jedem Muskel angefühlt, wie ganz massive Gliederschmerzen. Durch die ganze Balanciererei wurde ja auch so ziemlich jeder Muskel intensiv genutzt.
    • Crimson schrieb:

      Nachtrag: die aktuelle Forensoftware ist in Sachen Bildern eine Katastrophe - besonders bei der Vorschau
      Ähm, ja, volle Zustimmung. Fällt mir auch schwer, Hochkant, Panoramen, alles wird für die Vorschau auf Standard beschnitten. Hab jetzt mal einen Hinweis vor das erste Posting gesetzt. Ist schon ziemlich blöd so.

      Apropos Nummern, ich schleppe ja auch das ein oder andere Kilo zu viel mit mir herum. Und wenn ich in einer Woche mal 20km gejoggt bin, laufe ich mit stolz geschwellter Brust durch die Gegend. :lol:
      Ich denke, dass diese Touren viele laufen könnten, die halbwegs gesund sind und sich regelmäßig bewegen. Monte Stello war sehr lang, aber diese Tour hier sind viele gelaufen, denen ich das rein optisch nicht zugetraut habe. Zumindest bis zum Melosee.

      Und wenn man das geschafft hat, insbesondere wenn das für einen nicht alltäglich ist, dann ist man stolz wie Oskar. So sehr die Beine abends auch schmerzten, so sehr mussten wir abends bei einer eisgekühlten Orangina, einem Pietra oder unserem Rosé lächeln.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von worschtsopp ()

    • Tag 9 04.09.16 Verkaterter Rundgang durch Corte

      Ich weiß gar nicht warum, aber der Tag war anstrengend. Hat man noch am Vortag einen kleinen Kampf mit dem trägen Körper geführt, so führte der Körper heute Krieg gegen mich. Ungelogen, das war der irrste Muskelkater meines bisherigen Lebens. Eigentlich wollte ich gar nichts machen, einfach liegen bleiben bis man wieder müde ist, wär die Variante gewesen, ich lies mich dann aber doch noch zu einem Frühstück und einen Gang durch Corte hinreißen. Unsere neuen Freunde gingen noch shoppen.

      Die Stadt Corte gilt als heimliches Zentrum der Insel. Es gibt eine kleine Universität, eine Zitadelle, die als Museum genutzt wird, von uns aber nicht besucht wurde. Die kleine Innenstadt ist nicht allzu sehenswert, an einem Sonntag Nachmittag außerhalb der Saison und in den Semesterferien wirkte sie aber teils schon fast tot.
      Dennoch gab es nette Ecken in der Altstadt, wo Touristen die Restaurants, Bars und Geschäftchen etwas belebten. Vom Platz aus ist es nicht allzu weit in die Stadt, in normaler Verfassung ist man das schnell gelaufen.

      Und so ging es dann vom Platz runter zur Brücke über die Restonica
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      und auf der anderen Seite den Berg wieder hinauf, entlang einer menschenleeren Straße mit mehr oder weniger schönen Gebäuden
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      Das Denkmal von Pasquale Paoli, dem großen korischen Helden, der Korsika im 18. Jahrhundert für einige Zeit in die Unabhängigkeit führte und Corte zur Inselhauptstadt machte
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      Treppen gibts relativ viele
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    • Oder hier der Place Gaffory, benannt nach dem korsischen General, der Corte von den Franzosen im 18. Jahrhundert befreit hat.
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      Wenig weiter ist man auf dem Belvedere, dem Aussichtspunkt recht weit oben auf dem Fels und hat ein schönes Panorama auf die Zitadelle
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      und das Umland
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      Danach machten wir uns zurück zum Platz und zumindest mir war nach nichts, außer liegen und lesen. Erst gegen Abend kehrte wieder ein wenig leben ein, die beiden anderen kamen von ihrem kleinen Ausflug zurück, sie hatten unterwegs eine nette und sehr dekorative LED Lichterkette erstanden, die uns später noch etwas sorgen machen würde.

      Die wurde dann nach einem langen und ausgiebigen Mahl beim spätabendlichen Bouleturnier vor unseren Wagen eingeweiht.
    • Tag 10 05.09.16 Weiterfahrt in den Urlaub
      An diesem Morgen gab es ganz wunderbares Baguette und Croissants aus einer kleinen Bäckerei wenige Meter in den Ort rein. Die waren billiger, größer und extrem viel besser, als das was uns unser super Platzwart zur Verfügung stellte.
      Unsere Grundstimmung war schon wieder etwas besser, dennoch bekriegten uns unsere Körper.
      So entschlossen wir uns den bescheidenen Platz und die Bergwelt zu verlassen und uns Richtung Strand zu bewegen. Unsere Mitcamper wollten noch unbedingt einen Ausflug mit dem Rad rund um Corte unternehmen, so trennten und verabredeten wir uns für die nächsten Tag irgendwo bei Solenzara.

      goo.gl/maps/bBgRGRBxr9H2

      So ging es über beste Landstraßen entlang eines netten Bergtals Richtung der von vielen "echten" Korsikafans gemiedenen Ostküste. Zugegebenermaßen, landschaftlich ist die weite Ebene rund um Aleria kein besonderes Highlight. Sie wird landwirtschaftlich genutzt, es wächst dort jede Menge hervorragendes Obst, Wein usw.
      Die Hauptorte in der Ebene sind aber alles andere als schön. Sie sind sehr jung, weil noch gar nicht lang besiedelt, die Region war noch fast bis in die 1950er Jahre Malaria Gebiet und kaum bis gar nicht besiedelt. Danach hat man Araber dort angesiedelt, die viele günstige aber auch zeitgemäße Betonbauten in leicht arabischen Stil hochzogen.
      Den Korsen war das natürlich ein Dorn im Auge, es war ein Affront mehr der französischen Regierung.

      Aleria geht noch einigermaßen, Ghisonaccia lässt man am besten schnell hinter sich, außer man sucht größere Supermärkt. Weiter südlich kommt man an einem Militärflughafen direkt am Strand vorbei und schließlich irgendwann in Solenzara an. Auf dem Weg fiel mir dann endgültig auf, dass unser Auto in jeder Linkskurve seltsame Quietschgeräusche machte. Das beunruhigte etwas, vor allem, da es langsam aber sicher immer schlimmer wurde...

      Da wir Strandlage haben wollten, standen uns zwei Plätze bei Solenzara zur Verfügung.

      Platz 1 Cotes Nacres: Abgesehen von ein, zwei Baufahrzeugen eine nette Anlage direkt am breiten Strand. Es sah bei der Besichtigung alles gar nicht so schlecht aus, wenn die Rezeptionistin uns nicht so ratlos zurückgelassen hätte, wären wir vielleicht sogar geblieben. Da sie aber keine Ahnung hatte, ob wir mehr als einen Tag bleiben konnten und auch sonst nicht übermäßig motiviert wirkte, entschlossen wir uns noch den Alternativplatz anzuschauen.

      Platz 2 Les Eucalyptus
      Der Platz liegt leider unmittelbar an der stark befahrenen Territorialstraße, einer der Hauptverbindungen auf Korsika, die leider nachts manchmal als Rennstrecke herhalten muss. Zweiter negativer Punkt, schöne beschattete Bereiche gibt es nur an der Straße, ansonsten wirkt der Platz eher kahl und staubig. Platzgestaltung ist keine zu sehen, außer der Beleuchtung.
      Das waren aber schon die negativen Punkte. Jetzt im September war die Sonne zwar noch sehr warm, es war aber schon quasi direkt auf dem Strand stehen zu können. Ok, der Sand störte anfänglich, bis man sich daran gewöhnt hatte, dass er einfach überall war. :D Davon abgesehen waren die Sanis völlig in Ordnung, die Platzbetreiber sehr freundlich, immer mit einem humorvollen Spruch auf den Lippen, die Baguettes etc war super....... man konnte es aushalten. Die Geräuschkulisse der Straße wurde auch meist von der Brandung übertönt.

      So entschlossen wir uns, hier zu bleiben. Anfänglich war die erste Reihe komplett belegt, wir machten es uns in der zweiten Reihe gemütlich, allerdings erst nach mehreren Standortwechseln wegen übersehenen Ameistennestern direkt am Wagen. Mancher Nachbar schaute einen wegen der Wechselei nur noch fragend an.
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      Dann bauten vor uns die sehr netten Franzosen ihren Wagen ab. Er erzählte mir in sehr bemühten französisch-englisch, dass sie jetzt 3 Monate hier waren. Der uralte Bürstner war ihre Homebase, zusätzlich hatten sie ein Boot dort stehen, und meinen Mover fanden sie überhaupt ganz klasse. :D Er gab mir noch seinen dicken Fäustel, damit ich meine Heringe in den dort noch sehr festen Boden einhauen könne.....
      Eigentlich schade, dass die beiden abgereist sind, das waren interessante und offene Menschen....

      Als ihr auf der Insel verbleibender Wohnwagen dann noch von einem der Stellplatzvermieter abgeholt wurde, war die erste Reihe frei, ich machte mir noch kurz Gedanken, ob ich das Sonnensegel noch ein viertes mal aufstellen wollte, na ja, eigentlich war die Entscheidung gleich klar, natürlich wollte ich in die erste Reihe.
      Also der nächste Umzug, ab nach vorn, wo wir uns etwas breiter machten, damit unsere Nachzügler auch noch etwas Platz fanden.
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      Dieses mal brauchte ich keinen Fäustel, sondern meine Sandheringe, die ich zusätzlich mit eingesammelten dicken Natursteinen beschwerte, damit sie ordentlich hielten.


      Der Rest des Tages bestand dann nur noch aus schwimmen im heute noch kristallklaren Wasser, ruhen, lesen, essen, trinken und schlafen. Es war fast perfekt. Vor dem Wagen war tatsächlich nur noch der Strand.


      Demnächst gehts hier weiter....
    • Danke für den Hinweis mit der freudschen Fehlleistung :lol: Hab es korrigiert!

      Platzwechsel sind für uns gar nicht mehr stressig. Bei uns bleibt im Wagen nichts groß liegen und draußen wird nur das aufgebaut, was wirklich genutzt wird. Der große Stauraum unter dem Bett ist relativ gut durchorganisiert und durch die große 1m x 40cm Klappe super beladbar, Grill und Stromkabel kommen in den Kofferraum.

      Ungelogen sind wir eigentlich immer in 15min angekuppelt abfahrbereit. Mit Zelt dauert es wenige Minuten länger, wenn wir ohnehin nur eine Nacht bleiben wollen, geht es auch noch schneller.
      Die ganze Ausrüstung und Einrichtung des Wagens ist darauf optimiert, inklusive festem Abwassertank, damit der Rolltank nicht für jeden Aufenthalt rausgeholt werden muss....

      Manchmal wollen wir eben so reisen, manchmal lassen wir es auch deutlich langsamer angehen. Aber gerade auf Korsika kann Autofahren lästig sein, da bieten sich die häufigen Standortwechsel durchaus an, wenn man die Vielfalt der Insel erleben möchte.
      Abbau, Campingplatzsuche und Aufbau brauchen meist weniger Zeit als eine 60km Rückfahrt, die dank der vielen Kurven ewig dauern kann und schnell zusammen kommt.
      Sobald man die Territorialstraßen verlässt, sind Durschnittsgeschwindigkeiten jenseits der 30km/h meist nur noch ein Wunschtraum, mit dem Gespann sind wir meist kaum langsamer unterwegs.
    • Da hat er uns monatelang auf diesen tollen Bericht warten lassen ... :rolleyes:

      Jetzt hab ich ihn nach unserer Rückkehr von unserer Silvester-auf-Malta-Reise entdeckt.
      Alles habe ich bis hier hin noch nicht gelesen, aber das bisher Gelesene macht Vorfreude auf den Rest. :ok
      Stammtisch Augsburg: 2x 2011, 4x 2012, 4x 2013, 2x 2014, 4x 2015,4x 2016, 4x 2017
      Tuttocaravan-Treffen Füssen: 4/2012 --- RUT Kratzmühle: 9/2012, 10/2013, 10/2014 --- SUT Schwarzfelder Hof: 2012/13, 2013/14
      :w
      Bitte beachten: Geschriebene Texte können zu gravierenden Missverständnissen führen. Manchmal ergibt schon eine alternative Betonung der Silben einen völlig anderen Sinn ...
      Wenn mir einer im Weg steht ... werde ich ihn umfahren!
    • gwaihir schrieb:

      Wenn Korsika im Womo-Verlag nicht schon belegt wäre (vom Chef persönlich) würde ich dich glatt als Womo-Autor vorschlagen.
      Ehre, wem Ehre gebührt, aber sowas in Buchform sollte nochmals eine Stange besser sein und mehr Arbeit machen.

      fca695 schrieb:

      Da hat er uns monatelang auf diesen tollen Bericht warten lassen ...
      Die Erinnerung an den Muskelkater hat mich Monate gelähmt... :undweg:
    • worschtsopp schrieb:

      Ehre, wem Ehre gebührt, aber sowas in Buchform sollte nochmals eine Stange besser sein und mehr Arbeit machen.
      Naja, ich kenne/habe fast alle Bände vom Womo-Verlag - es gibt Autoren und es gibt bessere Autoren - du würdest zu den Besseren gehören. Stell dein Licht nicht untern Scheffel.

      Die Diskussion ist aber eh akademischer Natur, da Korsika "Chefsache" ist.
      Gruß,
      Gimmund

      Zur Zeit: Costa del Azahar
      Danach: Perigord
    • Tag 11 06.09.2016 Der Gewittersturm

      Heute war zum ersten mal nichts tun angesagt, ok, nichts tun wurde durch vielmalige Badepausen unterbrochen, und vom lesen, und vom..... Es war auf jeden Fall herrlich warm und im Schatten des Sonnensegels für mich einfach nur gut.
      Zwischendurch kamen die beiden Nachzügler und ich rückte mit dem Wagen nochmal einige Meter weiter Richtung Treibsand, wo niemand so ohne weiteres mehr stehen konnte, ohne sich festzufahren.
      Die Wellen waren an diesem Tag toll, man musste zwar beim rein-und rausgehen mit den Wellen aufpassen, da der Strand recht steil ins Wasser geht, aber wir hatten dennoch viel Spaß.


      Aber leider nicht den ganzen Tag! Meiner besseren Hälfte passierte das große Missgeschick sich von einer brechenden Welle überrumpeln zu lassen, die ihr leider die Sonnenbrille, auf die sie bei dem starken Sonnenschein angewiesen ist, vom Kopf schlug. Sie erschreckte sich erstmal und blieb dummerweise im Brandungsbereich sitzen, sodass die darauf folgenden Wellen sie ordentlich hin- und herspülten. Ich bin wenige Augenblicke später dagewesen und habe sie aus der Brandung gezogen.
      Leider hat sie viel Wasser geschluckt und der Schreck saß erst mal tief. Einige Augenblicke später war aber der Verlust der Brille schon wieder eindeutig das größere Problem. Sie geht ja ohnehin schon recht hart mit sich ins Gericht, wenn sie Fehler macht, aber bei solchen Unachtsamkeiten gleich nochmal doppelt. So war der Haussegen fürs erste in Schräglage gerutscht. Zumal es die zweite hochwertige Sonnenbrille innerhalb eines viertel Jahres war, die ihr unfreiwillig entrissen wurde.
      Ich bin dann nochmal mit Schnorchelausrüstung los, konnte aber nichts sehen, so aufgewühlt war der Sand im Wasser. Dazu gabs eine spürbare Strömung Richtung Süden.

      So wurde die Tagesplanung geändert und wir machten uns am frühen Nachmittag auf den Weg Richtung Ghisonaccia, wo wir unterwegs mehrere große Supermärkte mit kleinen Einkaufszentren gesehen haben.
      Fest stand, es sollte für den Resturlaub nichts teures mehr sein. So wühlten wir uns von Geschäft zu Geschäft und fanden dann gleich zwei Brillen, die ihr gefielen. Natürlich war der Resttag dann schon wieder angenehmer. ;)

      Abends saßen wir dann teilweise mit unseren Urlaubsbegleitern zusammen, die neben uns standen. Das war immer sehr schön ungezwungen, man stand beieinander, quatschte zwischendurch mal, abends saß man mal zusammen oder auch nicht, einfach ungezwungen und sehr angenehm.

      In meiner Wetterapp wurde für den Abend Gewitter angesagt. Das Sonnensegel schützt zwar gut vor Sonne, aber sonst eher vor nichts. Es stand zwar gut, aber wir bauten es ab. Heringe können sitzen Bleiben, die zwei Stangen nach unten raus nehmen und das Segel aus der Kederleiste ziehen, fertig. So baute ich es sicherheitshalber einfach ab und klappte Tisch und Stühle zusammen.

      Ich habe zwar jedem davon erzählt, dass in der Nacht mit schlechtem Wetter zu rechnen ist, aber irgendwie wollte keiner was davon wissen.
      Das Gewitter kam näher und wir schauten uns begeistert das tolle Wetterleuchten an. Meine bessere Hälfte verschwand zeitig ins Bett, da sie von den Erlebnissen des Tages etwas erschlagen war und Ruhe wollte.
      So saß ich bei den Nachbarn und erklärte dort, wie man am geschicktesten Blitze fotografieren kann. Das Wetterleuchten kam näher und näher, hier und dort donnerte es kräftig, aber überall wurde Ruhe gehalten, bis.....

      ....ja bis uns das Gewitter mit einem mächtigen Downburst erreichte. Von jetzt auf gleich wechselte der Wind von quasi Windstille auf eine gefühlte Windstärke 8 bis 10. Wir brachten bei unseren Begleitern noch gerade so die elektrischen Geräte, wie Kamera und Kühlbox in Sicherheit, da riss sich das eigentlich gut stehende Sonnensegel beim Nachbarn los. Im gleichen Moment setzte dann auch massiver eiskalter Regen ein, der gefühlt von unten und oben gleichzeitig kam. Wir versuchten erst mal das Sonnensegel des Nachbarn zu sichern. Der ältere Herr lag schon im Bett und kam nackt heraus und half dabei. Es schlug schon auf dem Dach kräftig auf die Aufbauten des Wohnmobils. Seine Madame kam nur wenige Sekunden später raus und versuchte ebenfalls zu retten, was zu retten war. Wenn man sich umschaute, sah man nur noch die direkten Nachbarn, die ebenfalls überall am sichern waren. Weiter konnte man wegen den Regenmassen schon gar nicht mehr sehen, zumal der Strom auf dem Platz für einige Minuten ausfiel und und dort fast völlige Dunkelheit herrschte.

      Bis jetzt waren vielleicht 3min vergangen. Plötzlich war Andre weg, ich half noch kurz beim einholen des Segels der älteren Herrschaften und schaute wo er war. Er war nicht so schwer zu finden, da er gerade versuchte seine Lichterkette unter seinem sich gerade losreißenden Sonnensegel zu retten. Das gelang nur noch mit Mühe und meiner Hilfe beim festhalten des Segels. Kaum war es geschafft wurden die Böen abermals stärker und wir versuchten nur noch weitere Schäden am Wagen zu verhindern. Also Gestänge drunter abbauen und erst mal das Sonnensegel fliegen lassen. Danach brachten wir uns erstmal in unseren Wagen in Sicherheit.

      Ich muss ganz ehrlich sagen, erste Strandreihe ist schon etwas unheimlich, wenn der Sturm vom Meer aus kommt und vorher nicht gebremst wird. Der Wagen wackelte jedenfalls bedenklich. Ich bibberte und zitterte vor Kälte am ganzen Körper und musste mich abtrocknen, da ich nass wie frisch geduscht war. Und ganz ehrlich waren wir insgesamt ziemlich beunruhigt. Der Strand hat eine relativ steile Abrisskante, wo es vom quasi ebenen Strand ca 3m runter ans Meer geht.
      An diesem Abend konnte ich die Wellen dank der Vorzeltleuchte durch das Fenster beobachten, wie sie die 3m hohe Kante gelegentlich überrollten. Es hätte nicht mehr allzu viel Wellenhöhe gefehlt, bis es für nasse Füße gereicht hätte. Saublödes Gefühl.
      Nach ca 10min ließ der Wind ein wenig nach, sodass wir das Sonnensegel von unserer Urlaubsbegleitung noch einholen konnten. Danach war Schluss mit weiteren Rettungsaktionen. Gefühlt erfroren saßen wir zugunsten der optimierten Gewichtsverteilung noch eine ganze Weile auf der windzugewandten Seite im Wagen und hofften, dass es bald besser werden würde.

      Es wurde dann zwar besser, der Regen ließ aber nicht nach, sodass wir dann irgendwann im Bett verschwanden. Einschlafen fiel mir zugegebenermaßen schwer, zu viel musste verarbeitet werden. Aber irgendwann klappte es.


      Tag 12 07.09.16 Die Kugel gefunden und Ausflug nach Porto Vecchio
      An diesem Morgen wurde meine bessere Hälfte einige Zeit vor mir wach. Sie machte sich natürlich direkt nach draußen zur Bestandsaufnahme. Es ging eigentlich noch, meine Gummilatschen und weitere Schuhe fand sie ca 40m in Windrichtung hinter dem Wagen. Die noch hektisch unter den Wagen geworfenen Tische und Stühle waren etwas eingesandet, die Trittstufe stand bei unseren Nachbarn schräg hinter dem Wagen.
      Sonst sah es auf dem Platz sehr unterschiedlich aus. Einige sehr ordentlich verspannte Vorzelte standen nur noch teilweise, weiter hinten fehlten wohl auch welche Es stand sonst recht wenig auf dem Platz, es lag eher.
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      Kaputte Markisen und Vorzelte....

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      Irgendwann kamen auch unsere Nachbarn raus. Bei der Bestandsaufnahme stellt Mann dann fest, dass zwei kugelige Dekoelemente seiner Lichterkette fehlten. Nach langer Suche fand er die dann hinter dem Wohnwagen ganz hinten auf dem folgenden Bild

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      Das war auf einem Bauhof, der zum Platz gehörte. Eine Kugel lag in der Schaufel des Radladers, die zweite in einem Reststück Abflussrohr, dass dort herumlag. Aber er hat sie tatsächlich gefunden....


      Ach so, das Nationalmannschaftsfanfahrzeug nochmal in Großaufnahme

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      Denen hat es den Pavillon komplett zerlegt.



      Nach einem ordentlichem Frühstück im Wagen, machten wir uns auf einen Ausflug. Das Wetter war nicht so arg angenehm, nach einer Morgenflaute frischte der Wind empfindlich auf und es war vergleichsweise kühl. Die Berge waren verhangen, sodass Touren dorthin ausfielen. So wurde es an diesem Tag die Stadt Porto Vecchio eine gute Stunde südlich von unserem Standort.
      goo.gl/maps/xjQVRpPgCD12

      In Solenzara hört der langweilige Teil der Ostküste auf, weiter südlich wird die Landschaft wieder etwas anspruchsvoller. Für korsische Verhältnisse zwar kein Highlight, aber ganz allgemein betrachtet dennoch sehr schön.


      Hier die Bucht, an der sich der, abgesehen von der stark befahrenen Straße, traumhaft gelegene Campingplatz Fautea befindet

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      Einige Kilometer weiter besuchten wir noch kurz einen Markt, der sich aber leider schon im Abbau befandt.


      Das Thema quietschendes Fahrzeug machte uns aber immer noch Gedanken, denn es wurde mehr. Ursprünglich quietschte es nur bei starken Linkskurven, mittlerweile auch bei leichten. Wir beschlossen in Porto Vecchio danach schauen zu lassen.


      Aber erstmal ging es in die relativ kleine Altstadt. Kann man mal hinfahren, es gibt aber viele deutlich sehenswertere Orte auf der Insel.

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    • SAM_2142.jpg SAM_2149.jpg

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      und noch ein Blick über den beliebten Hafen
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      Danach ging es dann noch auf die Halbinsel südlich von Porto Vecchio, wo es einige größere Ferienanlagen gibt, und leider, wie dort fast überall in der Ecke, relativ viel meist wohl illegal erbaute Villen. Gelegentlich sieht man auch mal ausgebombte Ruinen, es gibt immer noch viele Korsen, die gegen diese illegale Bebauung eine Menge haben. :D

      Auf dem Weg dort hin, machten wir aber noch einen Zwischenstopp bei einer Werkstatt. Na ja, bei der ersten vermeintlichen Werkstatt wurde uns noch zu verstehen gegeben, dass das nur eine Prüfstelle sei und man nicht helfen könne. Dann sind wir zum nahegelegenen PSA Händler gefahren, wo ich mit Mühe mein Problem erklärt habe. Denkt ja nicht, dass dort jemand englisch gekonnt hätte.
      Irgendwann verstand die Dame, aber sie wollte mir erst einen Termin zur Diagnose 9 Tage später geben. Das wäre dann der Tag vor der Fähre gewesen, na danke.
      Nach einem Brainstorming mit meinem heimischen KFZler haben wir uns dann entschlossen, weiter zu fahren und später selbst zu diagniostizieren.

      Soweit so gut, wir sind weiter auf die Halbinsel zum Leuchtturm Chiappa gefahren. Einen schönen Blick hat man dort...
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      Und lustige Kakteen gibt es dort
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    • Und der Leuchtturm La Chiappa direkt neben einer riesigen FKK (Camping)Anlage
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      Zurück immer an der eingezäunten und uneinsehbaren Straße an der FKK Anlage vorbei
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      zu einer Bucht mit abermals nettem Blick auf die Bergwelt
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      Wir machten abermals einen Schlenker zum berühmten Palombaggia-Strand, der zwar landschaftlich toll ist, aber für meinen Geschmack viel zu sehr touristisch ausgeschlachtet wurde. Ein typisches Bild dafür, dass zu viel Touristen Traumorte systematisch zerstören... ob bewusst oder unbewusst ist ziemlich egal...
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      Danach ging es dann wieder zurück zum Platz, wo das Wetter wieder deutlich angenehmer, sonniger und wärmer war. Nach einer Runde im Meer gab es was gutes zu essen und irgendwann eine Menge wohlverdienten Schlaf!

      Demnächst wieder mehr hier....

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