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Feststehendes Vorzelt richtig dämmen - aber wie ?

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    • Feststehendes Vorzelt richtig dämmen - aber wie ?

      Hallo , wir haben beschlossen unseren Hobby als Dauercamping - Hauptquartier zu nutzen und uns einen kleineren als Reise WW zuzulegen .
      Nächste Woche soll nun unser neues Dauerstandzelt geliefert u montiert werden . Das Gerüst ist aus 80x60 KV Holz , die Haut aus 900g Planenmaterial.
      Da ich den Innenausbau selbst übernehmen will , stellen sich mir bezüglich des Dämmaufbaus ein paar Fragen . Man liest im Netz soviel , der eine machts so der andere wieder anders . Styropor soll man gar nicht nehmen , wegen der Unverträglichkeit zum PVC- Dampfsperre muss rein oder soll sie nicht wegen Diffussionsoffenheit ?? Fragen über Fragen und man bekommt überall andere Antworten .
      Wer kann mir kompetent weiterhelfen - wie hat der Aufbau der Dämmung an Dach und Wand auszusehen . Bitte um rege Antwort .
      Mit freundlichen Camper Grüßen
      Hobbykutscher
    • Hallo Hobbykutscher,

      Um dir konkret zu helfen sind noch einige Fragen offen.

      Technische Fragen:
      Lattenabstand des Gerüstes an den Seiten und insbesonder im Dach ?
      Geplante Innenverkleidung ?
      Steht das Gestell getrennt vom Fußboden ?
      Werden in die Wand Steckdosen oder ähnliches eingebaut?
      Steht das Ganze in einer Gebirgslage (Schneelast) ?

      Qualitätsvorstellung:
      1.) geht gerade so, aber preiswert -
      2.) technisch saubere Lösung, auch wenns einige Euronen mehr kostet -
      3.) Ich will das Beste vom Besten, auch wenns teuer wird.

      Deine Fertigkeiten:
      1.) Ohne Handbuch zur Bohrmaschine kann ich kein Loch in die Wand bohren
      2.) Ich brauche eine Materialliste mit Bezugsquelle und Beschreibung bis ins Detail, in den Baumarkt geht nur meine Frau
      3.) Materialvorschlag und vernüftige Erklärung zur Ausführung reicht
      3.) Materialbezeichnung und grobe Richtung genügt ,ich bin im Baumarkt zuhause.


      gruß Quadmaster
      Schluß mit Camping ?, zuviele Wölfe, nervige Parkplatzüberfälle, falsche Reifen bei der ersten Schneeflocke, Stromschlaggefahr wegen fehlendem Erdungsmast am WW, Keime im Trinkwasser, schmale Einfahrten am CP, Parzellen-Teilflächenokkupanten, die Gefahr von Gasexplosionen, rauchende und türknallende Nachbarn und und und... So gehts nicht!

      Applaus den Sandburgenbauern, die sich zum Architekten des Lebens ernennen.
    • Hallo Quadmaster ,
      Das Vorzelt wird auf einen vorgefertigten gedämmten Boden montiert . Die Dachlatten haben einen 30 cm Abstand . Geliefert wird das Zelt mit doppelt verglasten Kunststofffenstern und fester Kunststofftür. Will das Zelt mit Landhaus Profilbrettern aus Holz verkleiden , natürlich kommen auch Steckdosen , Schalter usw rein - ist ja für Dauercamping gedacht .
      Möchte nur wissen , welcher Dämmstoff hierfür am besten geeignet ist und ob an der Zeltseite für Hinterlüftung gesorgt werden soll oder nicht ( was ja nicht so einfach ist , da die Zelthaut gespannt am Rahmen anliegt )
      Soll am Dach die 80mm Dämmung genutzt werden , oder nur 60mm und Luft dazwischen bleiben usw.
      Möchte später keine Tropfsteinhöhle haben die schimmelt . Mfg
    • den Lattenabstand der Seitenteile kann ich noch nicht sagen , seh ich wenn aufgebaut wird . Ist halt ein normales Dauerstandzelt mit Holzrahmen von einem namhaften Hersteller .
      Was die Dämmung kosten darf ? Wennst Dir ein neues Auto für 40.000,- kaufst , schüttest auch nicht das billigste Öl rein - sonst hast nicht lange was davon.
    • Hallo Hobbykutscher,
      Wie ich deiner Antwort entnehme keine besonderen Anforderungen an Schnee oder Wind.

      also los gehts.
      Klären wir erst mal die Frage Diffussionsoffen. Ein "normales" Dämmsystem ist in der Regel nach außen Diffussionsoffen. Z.bsp. durch mineralischen Außenputz oder Vorhangfassade. Somit hat die Dämmung immer die Möglichkeit Feuchtigkeit abzugeben.
      Bei dir ist die Außenhülle auf Grund der Plane Dampfdicht. Es kann nichts raus, also darf auch nichts erst rein! Dies wiederum erfordert zwingend eine Dampfsperre im Inneren, und zwar 100%ig. (wie erkläre ich später).
      Anders sieht es schon aus, wenn es dir gelingt zwischen Plane und Dämmung einen Hohlraum von mindesten 1cm zu schaffen. Ist dieser von unten offen hast du fast eine Vorhangfassade, aber nur fast! Da brauchte es zwar immernoch eine Dampfsperre, aber nicht ganz so kritisch.
      Über Styropor als Dämmung reden wir gar nicht. (nicht Fäulnisbeständig, relativ hohe Wasseraufnahme, leicht brennbar)
      - Idealerweise für solch geschlossene Systeme ist Styrodur (Wasseraufnahme nahe Null, Faulfest, hohe Steifigkeit)
      Fast unverwüstlich ist Austrotherm.(Wärmedämmplatte aus extrudiertem Polystyrolhartschaum)
      Wasseraufnahme Kapillar: 0 ; Wärmeleitfähigkeit [W/mK]: 0,033,

      austrotherm.de/produkte/austro…ustrotherm-xps-top-50-sf/
      -alternativ kann auch mit Mineralwolle gedämmt werden. Der Vorteil: absolut Feuerfest. Der Nachteil besonders im Deckenbereich nicht sehr fest, neigt zum "Runtersacken". Wenn die Wespen einen Weg ins Innere gefunden haben hast du bei Mineralwolle den Kampf verloren.
      Ich würde an die Innenseite der Latten kleine Leistenstücken 1,5 x1,5 cm schrauben und mit 50mm Austrotherm dämmen.

      Kommen wir nun zur Innenseite.
      Du möchtest Profilholzbretter verwenden. Solange du diese nich mit sinnfreien Lacken zukleisterst, sollten die schon etwas Feuchtigkeit aufnehmen können. Das Kondensieren von Wasserdampf ist unvermeidbar; die Lösung muß also bestmögliche Abführung des Kondensates sein.
      Du hast eine 80mm tiefe Latte; 15mm sind hinten schon weg; 50mm braucht die Dämmung. Da bleiben noch 15mm für die Hinterlüftung der Panele übrig.
      Dampfsperrfolie über die Holzlatten und auf das Austrotherm. Wieder mit kleinen Holzlattenstücken fixieren, und schon hast du einen Belüftungsschacht für die Luftzirkulation hinter den Brettern.
      Ich würde PE 100 nehmen
      amazon.de/PE100-Dampfsperrfolie-4m-x-25m/dp/B004Z65H3U
      Beim Verlegen der Bretter im Fußbodenbereich und an der Decke einen kleinen Spalt lassen,(oder Lüftungsgitter ca. 8x 8cm aller 60-80cm) und schon ist die Luftzirkulation fertig

      Zum Verlegen der Dampfsperrfolie.
      Jede Nachlässigkeit wir über kurz oder lang durch Schimmelbefall bestraft!
      Die Folie mit doppelseitigem Klebeband an die Holzleisten ankleben. An allen Übergangsstellen wie Fenster ,Tür und Ränder dicht verkleben.
      Eventuell noch mit kleinen Holzlatten fixieren.
      Es gibt viele Dampfsperrklebebänder, aber auch viel Schrott.
      Das geht schon:
      amazon.de/BMD-Dampfsperrfolien…fRID=NJNCH063YQJ18KBRQY4Q
      Absolote Spitze ist dieses:
      amazon.de/SIGA-Siga-Rissan-60m…keywords=siga+rissan+60mm
      Kommen wir nun zu den Elektroeinbauten.
      Für die Kabelverlegung kannst du die 15 mm Lüftung nutzen. Kritischer wird schon der Schaltereinbau.
      10-15mm Holz und 15mm Hinterlüftung, da fehlen für die 35mm Hohlwand-Einbaudose immer noch 5 -10mm .
      Schon bei der Verlegung der Dämmung sollte die E-installation klar sein. An den späteren Install-Orten die Dämmung etwas schwächen (davon geht die Welt nicht unter) und die Vertiefung mit Dampfsperrfolie auskleben. Damit bleibt die gesammte Installation vor der Dampfsperre.
      So, nun sollte eigentlich Alles klar seinScan_20171003.jpg
      Viel Spaß, frohes Schaffen und gutes Gelingen
      wünscht Quadmaster.
      Schluß mit Camping ?, zuviele Wölfe, nervige Parkplatzüberfälle, falsche Reifen bei der ersten Schneeflocke, Stromschlaggefahr wegen fehlendem Erdungsmast am WW, Keime im Trinkwasser, schmale Einfahrten am CP, Parzellen-Teilflächenokkupanten, die Gefahr von Gasexplosionen, rauchende und türknallende Nachbarn und und und... So gehts nicht!

      Applaus den Sandburgenbauern, die sich zum Architekten des Lebens ernennen.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Quadmaster ()

    • Hallo Quadmaster , erstmal vielen vielen Dank für Deine detaillierte " Dämmaufbau - Anleitung und die Skizze die unterstützend weiterhilft . Bist jetzt mal der Erste mit einem fundiertem Vorschlag zum " mit was und wie richtig dämmen " .
      Bin Lkw Fahrer in einem Dachbaustoffhandel - Schwerpunktmäßig Bitumen - Dachfenster usw .
      Austrotherm kenne ich , hatten wir früher mal . Glaub das könnte ich günstiger bekommen . Die blaue Dampfsperrfolie haben wir im Sortiment
      Hab nochmal vielen Dank für Deine Zeit und die guten Tips .
      Noch einen schönen Feiertag aus Roth
      Gruß Bernd
    • Hi Bernd,

      ich hatte mich für Trennwandplatten (60 mm in 80 mm Wand) als Dämmung entschieden. Macht den Einbau der Hohlwanddosen viel entspannter. Und wie Quadmaster schon schrieb: Dampfsperre ist wichtig, ganz penibel ausführen!.

      Bezüglich Tropfsteinhöhle: Achte auf eine möglichkeit zum Querlüften und bau eine (gebrauchte) 3000er Truma zum Heizen ein. Dann hast Du den Wasserenitrag vom Heizen schon mal weg. Funktioniert bei mir super und sieht, sagt man, auch ganz gut aus.
      Gruß
      Franjo001


      Ne quid nimis!

    • Hallo, mit Trennwandplatten meinst Du Steinwolle komprimiert von Rockwo...
      Hab ich auch schon gelesen , sollen aber die Feuchtigkeit mehr aufnehmen als Styrodur - was ich so gelesen habe . Hat natürlich auch Vorteile , die Du ja beschrieben hast .
      Heizen werde ich mit einem Zibro Petroleumofen der neuesten Generation - produziert null Wasser und stinkt auch nicht wie die alten - Voraussetzung gereinigtes Petroleum für Öfen.
      Heizen -das ist wieder eine andere Glaubensfrage .
      Auf alle Fälle , danke für die Tips .
    • wow..wir stehen an der Ostsee mit festem Vorzelt aber eine Dämmung ist dort lt Csmpingplatzverordnung nicht erlaubt.