Kritik an Alde-Heizungs - Regeltechnik

  • Vorab: Ich hatte noch nie etwas Besseres für Heizung und Warmwasser als meine Alde 3020 und würde sie nicht missen wollen. Über die Vorzüge ist an vielen Stellen alles geschrieben worden. Man erkauft sich den Luxus durch einen höheren Preis, anspruchsvollere Montage und nicht zuletzt durch höheres Gewicht.


    Was mich stört ist die Regeltechnik aus dem vorletzten Jahrhundert: Eine reine Klipp/Klapp- Regelung! Die Anlage scheint, unabhängig von den Außentemperaturen (jedenfalls ist standardmäßig kein Außenfühler verbaut), eine gleichmäßige Vorlauftemperatur vorzuhalten und den Kreislauf immer dann einzuschalten, wenn die voreingestellte Raumtemperatur in einem festgelegten Fenster unterschritten wird. Ein externer Raum-Temperaturfühler ändert an diesem Prinzip nichts.


    Das ist, vornehm gesagt, hinterwäldlich. Zwischen den Heizzyklen kühlen die Heizkörper und die Fußbodenheizung recht schnell ab.


    Ist es sehr kalt, sind die Zyklen häufiger und man nimmt die periodische Heizung nicht so sehr als Nachteil wahr. In der Übergangszeit ergeben sich, besonders bei gut isolierten Wagen, längere Heizpausen, die dann sogar ein "kühles" Fußraum (boden) gefühl aufkommen lassen. Hier wäre jede alte Elektro-Fußbodenerwärmung konstanter und besser!


    Die Lösung des Problems bei gleichzeitig irre besserem Komfortgewinn wäre total einfach! Nämlich wenn die Anlage - wie bei der modernen Heizung zu Hause - den Vorlauf anspruchsgemäß regeln würde und sich dann quasi kaum noch ausschalten würde. Wenn nun jemand um den Mehrstrom bei Autarkbetrieb fürchtet (Pumpendauerlauf) verweise ich auf ebenfalls dauerlaufende Truma-Gebläse bei der Luftheizung. Geht also.


    Bei DER Anzahl von verbauten Alde in hochwertigsten Wohnmobilen frage ich mich, warum nicht längst ein 3rd-Party-Entwickler alternative Regelungsbausteine für die Heizung anbietet oder am besten Alde selbst. Aber die einschlägigen Verdächtigen beschäftigen sich lieber mit Stromflussanlagen, die im Wohnmobil drei Kaffeemaschinen plus Föhn gleichzeitig betreiben können...


    Ich schreibe das, weil ich die vage Hoffnung hege, dass hier mal etwas ins Rollen kommt oder dass mir jemand womöglich einen Tipp geben kann, wo es so etwas schon gibt!


    Gruß, Andreas

  • Also ich bin super zufrieden.
    Aktuell steht die Alde-Regelung auf 12 Grad und geht lediglich alle 1-2 Stunden an um das zu halten (Außentemperatur 2 Grad).
    Energiesparender geht es wohl kaum.
    Die Absenkung von nem halben Grad in dem Zeitraum ist denke ich vernachlässigbar.
    Steht auf 1kw.
    [image=2260,'original'][/image]

  • Interessante Feststellung! Wir haben keine Alde verbaut, sondern die Truma Combi6. Auch hier stört mich die Hysterese vom Thermostat. Bevor die Heizung wieder anspringt, wird uns der Wagen gefühlt zu kühl. Auch wir würden uns über eine genauere Steuerung freuen. Gerne, wie oben geschrieben, als 3rd-Party-Lösung.

  • @need4: Es ist ein Trugschluss, dass die periodische Aufheizung energiesparender ist als eine kontinuierliche. Das Gegenteil ist der Fall.
    Eine moderne Heizung geht fast gar nicht mehr aus.
    Aber um das hinzukriegen müsste die Flammentegelung der Alde komplett überarbeitet werden. Das verlange ich gar nicht. Mir geht es um den Komfort.


    Deine Kurve zeigt die Wärmeentwicklung am Fühler aber z.B. nicht das Wärmeempfinden am Fussboden.

  • Es kommt sicherlich auch darauf an, was für ein ALDE-System verbaut ist und wie das umgesetzt ist.
    Unser Kabe Imperial, den wir demnächst bekommen, hat ebenfalls ein ALDE-System verbaut, allerdings ein Zweizonen-System, mit Alde Außentemperaturfühler, Wasserfußbodenheizung AGS II Pro etc.. Bin gespannt, wie das ist.

  • @JoeH: Mach dir keine Illusionen - der Außen-Temperaturfühler hat keinen Einfluss auf die Regelung sondern dient dir nur als Anzeige im Steuergerät. Nice to have, musste ich erst nachrüsten. Für den Fussboden hast du bei der AGS II Pro eine zweite Umwälzpumpe, die vermutlich parallel zum Körperkreislauf geschaltet ist. Keine Ahnung wie groß dein Wagen ist, ist vermutlich etwas oversized.


    Trotzdem eine tolle Heizung in einem tollen Wagen - aber nach toll kommt noch "perfekt".....


    Gruß, Andreas

  • @JoeH: Ich habe nochmal nachgesehen, die getrennte Pumpe hat schon Vorteile:


    Aus der Anleitung:


    >>
    12. *Fußbodenheizung


    Diese Funktion regelt den Betrieb der Fuß- bodenheizungspumpe in Intervallen, d.
    h. die Fußbodenheizungspumpe wird bei Wärmebedarf für 5 Minuten ein- und dann für 5 Minuten ausgeschaltet. (Anm.: Gut so! Vermeidet hohe FB-Temperaturen!)


    Modus: Sicherstellen, dass „Verzögerung“ oder „Dauerbetrieb“ aktiviert ist; in diesen beiden Modi wird die Fußbodenheizung eingeschaltet. Im Aus-Zustand ist die Fuß- bodenheizung ausgeschaltet.


    Bitte beachten:In Modus „Dauerbetrieb“ kann es im Fahrzeug wärmer werden als gewünscht, da die Wärmeregulierung deak- tiviert ist!


    Verzögerung: Die Fußbodenheizungs- pumpe ist für eine gewisse Zeit nach dem Abschalten der Kesselumwälzpumpe ein- geschaltet; diese Verzögerung kann auf 15, 30 oder 120 Minuten eingestellt werden. (Anm.: Super - damit kann das Auskühlen des FB bis zum nächsten Heizintervall vermieden werden!)
    <<


    Das ist zwar eine "Krücke" und löst das o.g. Problem nicht grundsätzlich, aber es könnte durchaus zu zufriedenstellenden Ergebnissen führen. Mal sehen ob ich meine Anlage einen Anschluss für eine getrennte Pumpe vorsieht.

  • @JoeH: Mach dir keine Illusionen - der Außen-Temperaturfühler hat keinen Einfluss auf die Regelung sondern dient dir nur als Anzeige im Steuergerät. Nice to have, musste ich erst nachrüsten. Für den Fussboden hast du bei der AGS II Pro eine zweite Umwälzpumpe, die vermutlich parallel zum Körperkreislauf geschaltet ist. Keine Ahnung wie groß dein Wagen ist, ist vermutlich etwas oversized....

    Der Wagen hat eine Größe von 935 cm (815 cm innen) x 250 cm, es ist der Imperial 780 TDL FK. Wir wollten erst das etwas kleinere Modell, aber da hätten wir die Waschmaschine nicht gescheit unterbringen können.
    Ìch denke, da passt die Heizung schon. Es sind im Innenraum zwei Temperaturfühler verbaut, Heizung, Klimaautomatik und Wasser kann man so für den Wohn- und den Schlafraum getrennt regeln.

  • Liebe Zeit was für ein Trumm!!! Ja, die neuen Kabe lassen eine Regelung vorn/hinten zu, habe ich auch gelesen.


    Die getrennte FB-Heizung ist aber wirklich besser. Habe die Teile zur NAchrüstung schon herausgescht.

  • Liebe Zeit was für ein Trumm!!!

    Ja, der ist ein bisschen größer wie unsere bisherigen Wohnwagen - dafür nutzen wir den auch ganzjährig als Domizil, anstelle einer festen Wohnung. Und dank entsprechender Ausstattung können wir etliche Tage autark stehen, das ist ja in diesen Tagen nicht unwichtig.

  • Es kommt auch darauf an, wo der Temperaturfühler sitzt. An dem Ort variiert die Temperatur bekanntich nur minimal, bei uns nur ca. +-0,1 Grad. Je nach Alde-Integration ist das dann an anderen Orten im Wagen nicht der Fall. Da sieht man dann auch welcher Hersteller Alde wirklich kann/will.


    Manchmal hilft zur Optimierung schon ein weiterer Temperaturfühler im Bereich der Sitzgruppe. Geziehltes Aufdoppeln einzelner Konvektoren oder ein Bypass mit Wandthermostat könnten auch helfen, wenn die Temperatur im Wagen sehr ungleich verteilt ist. Ist natürlich recht aufwändig.


    Das AGSII Pro in der aktuellen Form basiert auf dem Alde Mischerpaket. Material hast du ja schon gefunden. Dazu noch etwas Anschlussmaterial und fertig ist die kontinuierliche Fußbodenbeheizung. Im Prinzip würde auch ein Brauchwasserthermostatmischer und eine Vortex Pumpe gehen. Müsste man sich halt alles einzeln zusammenstückeln. Dethleffs hat das Mischerpaket seit ein paar Jahren auch serienmäßig im Snow Plus Paket verbaut. Schon eine feine Sache.


    Grüße

  • Als wir unseren Nova neu hatten, störten mich die Schwankungen auch. Besserung brachte das Montieren eines ext. Temperaturfühlers. Das schwierigste war, die optimale Position zu finden. Hier macht es sich Hymer schon verdammt einfach...


    Die Bodenheizung wird aus meiner Sicht total überbewertet. Das ständige auskühlen (also so richtig kühl wird der Boden schon nicht) zwischen den Heizzyklen sollte in dieser Preisklasse eigentlich nicht sein. Knaus verbaut teilweise Alde mit elektrischer Bodenheizung. Günstiger, leichter und vermutlich angenehmer.

  • Zitat:
    " Dethleffs hat das Mischerpaket seit ein paar Jahren auch serienmäßig im Snow Plus Paket verbaut"


    OK, das habe ich. Deshalb kenne ich vermutlich die ganzen Probleme nicht. Sind auch im Winter ohne Schuhe und Teppich im WoWa.

  • Unser Dethleffs hat das zusätzliche Mischventil und eine zweite Pumpe im Snow + Paket ab Werk. Anfangs hatten wir auch starke Schwankungen der Temperatur, verursacht durch die Werkseitige Position des Temperaturfühlers im Oberschrank zur Tür hin, nahe der Außenwand. Diese Stelle liegt nicht im zirkulierenden Luftstrom.
    Nach Rücksprache mit Alde wurde mir empfohlen einen zweiten Fühler an einer anderen Stelle zu montieren. Ich habe dann einen Fühler in einer Höhe ca. 70 cm über dem Boden und weiter zum Mittelgang montiert. Jetzt liegt er im Luftstrom und die Heizung regelt wesentlich genauer und nach der Aufheizphase der Wohnwagens schwankt die Temperatur um max. 0,5 Grad. Die Einschaltzeit des Kessels ist jetzt kürzer und häufiger, was eine noch gleichmäßigere Innentemperatur zur Folge hat.
    Bei der Fußbodenheizung habe ich auch etwas länger gebraucht bis ich eine für uns angenehme Temperatur eingestellt hatte. Hier musste das Thermostat des Fußbodenkreises und die Fördermenge der Fußbodenumwälzpumpe eingestellt werden. Wenn man sich hier Mühe gibt kann man auch im Fußboden eine relativ gleichmäßige Temperatur erreichen.


    Gruß Andreas

  • Wie ich im Eingangspost schrieb, haben wir bereits einen externen Temperaturfühler (über der Sitzgruppe) installiert. Die hier gemessene Temperatur passt exakt.


    Was ich noch probieren könnte, wäre die Drosselung der drei FB-Kreise um mindestens 50%.
    Ich denke aber, ich werde einen zweiten Kreis aufmachen.

  • Was mich stört ist die Regeltechnik aus dem vorletzten Jahrhundert: Eine reine Klipp/Klapp- Regelung! Die Anlage scheint, unabhängig von den Außentemperaturen (jedenfalls ist standardmäßig kein Außenfühler verbaut), eine gleichmäßige Vorlauftemperatur vorzuhalten und den Kreislauf immer dann einzuschalten, wenn die voreingestellte Raumtemperatur in einem festgelegten Fenster unterschritten wird. Ein externer Raum-Temperaturfühler ändert an diesem Prinzip nichts.


    Das ist, vornehm gesagt, hinterwäldlich. Zwischen den Heizzyklen kühlen die Heizkörper und die Fußbodenheizung recht schnell ab.

    Unsere regelt die Temperatur jeh nachdem wie die Ausentemperatur ist.
    Ich habe es letzte Woche wieder gemerkt als es sehr kalt war ( ~-15 Grad ) dann ist das Wasser so heiß das man sich nicht die Hände waschen kann ( bei ausgeschaltetem Warmwasser ), im Herbst bei um die 15 Grad wird das Heizungswasser nicht so hoch geheizt und man muss Warmwasser mit Zuschalten um warmes Wasser zu bekommen.


    Und bezüglich der Abkühlungsphase der Heizkörper das kann man verringern indem man die Pumpe auf Dauerlauf schaltet, so kann man sie auch runter regeln in der Fördermenge.


    Die Ausführungen der Heizungen bei den jeweiligen Herstellern unterscheiden sich aber sehr im Umfang.

  • Und im Sommer ist das Brauchwasser dann nur noch lauwarm? Offen gesagt würde es mich sehr wundern, wenn die Vorlauftemperatur wirklich außentemperaturabhängig wäre und das ohne irgendeinen Hinweis im Handbuch oder in der Werbung.


    Die zusätzlichen Pumpen werden z.B. im System angemeldet (s.o.) So ein Procedere gibt es für das (oft gar nicht installierte) Außenthermometer nicht. Anders bei den Innenthermometern, die man ebenfalls anwählen muss (und kann).


    Vielleicht hattest du unbemerkt die Wassertemperatur verstellt?

  • Und im Sommer ist das Brauchwasser dann nur noch lauwarm?

    Ja unser WW steht derzeit im Harz und wir sind gestern vom verlängerten Wochenende wieder gekommen.
    Die regelt definitiv nach Außentemperatur. Das Warmwasser war komplett aus und es ist richtig heiß, man merkt es auch an der sehr warmen Luft die hinter den Sitzkissen /Möbeln hochkommt.
    Das Heizungswasser erwärmt ja das Brauchwasser mit, im Sommer oder Herbst muss ich da Brauchwasser zuschalten um warmes Wasser zu bekommen (Aufwaschen etc.)
    Ob und wo da jetzt ein Ausentermomehter angeschlossen ist oder ob es ein Softwareupdate gab, ich weis es nicht ist alles so original von Tabbert.
    Mein letzter WW ein Dethelffs 760 DR Exckusiv hatte ich auch mit der Alde zu kämpfen weil unter anderem Fühler falsch verbaut waren (siehe Post 14).
    Wie die Regelung ist evtl. erkennt die Heizung ja auch wie schnell die Temperatur innen abfällt und erhöht / verringert dann die Vorlauftemperatur.(Heizungskennlinie)

  • Der Heizungsinstalateur nennt diese Art der Heizungsregelung soweit ich weiß "Stetigregelung Innentemperatur geführt", wie bei einer Etagenheizung. Die Heizung arbeitet nicht Außentemperatur geführt!
    Die Tatsache, dass die Vorlauftemperatur bei niedriger Außentemperatur hoch ist und daraus zwangläufig bei der Aldeheizung eine hohe Brauchwassertemperatur erreicht wird, liegt am Wärmebedarf der über die Innentemperatur ermittelt wird. Solange die eingestellte Temperatur nicht erreicht ist heizt der Kessel, bis zur maximal möglichen Vorlauftemperatur, bei uns 70 Grad. Dann wird zwangsläufig auch das Brauchwasser auf 70 Grad erwärmt.
    Deshalb "überheizt" das System in der Ausheizphase den Wohnwagen und pendelt sich dann in den folgenden Stunden ein. Denn der Brenner wird bis zum erreichen der Temperatur angesteuert, wenn auch, nahe dem erreichen der eingestellten Temperatur, in der kleine Stufe.
    Die Fußbodenheizung hat eine eigenes Thermostat und regelt die Temperatur dementsprechend.

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!