Wohnwagen mehrfach gewogen, große Abweichungen

  • Moin,


    ich glaube, das Thema ist hier noch am ehesten richtig aufgehoben.. Folgendes Szenario:


    Ich wollte am Wochenende mal wieder das wahre Gewicht unseres reisefertigen Wilk ermitteln. Dazu bin ich bei einem Containerdienst auf die Fahrzeugwaage gefahren. Zunächst mit dem Auto allein und dann mit dem Wohnwagen als Gespann. Die Differenz musste nach Adam Riese das Wohnwagengewicht sein, was bei mir 1.560 kg ergab. So weit, so erschreckend, denn ich habe 1.600 kg zul. Gesamtmasse und somit theoretisch nur noch 40 Kg. Und es ist auch ein recht großerer Zuwachs, denn bei der letzten Wiegung (Fahrzeugwaage bei einem Raiffeisenmarkt) hatte ich noch etwas über 200 kg Zuladung.


    Um den Wert zu "kontrollieren" habe ich noch mit zwei weiteren Methoden Gemessen:

    • Die Wiegung mit der Reich Caravan Weight Control (gelbe Version bis 1,5 to Radlast) ergab nach Addition von beiden Radlasten und der Stützlast 1.380 kg. (Waage auf 5mm Stahlblech, sehr gleichbleibende Messergebnisse bei mehreren Messungen)
    • Ein 2t-Hubwagen mit eingebauter Digitalwage (nagelneues Teil) ergab 1.391 kg. (Wohnwagen mit Rangierwagenheber auf der Palettengabel abgestellt).

    Ich bin einerseits der Auffassung, dass die (nachweislich und dokumentiert) geeichte Waage des Containerdienstes einen genauen Wert ausgeben müsste. Andererseits ist dieser Wert mit 1.560 kg unerklärlich hoch und beide anderen Waagen liegen sehr sehr dicht beisammen und sind auch mehr in der Nähe meines Erwartungswertes. Diese Waagen sind zwar zugegebenermaßen nicht geeicht, aber wenn bei drei Methoden zwei so dicht beieinander sind und eine so weit ausreißt, bin ich geneigt, den zweien zu glauben.



    Mein Erklärungsansatz:
    Die Waage beim Containerdienst geht bis 50 t. Ich kenne die gesetzlich erlaubten Abweichungen für solche Waagen nicht, aber evtl. bin ich mit 3t Zuggesamtgewicht da so weit weg vom Regelbetrieb, dass solche Abweichungen möglich (und im Sinne der Eichung) okay sind. 180 Kilo bei 20-40 Tonnen Regelbetrieb wären ja auch quasi nix und wahrscheinlich im Toleranzbereich. So könnte ich mir das alles erklären und würde den beiden kleinen Waagen, die ja viel mehr in dem ihnen zugedachten Tanzbereich gearbeitet haben, mehr Glauben schenken.


    Was mich allerdings stutzig macht ist dies:

    • Als die Fahrzeugwaage beim Containerdienst leer war, hat sie auf der großen digitalen Anzeige 0 kg angezeigt.
    • Als ich mich als Person (ohne Auto) draufgestellt habe, hat sie 110 kg angezeigt, was bei 106 kg Körpergewicht und einiger Kleidung sehr präzise ist.
    • Sowohl nach dem Aussteigen bei 1,6 t (nur Auto) wie auch bei 3,1 t (Auto mit Wohndose), hat sie, nachdem ich die Waage verlassen habe immer 110 kg weniger als vorher angezeigt. Was also auch wahr ist.

    Das finde ich beachtlich, dass sie seinerseits so genau auch in kleinen Bereichen misst, aber andererseits so weit von den beiden anderen Waagen abweicht.
    Welche Wiegung jetzt richtig ist, weiß ich so immer noch nicht :-) Wie sind eure Gedanken dazu?


    Grüße,
    Carsten

  • Die Waagen bei Containerdiensten werden schon sehr genau sein und man wundert sich was das Equipment so alles wiegt.
    Warum hast du denn die Wohndose nicht allein gewogen und dann auch noch pro Rad, dann wüstest du gleich ob noch was nach links oder rechts muss.


    Gruß Karsten

  • Das habe ich gemacht, weil ich nicht anfangen wollte auf dem Containerhof rumzurangieren. Die gurken da mit großen LKWs, Radladern und Gabelstaplern rum, da will ich nicht im Wege stehen und hinterher diskutieren. So konnte ich solo drüber fahren, dann den Wohnwagen bei meinen Eltern anhängen, als Gespann drüber fahren und den Wohnwagen wieder zu meinen Eltern bringen.
    Und wenn man (wie ich eigentlich auch) die Annahme zugrunde legt, dass die Waage genaue Werte ausgibt, dann ist das Zuggesamtgewicht abzüglich des Zugfahrzeuggewichtes ja der gewünschte Wert.


    Die Gewichtsverteilung links/rechts (ohne Anspruch auf die richtige absolute Zahl) kann ich ja jederzeit mit der Reich Waage messen. Die sind auch bis auf 20-30 kg gleich. Das hatte ich schonmal durch Verlagerung des Standard-Equipments angenähert.

  • Fahre zu einer Baywa, die mittels Waage des Bauern Ernte verwiegt :D - weiteres zu Waagen und deren Genauigkeit findest du hier:klick

    Ja, das habe ich mir auch schon überlegt. Bei uns heißt das ganze "Raiffeisenmarkt" oder "Bäuerliche Bezugs- und Absatzgenossenschaft" :-)
    Einfach eine weitere Methode versuchen. Vielleicht mit einer Waage, die für kleinere Lasten konzipiert ist.


    Aber letztlich darf es ja nicht Sinn der Sache sein, einen Versuchsaufbau so lange zu verändern, bis man die Ergebnisse hat, die man sich wünscht :-)
    Die letzte Wahrheit wird man nie haben, aber wenn sich aus einer Zahl x an Messungen bei x-1 Messungen ein Bereich von plusminus 50 Kilo einstellt, kann ich damit leben.

  • wenn ich die Tabelle mit den Toleranzen aus Wikipedia nehme und den höchst mögliche Wert der Abweichung nehme, komme ich bei einer Toleranz von 1% auf knapp 40kg beim Gespanngericht. Möglicherweise spielt auch die Gewichtsverteilung auf der Waage dabei eine Rolle(sollte aber eigentlich nicht).
    Die einzig richtige Messung ist die, wenn man das Objekt alleine wiegt, alles andere ist nur Theorie und nicht wirklich genau.

  • [...] Die einzig richtige Messung ist die, wenn man das Objekt alleine wiegt, alles andere ist nur Theorie und nicht wirklich genau.

    Entschuldige die Nachfrage, aber was lässt dich erwarten, dass beim abgekuppelten Wiegen eine andere Zahl als 1.560 kg herauskommen würde? Ist jetzt gar nicht ironisch gemeint, wenn es da eine schlüssige Erklärung gibt, will ich es gern auf der Versuch ankommen lassen.


    Dass man 9 Meter besser mit einem 10m-Bandmaß als mit einem 2m-Zollstock abmisst, da bin ich bei dir. Oder um beim Wiegen zu bleiben: Vor Reisantritt jedes Kleidungsstück und den Koffer zu wiegen, ist nicht so genau, wie den fertig gepackten Koffer zu wiegen. Keine Frage.


    Aber wenn ich annehme, dass die Wage genau ist, dann muss die Differenz der Wiegungen der exakte Wert sein. Zumindest hinreichend exakt für die Zuladungsplanung und eine Reserve.

  • Hallo Carsten,


    hast Du bei Deiner Wiegung mit der Reich Wage, auch die Stützlast vom Bugrad dazu gezählt?


    VG Klaus

    Ja, bei den Wiegungen auf dem elterlichen Hof war der Wohnwagen abgekuppelt und alle Lasten, die in den Boden abgetragen werden, wurden addiert.


    An dieser Stelle der Hinweis: Das Absolute Gewicht, gleichmäßig und waagerecht auf einer 3x25m Beton Platte aufgestellt ist natürlich genauer zu messen, als wenn man alle Punkte einzeln "anhebt" um zu wiegen. Kippen, Schwerpunktverlagerung etc... Das ist mir klar.
    Aber das darf meines Erachtens keine 180 Kilo Differenz ausmachen.

  • Wenn du auf die Schnelle die Einzelgewichte ermitteln willst, nimm eine zweite Person mit zur Waage...


    Gespann auf Waage - aufschreiben
    Mit Vorderachse runter fahren - aufschreiben
    Auto runter von der Waage - aufschreiben
    Stützrad und Wohni bleiben auf der Waage , abkuppeln und hochdrehen, - aufschreiben
    anhängen und schräg von der Waage fahren - ein Rad wiegen.


    Fertig. Schon sind alle Werte bekannt bzw. können errechnet werden


    Zug-Gesamtgewicht
    Vorderachslast
    Hinterachslast mit Stützlast
    Hinterachslast ohne Stützlast
    Stützlast des Wohnwagens
    Gesamtgewicht Wohnwagen (ohne Stützlast)
    Gesamtgewicht Wohnwagen (mit Stützlast)
    Einzelgewicht pro Rad


    Das Ganze ist auch von Ungeübten locker innerhalb von 3 Minuten zu erledigen :w Alleine dauert es 4 Minuten :D

  • Entschuldige die Nachfrage, aber was lässt dich erwarten, dass beim abgekuppelten Wiegen eine andere Zahl als 1.560 kg herauskommen würde? Ist jetzt gar nicht ironisch gemeint, wenn es da eine schlüssige Erklärung gibt, will ich es gern auf der Versuch ankommen lassen.
    Dass man 9 Meter besser mit einem 10m-Bandmaß als mit einem 2m-Zollstock abmisst, da bin ich bei dir. Oder um beim Wiegen zu bleiben: Vor Reisantritt jedes Kleidungsstück und den Koffer zu wiegen, ist nicht so genau, wie den fertig gepackten Koffer zu wiegen. Keine Frage.


    Aber wenn ich annehme, dass die Wage genau ist, dann muss die Differenz der Wiegungen der exakte Wert sein. Zumindest hinreichend exakt für die Zuladungsplanung und eine Reserve.

    Die Waagen haben meist eine Toleranz von 10-20 kg. Und beim wiegen des Gespanns verliert sich dabei die Stützlast. Somit solltest du bei einer alleinigen Wiegung das richtige Ergebniss erhalten.

  • 180 Kilo bei 20-40 Tonnen Regelbetrieb wären ja auch quasi nix und wahrscheinlich im Toleranzbereich

    Moin,
    wir hatten in der Firma auch eine LKW-Waage.

    Die muss schon sehr genau gehen, da dort Güter (Legierungen etc.) in einem EURO-Bereich verwogen wurden, wo auch die letzten 20 kg wichtig sind.
    Für kleinere Dinge hatten wir eine Waage, die bis zum Kilo-Bereich genau ging.
    Alle natürlich regelmässig gewartet, geprüft und geeicht.


    Wenn eine Waage nicht korrekt anzeigt, dann wäre eine Firmen-Waage die letzte die in Betracht kommt


    Aber bei verschiedenen Geräten, kommen auch unterschiedliche Gewichte heraus.
    Allerdings nur im >50 kg Bereich


    Zu den Einzelgewichten:

    Gespanngewicht - 3.600 kg inkl. Fahrer/Beifahrer

    Wohnwagen - 1.560 kg
    760 kg Wowa-Rad - Rechts
    700 kg Wowa-Rad - Links
    100 kg Sützlast



    Gruß Thomas

  • Hallo Carsten,


    mein Cousin hat einen Containerdienst. Die Waage geht bis 25 Tonnen. Was ich dir sagen kann, dass du selbst bei 3 maliger gleicher Wiegung nie das gleiche Ergebnis hast. Bei 2 Tonnen (mein WW) beträgt die Abweichung ca. 1,5%. Und zwar nicht immer gleichmäßig (nicht nur nach oben). Also ca. 30 Kg.


    Ich bin auch schon allein draufgestanden und jedes Mal war das Ergebnis etwas anders. Das liegt auf jeden Fall in der Toleranz

  • Ich kenne die gesetzlich erlaubten Abweichungen für solche Waagen nicht, aber evtl. bin ich mit 3t Zuggesamtgewicht da so weit weg vom Regelbetrieb, dass solche Abweichungen möglich (und im Sinne der Eichung) okay sind.

    Die erlaubten Abweichungen sind bei verschiedenen Herstellern (Schenk, Siemens z.B.) 3% vom Meßbereichsende einer einzelnen Wiegezelle. Damit sind jetzt nicht die 50 t Gesamtgewicht von der Waage gemeint, sondern der Bereich einer Meßzelle oder des Wiegebalkens. Ich gehe jetzt mal bei einer 50 t Waage von zwei Meßbalken a 30 t aus. In meiner Praxis hat sich aber seit Jahren herausgestellt, daß die geeichten Waagen ziemlich genau sind. Eine Abweichung von 200 kg ist aber durchaus möglich und liegt in der Toleranz.
    Grundsätzlich kommt dann immer der alte Spruch zum tragen "Wer viel misst, misst Mist" :sleeping:

  • Wie sind eure Gedanken dazu?
    Grüße,
    Carsten

    Rein vom Bauchgefühl würde ich nach deiner Schilderung der Großen Lkw Waage mehr trauen. Über die Reich Waagen liest man Erfahrungen von ungenau bis zuverlässig. Wobei bei diesen Waagen auch unbedingt die Anweisung des Herstellers beachtet werden sollte um das Wiegeergebnis nicht zu verfälschen. Die Genauigkeit des Hubwagens würde ich schon als hoch einschätzen weil damit auch Versandgewichte ermittelt werden. Nur haben beide Waagen den Nachteil nicht das Gewicht insgesamt zu wiegen, Eventuelle Abweichungen durch die Wiegemethode würden m.E. bei beiden Waagen etwa gleich sein im Vergleich zu einer Fahrzeugwaage.

  • Moin,


    habe unser Gespann bei einem Raiffeisenmarkt wiegen lassen. Einmal das gesamte Gespann und dann den WoWa einzeln.Unser WoWa hat 1700 kg. Lt. Waage 1680 kg, reisefertig.
    Angeblich ist bei den Waagen eine Differenz von 5 % zulässig.


    Bin dann zu unserem Händler gefahren. Der hat eine geeichte Waage wie sie z. Bsp. auch die Polizei hat. Das Gewicht war 1760 kg. :thumbsup:

    ALLE REDEN VOM URLAUB - WIR HABEN NICHT MAL DAS GELD ZUM DAHEIMBLEIBEN.
    Tschüß
    Nydam
    :0-0:

  • Hallo,
    Petri hat es schon geschrieben, ruf mal bei der Polizei an, die bieten auch solche Wiegeservices an.
    Dann weisst Bescheid.
    Alles andere ist grob geschätzt. Eine Waage die bis 50to. wiegen kann auf der sind das bisschen Auto mit Wohnwagen ja schon fast die Toleranz :lol:

  • Also mit der Reich-Waage habe ich auch lange gekämpft, weil ich im Vorfeld genau die Spanne von "letzter Mist" bis "tut was sie soll" gegoogelt habe.
    Die Ergebnisse sind sehr stark von den Messbedingungen abhängig. Ich habe dann unter verschiedenen Bedingungen getestet. Angefangen mit den Schlechstesten, dabei aber Praxisrelevantesten: Einfach vor die Räder legen und drüber ziehen. Das wäre das Einfachste, aber das funktioniert nicht. Da hatte ich im Gesamtgewicht nach allen Additionen Abweichungen innerhalb der Messungen von 140 kg.
    Das Problem ist, dass das Gehäuse der Waage nur ca 3-4mm Luft zum Boden hat. Sobald also da etwas liegt, drückt nicht mehr die komplette Last auf die beiden Sonsoren, sondern ein Teil der Last wird über das Gehäuse abgetragen und fließt nicht mehr in die Messung ein.
    Dann habe ich mir Rampen gebaut, in die die Waage hinein passt. Allerdings haben die sich als zu unhandlich erwiesen.
    Mittlerweile habe ich ein ca. 20x30cm großes Blech aus 5mm Edelstahl. Es wird der Asphalt von Steinchen befreit, das Blech ausgelegt, die Waage darauf platziert und mit gebremstem DSG im Leerlauf langsam drüber gezogen. So habe ich jetzt reproduzierbare Werte mit Abweichungen von unter 10 kg/Rad


    Also im Rahmen ihrer Möglichkeiten ist das, denke ich, die optimale Methode. Ich bekomme also relativ gesehen gleich Werte. Ob die absolut passen, wollte ich jetzt halt eruieren. Mit dem beschriebenen Verlauf.



    Bei der Wiegung auf der großen Waage hatte ich im Übrigen einmal nur das Zugfahrzeug (ohne angekuppelten Wohnwagen) und einmal das komplette Gespann auf der Waage. Die Stützlast hat sich also nicht verloren, sondern ist in der Gesamtbilanz der Wohnwagenmasse zugerechnet worden.


    Von diesem Mess-Prinzip würde ich auch jetzt nicht abweichen. Ich sehe den Nachteil nicht. Für den praktischen Einsatz der Urlaubsfahrten ist die Fahrzeugwaage oder der Palettanwagen ja ohnehin ungeeignet. Dafür habe habe ich ja gerade die Reich-Waage, die auch achsweises Messen mit hinreichender Genauigkeit zulässt.
    Ich brauche nur das wahre Ist-Gewicht, um die Werte der Reich-Waage zu kontrollieren bzw. ggfs. ins richtige Verhältnis setzen zu können.

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